Kapitel 94

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Den Morgen starteten die beiden ganz entspannt mit einem ausgiebigen Frühstück, nachdem Steffi mit ihrem Arzt gesprochen hatte und er sie noch für drei Tage krankgeschrieben hatte.  Nun überlegten sie, was sie abends zu ihrem Date machen wollen. “Was hälst du von Essen gehen und dann Kino? Ganz klassisch.” schlug Wincent vor. Steffi überlegte. “Grundsätzlich gerne, aber da werden wir sicher nicht alleine sein.” sagte sie skeptisch. Wincent seufzte. Das leidige Thema wieder. “Wenn wir danach gehen, können wir ja nur Dates zuhause machen. Das will ich aber nicht. Außerdem gibt es hier in Hamburg auch ein paar Restaurants, in denen eher die Prominenz anzutreffen ist. Da werden keine Fans rumlungern. Da habe ich bisher mit Johannes gute Erfahrungen gemacht. Und fürs Kino habe ich mir auch schon eine Strategie überlegt. Wir nehmen einfach eine der späten Vorstellungen und gehen erst rein, wenn die Werbung schon läuft. Dann ist es dunkel und die Leute schenken einem eh nicht mehr so viel Beachtung.” Er sah Steffis zweifelnden Blick. “Ich weiß, dass die Umstände nicht optimal sind, aber so können wir es wenigstens halbwegs normal gestalten. Also was meinst du? Ist es einen Versuch wert?” “Na gut, überredet.” Steffi grinste ihn an. Nach dem Frühstück machte sich Wincent an die Arbeit, er hatte noch ein paar Mails zu beantworten. Steffi räumte die Küche auf und legte sich dann mit einem Buch aufs Sofa. Gegen Mittag beschloss Wincent, eine Runde laufen zu gehen und Steffi wollte die Ruhe in der Wohnung nutzen, mal wieder ein bisschen am Klavier zu spielen. Das machte sie lieber, wenn sie alleine war und ihr keiner zuhörte.

[2] Sie war wohl so vertieft darin, dass sie gar nicht hörte, wie Wincent wieder nach Hause kam. Er hörte sie spielen und stellte sich in den Türrahmen, um sie ein wenig dabei zu beobachten. Er liebte es, sie spielen zu sehen, auch wenn er wusste, dass sie es nicht so gerne mochte. Sie hatte so viel mehr Talent, als sie immer zugab. Als sie ihn im Augenwinkel sah, hörte sie auf. “Was hast du da eben gespielt? Das klang gut.” Wincent ging auf sie zu. “Ach, ich hab einfach ein bisschen rumprobiert, nichts Besonderes.” “Kannst du das nochmal spielen?” “Nein Wincent, ich hab da wirklich nur ein bisschen Akkorde gespielt.” “Ja, aber die Harmonie war super. Bitte, ich hab da seit ein paar Tagen sowas im Kopf und irgendwie könnte das passen.” Steffi wusste, dass er nicht locker lassen würde und stimmte die Akkorde an, die sie eben im Kopf hatte. Wincent begann, eine Melodie dazu zu summen. Ohne das sie es wirklich bemerkten, verbrachten sie bald über eine Stunde damit, die Melodie in Wincents Kopf mit den Tönen und Ideen von Steffi zusammenzubringen. “Darf ich das mal aufnehmen und Kevin schicken?”  Er holte sein Handy raus und drückte auf Play. “Ich finde das nicht schlecht. Wir sollten das viel öfter machen.” “Aber jetzt sollten wir uns erstmal fertig machen.” Steffi stand auf und ging ins Badezimmer. “Muss man sich im Restaurant besonders anziehen?” rief sie aus dem Schlafzimmer. “ich glaube, da fragst du den Falschen.” lachte Wincent. “Du gehst da aber nicht in deinem schwarzen Standard Look hin.” ermahnte sie ihn. Er wollte ihr gerade widersprechen, merkte dann aber, dass sie vielleicht recht hatte. Für ein richtiges Date konnte es schon mal etwas schicker sein. Er kramte eine schwarze Jeans raus, schlüpfte in ein weißes Shirt und zog ein dunkles Jeanshemd drüber, welches er offen ließ. “Nimmst du mich so mit?” grinste er Steffi an, als sie aus der Dusche kam. “Ohja.” Sie ging auf ihn zu, nahm den Kragen des Hemdes in ihre Hände und zog ihn an sich ran, um ihm einen Kuss zu geben. “Und du bleibst einfach so?” er legte seine Hände auf ihren Po und ließ sie langsam unter das Handtuch wandern. “Das hättest du wohl gerne.” lachte sie und stieß ihn weg. "Ich gucke mal, was mein Kleiderschrank noch so hergibt." Wenig später war auch sie in eine helle Jeans und einen dunkelgrünen leichten Pulli geschlüpft und angelte sich ein Paar hellbraune Boots aus dem Schrank. “Wow, so viel Farbe habe ich auch selten an dir gesehen. Steht dir.” “Habe ich tatsächlich auch erst in den letzten Tagen beim Online Shopping bestellt.” Dann zogen sie sich ihre Jacken an und machten sich auf den Weg.

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt