Kapitel 79

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“Anton, du solltest glaube ich mal deine Freundin von Steffis Freund lösen.” rief Micha den beiden zu. “Was?” beide sprangen auf und eilten zur Tanzfläche. Dort bot sich ihnen eine ziemlich unangenehme Szene. Wincent wollte Pia freundlich von sich wegstoßen, doch die fasste dieses als Abfuhr auf und stemmte die Arme in die Seite. Sie wankte kurz und rief dann so laut, dass es alle mitbekamen “Was soll das? Eben hast du mich doch auch noch angetanzt. Traust du dich nicht? Wenn deine Freundin mit meinem Freund Spaß haben kann, können wir das doch auch.” Sie deutete auf Steffi und Anton, die fassungslos daneben standen. Wincent schaute zu Steffi und Anton. Pia folgte seinem Blick. “Ja genau. Da läuft doch noch was, das sehe ich euch doch an.” “Pia, lass gut sein. Du machst dich doch völlig zum Affen hier.” wollte Anton sie von der Tanzfläche ziehen. Aber Pia wehrte sich. “Ich sehe doch, wie du sie ansiehst. Niemals würdest du mich so ansehen.” Dann fing sie an zu weinen und stapfte wütend davon. Alle Augen waren inzwischen auf Anton gerichtet. “Das tut mir Leid, ich... ach keine Ahnung was ich sagen soll. Sorry, Steffi.” Wincent schaute ihn irritiert an. War da etwas dran, was Pia eben gesagt hatte? Was wollte er noch sagen? Dann ergriff Steffi das Wort. “ Alles gut Anton, lass sie laufen und wir klären das in Ruhe.” “Ich brauche jetzt nen Schnaps.” sagte er und drehte sich zur Bar um. Wincent ging auf Steffi zu. “Stimmt da was von, was sie eben gesagt hat?” In seinen Augen war Fassungslosigkeit und Unsicherheit zu sehen. Steffi konnte aber noch nicht ganz einordnen, ob er Pia wirklich glaubte oder fassungslos über ihre Lüge war. “Nichts stimmt davon, glaub mir. Da ist nichts mehr.” “Ich weiß gerade nicht, was ich glauben soll.” sagte er und ging an Steffi vorbei aus der Wohnung und Richtung Straße. Er musste seine Gedanken kurz sortieren. Er wollte Steffi unbedingt glauben, aber er hatte ja auch selber gesehen, wie vertraut die beiden miteinander waren. Und warum sollte Pia sowas einfach behaupten? Der Alkohol sorgte natürlich auch noch dafür, dass alles etwas dramatischer war. 

[2] Steffi stand total benebelt noch da. Was war das denn gerade? Glaubte Wincent ihr etwa nicht? Micha nahm sie in den Arm. “Das renkt sich alles wieder ein. Wincent glaubt dir und vertraut dir.” Inzwischen waren zwei Mädels losgelaufen, um Pia zu suchen. Anton kam mit schuldigem Blick zu Steffi. “Das tut mir furchtbar leid. Ich konnte nicht ahnen, dass Pia so austickt. Sie wusste, dass du heute auch hier bist und hatte mir versichert, dass das für sie okay ist. Ich wollte nicht, dass du jetzt Stress mit deinem Freund hast, wegen mir. Lass mich das klären.” Dann lief er aus der Wohnung und runter zur Straße. Steffi wollte gerade hinterher, doch Micha hielt sie fest. “Lass die beiden das mal klären, ich glaube, das ist besser so.” “Und wenn es Stress gibt? Ich kenne beide ganz gut. Wenn es um ihre Ehre geht, können glaube ich beide sehr ungemütlich sein.” “Aber es ist doch nichts passiert. Die beiden wissen voneinander und du und Anton, ihr habt doch nichts gemacht. Wincent wird doch nicht Pia eher glauben als dir. Er hatte wahrscheinlich einfach kurz nen Flashback, wegen seiner Vergangenheit.” Amelie streichelte ihr über die Schulter. “So langsam gehen mir seine Probleme aus der Vergangenheit mit Yvonne echt auf den Sack. Wie soll ich ihm denn noch zeigen, dass ich nicht wie sie bin?” “Das weiß er, glaub mir. Aber gegen bestimmte Gefühle und Gedanken kann man einfach nichts machen, und es braucht einfach Zeit, bis da die letzten Wunden verheilt sind. Aber du hast schon einen Großteil dazu beigetragen. Es gab Zeiten, da wäre Wincent nicht einfach gegangen, da hätte Anton einfach direkt eine kassiert. Aber inzwischen hat er gelernt, seine Gefühle so unter Kontrolle zu bringen, indem er sich einfach aus der Situation flüchtet.” Steffi war so froh, dass Amelie in diesem Moment da war. Sie kannte Wincent inn- und auswendig und konnte die Situation wohl gut einschätzen. Und Anton wirkte wirklich besorgt und er hätte ja auch nichts davon, jetzt auf Wincent loszugehen. Sie hoffte einfach, dass die beiden gleich wiederkommen würden. Zum Glück hatten sich die meisten schon wieder abgewandt und die Party lief weiter. Nur Steffi war im Moment nicht nach Feiern und sie machte sich auf die Suche nach Alina. Sie war unruhig und brauchte jetzt etwas Ablenkung. Sonst würde sie gleich doch gucken, wo die beiden blieben.

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt