Ihre Vermutung wurde schnell bestätigt, als sie beide alleine im Auto saßen. Shayenne schaute verlegen zu Steffi rüber. “Können wir vielleicht noch einen kurzen Zwischenstop machen? Ich, ähm...ich wollte einer Freundin noch ein kleines Geschenk geben.” sagte sie zögerlich. Steffi sah, wie sie ein bisschen rot wurde. “Einer Freundin? Oder vielleicht doch einem Jungen?” “Verdammt, woher wusstest du das?” Shayenne fühlte sich ertappt, war aber irgendwie auch erleichtert, dass sie es nicht selber aussprechen musste. “Ach Shay, ich war auch mal 16 und verknallt.” lachte Steffi liebevoll. “Wo triffst du dich denn mit ihm?” “Er hat gefragt, ob ich kurz zur Schule kommen kann. Er wohnt da in der Nähe und wollte mir auch noch etwas geben. Es liegt auch fast auf dem Weg und geht auch ganz schnell.” sagte sie hastig. “Ach Süße, kein Stress. Ich setze dich da gleich ab, hole dann deine Oma und Opa ab und dann sammeln wir dich da einfach wieder ein, okay? Dann habt ihr noch kurz Zeit.” Shayenne sah sie dankbar an. “Das würdest du echt machen? Danke! Aber können wir Oma und Opa erstmal erzählen, dass ich mich mit einer Freundin getroffen habe? Ich möchte nicht, dass sie es so erfahren und Wincent dann über sie.” “Klar, das kriegen wir hin. Seid ihr denn schon zusammen? Und weiß deine Mum das?” Shay strahlte sie glücklich an. “Ja ich glaube schon, dass wir zusammen sind. Er hat mich gefragt, ob ich mit ihm Silvester feiern will, und geküsst haben wir uns auch schon. Mum weiß das.” “Ach wie schön, das freut mich aber sehr für dich. Wenn wir mal ein bisschen Zeit für uns haben, erzählst du mir alles in Ruhe, ja?” Shayenne fiel ein Stein vom Herzen, denn sie wollte Steffi das schon die ganze Zeit erzählen, aber sie hatte sich nich getraut. “Bitte sag Wincent nichts, okay?” flehte sie Steffi an. “Ich werde ihm nichts sagen, aber du solltest es ihm wirklich erzählen, er würde sich bestimmt auch für dich freuen.” Shayenne zuckte mit den Schultern. “Ich weiß nicht...kannst du dann dabei sein?” “Na klar, das kriegen wir hin. Ist er das da vorne?” Plötzlich wurde Shayenne ganz rot und rutschte auf dem Sitz hin und her.
[2]“Ich schätze mal, dass ich in 20 Minuten wieder hier bin, okay?” “Danke.” murmelte Shayenne und stieg aus. Als Steffi weiterfuhr, konnte sie im Rückspiegel noch sehen, wie sich die beiden in die Arme fielen. Sie freute sich wirklich für Shayenne, es schien ja wirklich ein anständiger Typ zu sein. Aber sie konnte auch ihre Angst verstehen, es Wincent zu erzählen. Bei Wincents Großeltern angekommen, wurde sie von den beiden herzlich begrüßt. Sie half dabei, alle Sachen im Auto zu verstauen und nach kurzer Zeit machten sie sich auf den Weg, um Shayenne wieder abzuholen. “Eigentlich dachten wir, Wincent würde uns abholen.” sagte Wincents Oma von hinten. “ Ja, das sollte er eigentlich auch, aber er musste Angela noch etwas helfen, deswegen habe ich mich angeboten. Ich hoffe, das ist okay.” “Mir ist das sogar lieber so, der Wincent fährt immer so rasant, das ist mir nicht so geheuer. Bei dir fühle ich mich viel sicherer.” lachte sie. “Na dann habe ich ja Glück gehabt.” “Da hast du dir auch wirklich einen Chaoten ausgesucht.“ musste auch Wincents Opa mit den beiden lachen. Nachdem sie Shayenne wieder eingesammelt hatten, kamen sie kurze Zeit später wieder bei Wincent und Angela an. Die beiden hatten inzwischen alles vorbereitet und Angela stand in der Küche, um den Braten für später zu machen. Wincent begrüßte seine Großeltern liebevoll und dann setzten sie sich an den Esstisch. “Ich hole schon mal ein paar Getränke. Was wollt ihr denn trinken?” fragte Steffi in die Runde. “Opa und ich trinken ein Bier, oder Opa?” Wincent schaute ihn fragend an und sein Opa nickte. “Kriegst du das denn schon wieder runter?” Steffi musste schmunzeln und Wincent warf ihr einen bösen Blick zu.
[3] “Steffi, trinkst du ein Glas Weißwein mit mir?” fragte seine Oma sie. “Na klar, ich hole uns mal direkt die Flasche. Und was ist mit die Shayenne?” Shayenne schaute unsicher zwischen ihr und Wincent hin und her. “Darf ich auch ein Glas Wein mit trinken?” Wincent wollte gerade etwas sagen, als seine Oma ihm vorweg griff. “Na klar mein Schatz, du bist doch 16. Zur Feier des Tages darfst du doch sicher mit deiner Oma ein Glas trinken.” Steffi verkniff sich ein Kommentar und warf Wincent einen strafenden Blick zu, dem nichts entgegenzusetzen. Er bemerkte das und setzte einen resignierten Blick auf. Er wusste, dass das wieder nur Diskussion geben würde, wenn er jetzt sagen würde, dass Shay dafür noch zu jung war. Es stand ihm irgendwie auch nicht wirklich zu, ihr ein Glas zu verbieten während er noch selbst verkatert da saß. Als Steffi mit den Getränken wiederkam, waren die vier schon in ein Gespräch vertieft. Steffi nutzte die Chance, nochmal zu Angela in die Küche zu gehen. “Kann ich dir noch helfen?” “Nein, meine Liebe. Danke. ich muss gleich nur noch den Braten aus dem Ofen holen.” “Okay. Du sag mal, Shay hat mir vorhin von ihrem Freund erzählt, kennst du ihn?” “Ach deswegen hat sie vorhin auch so gestrahlt, wusste ich doch, dass sie einen Grund hatte, warum sie unbedingt mit wollte. Nein, ich habe ihn noch nicht kennengelernt. Aber so wie sie von ihm gesprochen hat, scheint es ein sehr vernünftiger Junge zu sein. Ich glaube, es tut ihr gut, dass sie von ihm die Aufmerksamkeit bekommt, die sie von Wincent nicht mehr ständig hat. Und ich kann ihr das leider auch nicht mehr so geben. Sie wird langsam wirklich erwachsen.”
[4] Steffie merkte, dass es auch Angela nicht leicht fiel, das zu akzeptieren. Und das konnte sie auch gut verstehen. Wincent stand schon sehr früh auf eigenen Beinen und war früh von Zuhause weg. Sie wünschte sich natürlich, dass Shayenne noch ein bisschen länger bei ihr bleiben würde. “Sie hat Angst davor, wie Wincent reagieren würde.” merkte Steffi dann noch an. “Ja, das hat sie mir auch schon gesagt. Und ich kann mir leider auch vorstellen, dass er das nicht so gut finden würde.” “Aber er wäre sicher auch enttäuscht, wenn er es nicht erfahren würde. Das habe ich ihr auch schon gesagt.” “Die beiden werden das schon hinkriegen. Wir müssen das vielleicht nur ein bisschen im Auge behalten.” Angela zwinkerte ihr aufmunternd zu, nahm dann den Braten aus dem Ofen und ging damit ins Wohnzimmer. Steffi nahm die Soßenschüssel und ging ihr hinterher. Beim Essen war die Stimmung gut und das Essen schmeckte super. Wincent fühlte sich so wohl wie lange nicht mehr, denn das alles erinnerte ihn immer wieder an all die Weihnachten von früher. Bis auf Steffi hatte sich nie wirklich etwas verändert und er war dankbar für diese Beständigkeit, die ihm seine Familie gab, zu der nun auch Steffi fest gehörte. Nach dem Essen machten es sich alle im Wohnzimmer gemütlich, als Angela mit drei Geschenken ankam. sie überreichte je eins an Shayenne, Wincent und Steffi.
[5] Shayenne und Wincent grinsten sich an, nur Steffi sah sie ratlos an. Hatte Wincent nicht erzählt, dass sie sich gegenseitig nichts schenken würden? Wincent registrierte ihren verwirrten Blick und klärte sie auf. “Mum schenkt Shay und mir schon seit jahren hässliche Weihnachtspullis. Schon seit wir klein sind. Und daraus hat sich einfach eine Tradition ergeben, dass wir jedes Jahr aufs neue einen wunderschönen X-Mas Pulli bekommen. Und dieses Jahr wirst du wohl auch in diese Tradition eingeführt.” Steffi fühlte sich geehrt und packte ganz gespannt ihr Geschenk aus. Als alle drei ausgepackt hatten, schlüpften sie schnell in die Pullis und alle fielen in ein lautes Gelächter. Angela hatte sich wirklich Mühe gegeben, die kitschigsten Pullis auszusuchen, dass sie schon wieder lustig und lässig waren. “Und jetzt noch das Foto vorm Tannenbaum.” Wincent und Shayenne positionierten sich vorm Baum und Angela zückte ihr Handy. “Los Steffi, du musst auch mit drauf.” Shayenne streckte ihr ihre Hand entgegen. Dann machten sie Fotos in Konstellationen. Alle drei, dann Shayenne mit Wincent, Shayenne mit Steffi und Wincent mit Steffi. Zum Schluss machten sie noch ein Selfi mit den Großeltern und Angela zusammen. “Darf ich das posten? Als Zeichen an meine Fans, dass alle das Fest mit ihren Liebsten feiern sollten.” Alle stimmten ihm zu. Inzwischen gab es von jedem vereinzelt mal Fotos in den sozialen Medien und das Foto war wirklich schön. Weniger später hatte er das Foto mit allen und dahinter noch eins von sich und Steffi hochgeladen und einen süßen Text dazugeschrieben.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
