Am nächsten Morgen wachten beide etwas zerknittert auf. Steffi quälte sich aus dem Bett, um zwei Aspirin Tabletten zu holen. Den Rest des Tages verbrachten die beiden auf dem Sofa und zogen sich einige Folgen Friends rein. Gegen Nachmittag nach einer frischen Dusche waren beide wieder fit. Um 18 Uhr klingelte Steffis Cousin, der über ihr wohnte. Sie nahmen ihn mit zu ihren Eltern. Langsam wurde Wincent ein bisschen nervös, als sie vor dem Elternhaus von Steffi parkten. Das legte sich aber schnell, als er von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater herzlich begrüßt wurde. "Hallo, schön dich wiederzusehen." "Danke, freut mich auch. Und danke für die Einladung." Die Begrüßung mit der restlichen Familie von Steffi lief auch sehr herzlich ab. Alle freuten sich, dass Steffi endlich mal wieder einen Mann mit nach Hause brachte. Steffis Tante war sehr neugierig und wollte alles über das Leben als Musiker wissen. Wincent beantwortete alle Fragen. Es war ihm nicht unangenehm, aber er hoffte, dass Steffis Familie seine Lebensumstände auch so akzeptieren würde. Er konnte aufgrund seines Jobs eben nicht an jeder Familienfeier teilnehmen, aber das war Steffi bewusst. “Und wollt ihr auch irgendwann zusammenziehen?” fragte Steffis Oma. Sie war immer sehr direkt und machte gerne Nägel mit Köpfen. “Mama!” ermahnte Steffis Mutter sie. Aber Wincent lachte nur. “Alles gut. Aktuell wird das etwas schwierig, da ich ja zur Zeit in München wohne und dort auch mein Album aufnehme. Aber irgendwann wird es mich schon wieder in den Norden ziehen.” Er legte Steffi seine Hand auf ihren Oberschenkel. Sie lächelte ihn an. Über diese Thema hatten sie noch nicht gesprochen, dafür waren sie noch gar nicht lange genug zusammen. Steffi lebte inzwischen 4 Jahre alleine und war auch ganz froh, ihre eigenen 4 Wände zu haben. Da musste sie sich schon sehr sicher sein, wenn sie mit jemandem zusammenzieht. Nach dem Essen half Steffi ihrer Mutter noch beim Abräumen und dem Abwasch in der Küche. Wincent hatte sich inzwischen mit Steffis Onkel in ein Gespräch über Fitness und Sport vertieft. “Und, was sagst du zu ihm?” Wollte Steffi neugierig wissen. Sie wusste, dass ihre Mama nur das Beste für sie wollte. Dazu gehörte auch eine sichere Zukunft mit einem festen Partner und einer eigenen Familie.
[2] Sie wusste, dass ihre Mama nur das Beste für sie wollte. Dazu gehörte auch eine sichere Zukunft mit einem festen Partner und einer eigenen Familie. Ob Wincent ihr das alles geben konnte, wusste Steffi jetzt noch nicht. Aber das war ihr selbst auch nicht wichtig. “Er ist sehr nett, er passt zu dir. Scheint auch ein kleiner Chaot zu sein. Hoffentlich wird das nicht zum Problem bei euch. Und das ständige Reisen, stört dich das nicht?” “Bisher stört es mich nicht. Ist natürlich nicht immer so einfach, aber ich fühle mich so wohl bei ihm. Und wir müssen ja erstmal rausfinden, wie wir unseren Weg am besten gestalten.” “Ich will ja nur, dass du nicht wieder verletzt wirst.” “Mach dir da keine Sorgen, Mama. ich glaube, dass er mit seinem Lebensstil und Job ganz gut in mein Leben passt. Du weißt, dass ich keinen Klammeraffen brauche, der jeden Abend auf dem Sofa auf mich wartet.” “Ja, das weiß ich. Aber ich hatte gehofft, dass du mal jemanden an deiner Seite hast, der dein chaotisches Leben ein bisschen eindämpft. Jetzt hast du ja jemanden, der dein Leben noch chaotischer macht.” Steffis Mama schaute dabei etwas besorgt. “Aber ich glaube, genau das brauche ich jetzt noch. Ich will das Leben genießen und viel erleben. Und das kann Wincent mir ermöglichen.” Mit diesen Worten verließ sie die Küche und setzte sich wieder zu den anderen. Steffis Oma nutzte die Chance, um in die Küche zu verschwinden, um mit Steffis Mutter zu sprechen. “Du siehst etwas besorgt aus.” Sie strich ihrer Tochter über den Arm. “Ach ich freue mich ja, das Steffi glücklich scheint. Aber sie hat auch echt ein Händchen für komplizierte Beziehungen. Ich habe Angst, dass sie sich mit der Herausforderung übernimmt.” “Sie ist ein starkes Mädchen, so wie alle Frauen in dieser Familie. Sie wird schon wissen, auf was sie sich da eingelassen hat. Und dieser Wincent ist doch wirklich ein ganz Toller. So höflich. Die beiden sind jung, sie werden ihren Weg schon finden.” Steffis Mutter seufzte. “Du hast ja Recht. Aber sie ist irgendwie immer noch mein kleines Mädchen.”
[3] Zwei Stunden später verabschiedeten sich alle voneinander und Steffi und Wincent fuhren wieder zurück in Steffis Wohnung. Auf dem Weg unterhielten sie sich über den Abend. Wincent hatte sich wohl gefühlt und mochte ihre Familie. Aber er hatte auch mitbekommen, dass besonders Steffis Mutter noch etwas skeptisch war, was ihre Beziehung anging. Und er konnte es ihr nicht verübeln. Sicher wünschte sie sich, dass Steffi auf jeden Fall in der Nähe wohnen blieb, am besten mit eigener Familie und eigenem Haus. Sie wurde nächstes Jahr 30, also auch ein Alter, wo man darüber langsam nachdenken sollte. Im Grunde wünschte er sich nichts mehr, als später auch so ein Leben zu führen. Aber gerade war einfach noch nicht abzusehen, wann es soweit sein würde. Und mit Steffi hatte er eh noch nicht über Zukunftspläne gesprochen, das wäre noch zu früh gewesen. Als sie im Bett lagen, grübelte er immer noch etwas darüber. Er konnte einer Frau einfach nicht das klassische Beziehungsleben bieten. Aber er wollte Steffi natürlich glücklich machen und hoffte, dass sie und auch ihre Familie sich mit ihrer Art von Beziehung zumindest arrangieren können. “Hey, was ist denn los? Du wirkst so nachdenklich.” Steffi strich ihm über den Kopf. “Ach eigentlich nichts.” “Wincent, ich sehe dir doch an, dass du über etwas nachdenkst. Hängt es mit meiner Familie zusammen?” “War es okay, dass ich gesagt habe, dass ich noch keinen Plan habe, wie meine oder unsere Wohnsituation mal sein wird?” “Ach Winnie” Steffi lächelte ihm aufmunternd an. “Du hast doch nur die Wahrheit gesagt. wir sind gerade mal 3 Wochen offiziell zusammen. Da brauchen wir ja wohl noch nicht über das Zusammenwohnen nachdenken.” Wincent entspannte sich ein wenig. “Natürlich wäre ich auch lieber öfter in deiner Nähe, aber bisher kriegen wir das doch gut hin.” Sie beugte sich zu ihm und gab ihm einen sanften Kuss. Wincent schloss sie fest in seine Arme. “Danke, dass du da echt so viel Verständnis hast.”
[4] Eingekuschelt schliefen die beiden ein. Am nächsten Morgen musste Wincent sich leider früh auf den Weg machen, die ersten Bandproben für die Tour standen an. In dieser Zeit würden sie sich leider erstmal nicht sehen, da beide viel um die Ohren hatten. Aber zum Tourstart am 15.06.2020 in Hamburg würden sie sich endlich wieder sehen. Ein paar Tage später ist dann das Konzert in Bremen und von da aus würde Steffi ihn eine Woche lang auf der Tour begleiten.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
