Die Fahrt nutzten die beiden, um nochmal ganz in Ruhe über die vergangenen Wochen zu sprechen. “Im Nachhinein komme ich mir auch so bescheuert vor, was das in mir ausgelöst hat. Was diese Worte von Yvonne ausgelöst haben haben. Ich kann das auch noch gar nicht begreifen, was das mit mir gemacht hat.” “Naja sie hat dich damals schon sehr verletzt, oder zumindest die Situation, in der du warst.” “Ja, aber ich hätte dich da nicht mit reinziehen dürfen.” “Ach Winnie, mach dir da nicht so nen Kopf.” “Doch, mache ich aber. Meine Therapeutin hat auch gesagt, dass es wichtig ist, dir das zu sagen, damit mir eben auch bewusst wird, dass ich mit dem Verhalten andere Menschen verletzt habe. Ich hab dadurch ja auch gelernt, dass ich nicht immer nur an mich denken kann sondern dass mein Handeln auch Konsequenzen hat. Ich hätte fast ein Konzert abbrechen müssen. Hätte ich vorher mit dir oder Amelie oder wem auch immer über die Situation gesprochen, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen. Aber das habe ich wirklich gelernt.” Steffi legte ihm eine Hand auf den Oberschenkel. “Und da bin ich auch mächtig stolz auf dich. Und ich hoffe, ich konnte dir jetzt deutlich zeigen, dass ich dich nicht einfach fallen lasse und versuche, dich so gut es geht, zu unterstützen.” “Das tust du, du weißt gar nicht wie sehr du mich unterstützt. Ohne dich hätte ich das hier jetzt mit dem Urlaub wahrscheinlich nicht gemacht. Ich hoffe nur, ich kann dir das irgendwie auch zurückgeben.” “Naja, du zahlst den Urlaub, hab ich gehört?” lachte Steffi ironisch. “Man Steffi!” musste jetzt auch Wincent lachen. Sie konnte es einfach nicht lassen, immer mal wieder ihren Sarkasmus durchblicken zu lassen. Aber sie hatte auch ein Talent dazu, es immer an den passenden Stellen anzubringen. Das lockerte jedes Gespräch auf und das liebte er so an ihr. Er konnte mit ihr genauso gut lachen, wie ernste Gespräche führen. SIe holte ihn immer auf den Boden der Tatsachen zurück und sah viele Dinge so positiv. Im Grunde wie er selber auch und er merkte, dass ihm diese Art unglaublich gut tat. “Ich freue mich auf die Zeit mit dir, ich glaube wir werden richtig viel Spaß haben.”
[2] Nach 12 Stunden Fahrt waren sie endlich am Bodensee angekommen, wo sie ihren ersten Stop machen wollten. Es gab hier einen kleinen Stellplatz, wo man den Bus direkt an den See stellen konnte. “Wow, das ist richtig schön.” Steffis Augen leuchteten. “Das wird abends bestimmt richtig romantisch.” Wincent griff ihre Hand. “Na vielleicht entdecken wir da ja noch unsere romantische Ader.” “Ey komm, wir haben uns gegenseitig ein Lied gesungen, ich finde wir sind heftig romantisch.” “Da hast du Recht. Und das hier wird jetzt auch richtig romantisch.” Er zog sie in ihre Arme und gab ihr einen sanften Kuss. Als er sich von ihr löste, musste er gähnen. “Wow, so langweilig?” lachte Steffi. “Vielleicht sollten wir uns jetzt erstmal ganz romantisch hinlegen, um uns von der Fahrt zu erholen.” Es war gerade Mittagszeit, aber ein paar Stunden schlaf konnten ja nicht schaden, damit sie den Abend noch genießen konnten. Wincent baute das Dach, in dem sie schliefen, auf und kurze Zeit später lagen sie völlig erschöpft nebeneinander und schliefen bis zum späten Nachmittag. Die nächsten 3 Tage verbrachten sie am Bodensee hauptsächlich mit relaxen. Wincent merkte, dass er doch ein paar Tage brauchte, um wirklich runterzukommen. Sie bewegten sich kaum von ihrem kleinen Platz am See weg, lagen faul in der Sonne rum, bis Wincent den Grill anschmiss und gönnten sich dann noch das ein oder andere Dosenbier. “Ich wusste nicht, dass Pärchenurlaub so entspannt sein kann.” lachte Wincent. “Bisher kannte ich nur Cluburlaub und Gehetze von einem Ausflug zum nächsten. Und Shopping.” Er verdrehte die Augen. “Keine Sorge, auf große Shoppingtouren kann ich gerne verzichten.” lachte Steffi. “Was hältst du eigentlich von einem Kletterkurs? In Schweiz ist in der Nähe von unserem Campingplatz ein Klettergarten. Da hätte ich mal richtig Lust zu. Mein Stiefpapa schwärmt davon immer.” “Klar, warum nicht? Das habe ich tatsächlich auch noch nicht gemacht. Aber das müssten wir dann am ersten Tag machen. Für den zweiten habe ich noch eine Überraschung geplant.” Steffi schaute ihn fragend an. “Also falls du es noch nicht weißt, ich hasse Überraschungen.” funkelte sie ihn an. “Das ist mir egal, da musst du jetzt durch.” flötete er gut gelaunt vor sich hin. “Du bist fies.” sie boxte ihm in die Seite. “Hey, so nicht.” lachte Wincent und stürzte sich auf Steffi, um sie zu kitzeln. Steffi versuchte sich zu wehren, was ihr leider nicht wirklich gelang. “Wincent, hör auf!” rief sie, musste dabei aber so lachen, dass er sie überhaupt nicht ernst nehmen konnte. Irgendwie schaffte sie es, sich aus seinen Fängen zu befreien und rannte los. Wincent sprang auf und lief ihr hinterher.
[3] Steffi lief zu dem kleinen Strandabschnitt, der an ihren Platz angrenzte, und weiter Richtung See. Wincent kam ihr immer näher und kurz vorm Wasser holte er sie ein. Ohne Probleme packte er sie und rannte mit ihr auf dem Arm ins Wasser, bis es tief genug war, dass er sie fallen lassen konnte. Steffi tauchte unter und kam prustend wieder über Wasser. Eigentlich mochte sie Wasser nicht so gerne und schon gar nicht, wenn sie unter Wasser war. Aber sie konnte ihm natürlich auch nicht böse sein. Sie alberten noch ein bisschen im Wasser rum und zogen damit einige Blicke der anderen Besucher am Strand auf sich. “Die sind alle nur neidisch, weil sie nicht so viel Spaß haben.” lachte Wincent. Und nicht so einen attraktiven Freund haben, dachte Steffi und begutachtete dabei ihren Freund. Inzwischen hatte er sein Shirt ausgezogen, was durch die AKtion natürlich komplett durchnässt war. Genau wie Steffis Klamotten. Aber das war inzwischen auch egal. Abends wurde nochmal der Grill angeheizt und dann gingen sie relativ früh schlafen. Am nächsten Tag wollten sie früh nach Rom weiterfahren. Dort machten sie ein bisschen Sightseeing und genossen es, unerkannt durch die Straßen zu laufen und sich entspannt ins Restaurant zu setzen.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
Hayran KurguTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
