Kapitel 41

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Die letzten Töne von "Wo die Liebe hinfällt" erklangen. Als es in der Halle wieder ruhiger wurde, begann Wincent, zu reden. "Den Song habe ich geschrieben, als ich dachte, ich kriege es mit der Liebe eh nicht geschissen. Ihr kennt das vielleicht. Man lernt jemanden kennen, denkt sich, joar passt. Aber dann passiert nichts mehr. Und so ging es mir. Ich hatte einfach keinen Ehrgeiz, weiter daran festzuhalten und hab's dann immer wieder verbockt. Voll nervig ey. Und dann plötzlich, wenn man nicht damit rechnet, taucht diese eine Person auf, bei der man sich denkt, okay, hier lohnt es sich, den Weg weiterzugehen. Und so ist der nächste Song entstanden. Für eine ganz besondere Person, die in mein Leben getreten ist "Auf halbem Weg." Er warf eine Kusshand ins Publikum und begann zu singen. Shayenne griff nach Steffis Hand. “Jetzt hat jede von uns ein eigenes Lied von ihm” Steffi war total berührt. Was konnte es gerade Schöneres geben, als ihren Freund auf der Bühne zu sehen, wie er ihr ein Lied widmete? Sie strahlte über das ganze Gesicht. Die Fans feierten den Song. Sie würde sicher morgen auf Instagram oder Youtube einige Videos dazu finden. Und sie war schon auf die Kommentare dazu gespannt. Jetzt wollte sie aber erstmal noch den schönen Moment genießen. Bei der Zugabe schlichen sich die drei langsam von ihren Plätzen, um Wincent nach Konzertende hinter der Bühne in Empfang zu nehmen. Voller Energie und Schweiß kam er kurze Zeit später von der Bühne gelaufen und stürmte auf sie zu. Er nahm Steffi in den Arm, hob sie hoch und gab ihr einen überschwänglichen Kuss. “Wow, du warst großartig. Schöner neuer Song!” Steffi grinste ihn an. Dann umarmte er seine Familie und verabschiedete sich von den beiden, da sie schon zurück ins Hotel fahren würden. Steffi hatte beschlossen, sich das Meet&Greet noch anzuschauen, um danach gemeinsam mit Wincent ins Hotel zu verschwinden. Normalerweise schlief er ja in Hamburg immer bei Johannes, auch nach den Konzerten. Aber da er sich die beiden lange nicht gesehen hatten, wollte er mit ihr nach dem Konzert unbedingt alleine sein. Er verschwand kurz unter der Dusche und Steffi wartete mit Johannes im Backstage Bereich. Er würde als Überraschung ebenfalls beim Meet&Greet teilnehmen. 

[2] “Und? wie isses, ihn da oben zu sehen?” fragte er Steffi. “Es ist schon Wahnsinn. Ich musste mir echt nochmal sagen, dass das tatsächlich mein Freund da oben ist.” lachte sie. “und ‘Auf halbem Weg’ hat mich echt geflasht. Das ist schon krass, dass er den für mich geschrieben hat.” “Ja, da hat er gute Arbeit geleistet, unser Winnie. Ich glaube, er war auch etwas nervös. War ja auch das erste Mal Live.” Dann ging die Tür auf und Wincent kam frisch in den Raum. Er klatschte sich mit Johannes ab und die beiden sprachen noch kurz über seinen Auftritt. Dann kam Amelie zu ihnen. “So, die aufgeregten Mädels warten schon nebenan. Johannes, willst du zuerst reingehen?” Das ließ er sich nicht zweimal sagen und ging mit Amelie rüber. Als er die Tür hinter sich schloss, hörte Steffi schon ein aufgeregtes Kreischen. “Und das hören wir gleich nochmal.” grinste Wincent. “Aber jetzt möchte ich kurz den Moment mit dir alleine nutzen.” Er nahm sie in seine Arme und gab ihr einen sanften Kuss. “Das habe ich so vermisst”, nuschelte Steffi in den Kuss hinein. “Und ich erst.” sagte Wincent harrsch und krallte sich mit seinen Händen in Steffis Po. “Den Rest sollten wir uns für später aufbewahren, und genau da weitermachen.” raunte er ihr zu, ehe er sich von ihr löste. Dann ging auch schon die Tür auf, und Amelie winkte ihm zu. “Bist du soweit? Knutschen könnt ihr später noch genug.” Sie zwinkerte den beiden zu. Wincent ging an ihr vorbei und trat auf seine Fans zu. Die waren völlig aufgelöst und teilweise überfordert damit, ihr Idol endlich zu treffen. Für Steffi, die mit Amelie zusammen hinterher gegangen war, interessierte sich keiner. Die beiden setzten sich auf die Fensterbank und schauten sich das Treiben an. Es wurden Fotos gemacht und Fragen gestellt, Johannes und Wincent sangen noch ein bisschen für sie. Für Steffi war es schon merkwürdig, zu sehen, wie ihr Freund von anderen Frauen, oder Mädchen umgarnt wurde. Viele von ihnen waren sicher noch nicht mal 18 und sehr schüchtern. Aber einige der Mädels versuchten schon sehr, Wincents Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber Wincent lies sich davon nicht irritieren und schenkte jedem der Fans die gleiche Aufmerksamkeit. “Ist es eigentlich schon häufig vorgekommen, dass Wincent so offensichtlich von den Fans angegraben wurde?” fragte sie Amelie leise. “Ja, das kommt schon vor. Dann natürlich eher von den älteren Mädels - oder von Müttern der Kleinen. Er hat auch schon diverse Nummern zugesteckt bekommen. Aber da brauchst du dir keine Sorgen machen. Es gab noch nie Groupies im Tourbus.” “Haha, sehr beruhigend, danke Amelie.” Steffi war froh, als Amelie die Veranstaltung dann auflöste. Es würde nicht ihr Lieblingsanblick während der Tour werden, wie Wincent diverse andere Frauen umarmte. Aber es gehörte zu seinem Job und er liebte den allgemeinen Kontakt zu den Fans. 

[3] Als sich alle verabschiedet hatten, drehte Wincent sich zu Steffi um. “Und jetzt habe ich nur noch Augen für dich. Komm, wir gehen schlafen.” “Schöne Nacht euch zwei.” rief Johannes den beiden zu und und stupste Amelie an. “So schnell sind wir abgeschrieben.” “Jaja, ich hab euch auch lieb.” winkte Wincent ab und machte sich dann mit Steffi auf den Weg zum Hotel. Die Security hatte zum Glück dafür gesorgt, dass keine Fans mehr am Hinterausgang warteten und sie so unentdeckt durch die Dunkelheit laufen konnten. Als sie im Hotelzimmer angekommen waren, drückte er sie an die Wand, fuhr mit seinen Händen unter ihren Pullover und begann, ihren Hals zu küssen. “Also ich hab noch ein bisschen Energie.” Steffi war immer noch fasziniert von den ganzen Eindrücken und genoss es, das Wincent sie gerade so sehr begehrte. Heute Nacht konnte er alles mit ihr machen. Wenig später landeten sie auf dem Bett und gaben sich ihrer Sehnsucht leidenschaftlich hin. Erschöpft lagen sie danach nebeneinander. “Also das kann gerne das neue Ritual nach den Konzerten werden.” Er griff nach ihrer Hand. “Das könnte leider schwierig werden.” seufzte Steffi. “Man Steff” maulte Wincent. “nun lass mir doch wenigstens kurz mal die Illusion.” “Sorry.” Steffi lehnte sich über ihn und gab ihm lächelnd einen zärtlichen Kuss. “Wir könnten natürlich schon mal ein bisschen vorarbeiten.” Das ließ Wincent sich nicht zweimal sagen und schon hatte er Steffi auf den Rücken gedreht und war für die nächste Runde bereit. Danach schliefen sie eng aneinander gekuschelt ein. Der nächste Morgen kam viel zu früh, aber für Wincent ging es heute weiter nach Düsseldorf und Steffi fuhr zurück nach Bremen. Aber in zwei Tagen würden sie sich schon wieder auf dem Konzert in Bremen sehen, und dann sogar eine ganze Woche lang. 

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt