Kapitel 76

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Sie lagen noch eine Weile kuschelnd im Bett, als es plötzlich an der Tür klingelte. Wincent schreckte auf. “Oh, das könnte schon Marco sein.” beide hüpften aus dem Bett und gingen zur Tür. Vor Ihnen stand Marco. In der einen Hand hielt er eine Flasche Rum, in der anderen eine kleine Blume. “Hier, zum Einzug.” Er überreichte Steffi die Blume und drückte Wincent die Flasche in die Hand. “Ach wie süß, danke.” Steffi nahm die Blume freudestrahlend entgegen und nahm Marco in den Arm. Dann bekam er eine kleine Rundführung und dann machten sie sich auf den Weg zu der Bar, die Steffi vorhin gesehen hatte. Sie verbrachten den ganzen Abend dort und hatten sich viel zu erzählen. Wincent genoss es, endlich mal wieder in Ruhe mit seinem besten Kumpel zu quatschen. Und er wusste auch, dass er vor Steffi kein Blatt vor den Mund nehmen brauchte. “Was macht bei dir eigentlich die Liebe, sag mal?” wollte Wincent von ihm wissen. Marco lachte “Kaum bist du wieder frisch verliebt, interessiert es dich auch wieder, ja?” “Interessiert mich natürlich immer, aber gibts da gerade jemanden?” Marco druckste etwas rum. “Nun ja, Nina hatte letztens zum Treffen ihre Cousine mitgebracht. Wir haben uns ziemlich gut verstanden, und wenn ich das richtig verstanden habe, zieht sie demnächst nach Lübeck. Ich würde sie irgendwie schon gerne wiedersehen, aber ich weiß nicht, wie ich das anstellen soll. Sie ist nächste Woche auch dabei, wenn wir alle ins Kino wollen.” “Ja das ist doch perfekt, setz dich doch einfach neben sie und dann kannst du gaaaaanz langsam den Arm um sie legen.” lachte Wincent und streckte den Arm langsam symbolisch in die Luft. “Das glaubst du ja wohl selber nicht, dass Frauen darauf stehen. Ich glaube, das solltest du lieder lassen.” riet Steffi ihm schmunzelnd. “Wincent hat keine Ahnung.” “Ja woher denn auch? Bei dir hat ja schon ne Pizza und ein Strandkorb gereicht, um dich um den Finger zu wickeln.” lachte er. “Haha du bist doof.” Sie knuffte ihn in die Seite, gab ihm dann aber einen sanften Kuss. “Zum Glück hats geklappt.” hauchte sie ihm leise zu. Marco beobachtete die beiden. Wincent sah so glücklich aus, das freute ihn sehr. “Ihr seid schon zwei Turteltauben. Bei euch wirkt das alles so einfach.” “Glaub mir, das ist auch harte Arbeit mit diesem Chaoten hier.” “Das sagte die Richtige.” protestierte Wincent. 

[2] “Ihr seid schon zwei Turteltauben. Bei euch wirkt das alles so einfach.” “Glaub mir, das ist auch harte Arbeit mit diesem Chaoten hier.” “Das sagte die Richtige.” protestierte Wincent. “Okay, aber wie lösen wir jetzt Marcos Problem?” kam Steffi wieder zum ursprünglichen Problem zurück. “Du könntest ihr natürlich anbieten, ihr Lübeck oder die Umgebung zu zeigen. Aber warte vielleicht erstmal ab, wie sie nächste Woche auf dich reagiert. Wenn Frauen jemanden gut finden, dann zeigen sie das in der Regel auch.” “Oder du gehst halt im Kino direkt voll ran.” fiel Wincent ihr ins Wort. “Man Wince, nicht jede Frau wird gerne von nem Kerl direkt überfallen. Flirtexperte solltest du lieber nicht werden.” “Ich glaube auch, Steffis Plan klingt irgendwie realistischer. Mir fliegen die Frauen halt auch nicht so zu, wie dir.” stimmte auch Marco ihr zu. “Und letztendlich musste ich mich dann auch mit der Frau von der Tankstelle abgeben.” flötete Wincent gut gelaunt. “Sag mal, dir gehts auch echt zu gut, oder?” Steffi klopfte ihm leicht mit der Hand an seine Stirn. “Du bist so ein Quatschkopf.” Sie musste lachen und amüsierte sich köstlich über seine gute Laune. Die drei alberten noch eine ganze Weile rum und genossen den Abend. “Ich glaube, langsam sollten wir mal schlafen gehen. Morgen um 10 Uhr sollen die Möbel geliefert werden.” merkte Steffi irgendwann an und die beiden Jungs sahen ein, dass sie wohl Recht hatte. 

[3] Am nächsten Morgen wurden die Möbel pünktlich geliefert und nach ein paar Tassen Kaffee waren die Drei bereit zum aufbauen. Nach zwei Stunden waren Steffis Schreibtisch, Das Sofa, der Couchtisch und die Schränke und Regale im Wohnzimmer aufgebaut. “So langsam wird es” begutachtete Steffi stolz ihr Werk. Die restlichen Möbel würden im Laufe der Woche kommen und sowohl Kevin als auch Amelie hatten sich schon angeboten, mitzuhelfen. Als Kevin gegen Mittag kam, hockten er und Wincent sich in das Musikzimmer, um zu schauen, was sie dort noch an Equipment brauchten. Steffi und Marco machten sich auf den Weg in die Innenstadt, um noch ein paar weitere Besorgungen wie Fernseher, Staubsauger und andere Elektrogeräte zu holen. Steffi hatte Marco noch nicht häufig gesehen, aber sie mochte ihn sehr gerne und die beiden verstanden sich super. Nachdem sie alles ins Auto geladen hatten, gingen sie noch einen Kaffee trinken. “Ich bin echt froh, dass ihr immer noch den Kontakt haltet, obwohl Wincent so wenig hier ist.” “Naja, das war auch nicht immer leicht. Viele haben sich irgendwann abgewendet, ohne aber wirklich zu verstehen, was gerade in seinem Leben passiert. Wir haben uns schon als kleine Jungs geschworen, immer füreinander da zu sein. Und daran halten wir uns beide. Auch wenns manchmal schwierig ist. Man muss sich da durchboxen. Aber wem erzähle ich das.” “Nunja, wir sind ja noch nicht so lange zusammen.” “Aber ihr seid doch auch füreinander da. Wirklich Steffi, mein größten Respekt, dass ihr das so meistert. Gerade, nachdem Wincent aus so einer schweren Phase kam. Und glaub mir, wir sind auch alle froh, dass er jetzt wieder jemanden an seiner Seite hat, die ihn unterstützt und ihn vielleicht auch manchmal auf den Boden zurückholt. Er ist da ja doch immer sehr ehrgeizig.” “Ich hoffe, das kriege ich hin. Im Moment wirkt er so mega entspannt und gelassen.” “Da hast du Recht, er wirkt einfach glücklich. Ich glaube, dass ihm diese Wohnung hier unglaublich viel bedeutet, dass er endlich einen Platz hat, an dem er sich zuhause fühlen kann und wo er nicht alleine ist.” Marco strahlte sie an. Er war Steffi wirklich unfassbar dankbar, dass sie Wincent so nahm, wie er nunmal war und ihn unterstützte. Und er war froh, dass Wincent nochmal die Kurve gekriegt hatte. “Jetzt müssen wir nur noch dein Glück hinkriegen.” grinste Steffi ihn an. “Halt mich mal auf dem Laufenden, was da so passiert.” “Marco nickte ihr zu. “Danke, Steffi.” 

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt