An Wincents Geburtstag mussten beide arbeiten und waren dann den Tag darauf mit seiner Mum, Shayenne und Jonas in Lübeck essen. Der Abend war nett und entspannt und Wincent freute sich auch, seine Liebsten um sich zu haben, aber auf mehr hatten beide keine Lust. Es war für beide eine extrem stressige Zeit und das spiegelte sich auch in ihrer Beziehung wieder. Wenn sie sich abends mal sahen, lagen sie meistens kaputt auf dem Sofa und hatten kaum Lust, sich über den stressigen Tag zu unterhalten. Da mindestens einer der beiden immer auf dem Sofa einschlief, lief auch im Bett nichts mehr zwischen ihnen. “Was ist eigentlich mit uns los?” fragte Wincent, als sie Abends mal wieder nach einem gescheiterten Versuch im Bett lagen. “So kenne ich uns nicht. Das kann doch jetzt nicht schon der Alltag sein, der uns überrannt hat, oder? Wir haben dieses Jahr noch gar nicht miteinander geschlafen. Und das Jahr ist schon 4 Wochen alt...”
[2] “Ich weiß es nicht. Im Moment ist es einfach so viel. Und ich glaube, dass ich da leider nen großen Anteil daran habe. Ich bin einfach so gefrustet gerade, auf der Arbeit läuft alles schief und wir sind alle am schwimmen. Alle sind unzufrieden.” “Aber so kann das doch nicht weitergehen. Dann müsst ihr mal mit eurem Chef reden.” Wincent schaute sie besorgt an. “Das ist leider nicht so einfach, ihm sind teilweise auch die Hände gebunden.” “Ich mache mir aber Sorgen um dich, Steffi. Du weißt, wo das hinführen kann und ich habe keine Lust, dich nochmal wieder so sehen zu müssen. Dir macht der Job ja nicht mal mehr Spaß, oder?” Damit hatte Wincent einen wunden Punkt getroffen. “Nein, absolut nicht. ich quäle mich morgens eher aus dem Bett. Aber ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.” Wincent gab ihr einen sanften Kuss. “Das weiß ich leider auch nicht, aber ich weiß, dass ich ganz schnell meine alte Steffi wiederhaben möchte. Klappt das mit Berlin denn jetzt eigentlich?” “Ich hoffe. Ich habe morgen nochmal ein Gespräch mit meinem Chef, da wollen wir über die Urlaubsplanung sprechen.” “Okay, dann drücke ich dir mal die Daumen. Die Auszeit kannst du gut gebrauchen.” Steffi blieb noch lange wach und grübelte über seine Worte. Er hatte es auf den Punkt getroffen, ihr machte die Arbeit keinen Spaß mehr. Und das machte es für sie alles noch schwerer. Wincent hatte auch viel Stress in seinem Job, aber er liebte, was er machte und nahm den Stress dafür gerne in Kauf. Wenn es bei Steffi so wäre, würde sie damit auch deutlich besser umgehen können. Sie war sich aber total unsicher darüber, was sie eigentlich wollte. Ihr fehlte einfach die Leidenschaft in Ihrem Beruf. Und aktuell auch die Leidenschaft im Bett. Und das war noch fast viel schlimmer.
[3] Am nächsten Morgen kam sie mit müden Augen ins Büro und wurde auch direkt von mehreren Kollegen angesprochen. Nachher stand das Gespräch mit ihrem Chef an und davor hatte sie echt Angst. Sie wusste nicht, was sie ihm sagen sollte und befürchtete, dass er ihren Urlaub für Berlin wieder streichen würde. “Steffi? kann ich mal kurz stören?” Ihre Kollegin betrat ihr Büro und schloss hinter sich die Tür. Sie setzte sich zu Steffi auf den Schreibtisch. “Ist alles okay bei dir? Du wirkst richtig kaputt.” Steffi holte tief Luft. Vielleicht war jetzt der Punkt gekommen, um das auch mal zuzugeben. “Ja, ich fühle mich auch echt k.o. Ich weiß nicht, wie ich das hier alles schaffen soll.” “Das kann ich verstehen.” sagte ihre Kollegin mitfühlend. “Mir gehts auch so. Allem muss man gerecht werden und wir schaffen einfach nichts mehr. Ich kann das nicht verstehen, warum das keiner merkt. Am Ende braucht sich keiner wundern, dass alle nacheinander weggehen. Ich habe mich auch schonmal umgeschaut, nach was anderem. Du auch?” Steffi zuckte mit den Schultern. “ich weiß nicht wirklich, was ich sonst machen könnte oder machen will. Aber mit dem Gedanken, mich umzuschauen, habe ich auch schon gespielt. Aber erstmal hoffe ich, dass mein Urlaub gleich nicht gestrichen wird.” “Das können sie nicht machen.” Ihre Kollegin wurde etwas lauter. “Lass dir das bloß nicht gefallen. Bleib hart und sag ihnen, dass du diesen Urlaub wirklich brauchst.” Das Gespräch mit ihrer Kollegin tat Steffi wirklich gut und sie hatte daraus neue Energie geschöpft. Sie hatte Recht, es war ihr verdienter Urlaub und sie brauchte diese Zeit mit Wincent. Sie wollte nicht, dass die beiden jetzt schon nebeneinander her lebten. Mit diesem Gedanken machte sie sich auf den Weg zu ihrem Chef. “Steffi, schön dass du da bist. Hör zu, du weißt ja, dass hier aktuell viel los ist, und ihr alle sehr überlastet seid. Deswegen wollte ich gerne mit dir über deinen geplanten Urlaub sprechen.” Steffi holte tief Luft.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
