“Na da seid ihr ja endlich!” rief Shay, rannte auf die beiden zu und umarmte ihren Bruder. “Hey ihr zwei. Das ist Steffi. Steffi, das sind meine Schwester Shayenne und meine Mum, Angela.” “Hi, freut mich, euch kennenzulernen. Wincent hat schon viel von euch erzählt”. entgegnete Steffi den beiden. “Na hoffentlich nur Gutes. dann lasst uns mal reingehen, Monika wartet schon mit ihren Kreationen auf uns.” Sie gingen in das kleine, vintage eingerichtete Café und setzten sich an einen Tisch am Fenster. Da kam auch schon Monika mit den Kuchentellern. “Und ihr müsst wirklich ehrlich sein. Ich will morgen eröffnen und da muss ich den Leuten hier natürlich etwas bieten.” Dann begannen alle zu essen. “ Mum, so einen Kuchen wollte ich letztens doch auch backen, weißt du noch? Aber das hat alles überhaupt nicht hingehauen.” “Ohja” lachte Angela. Und zu Wincent und Steffi gewandt sagte sie: “Ihr hättet sie erleben müssen. Sie war so verbissen, das alles klappt und am Ende hing überall Buttercreme, nur nicht auf dem Kuchen” “Dann mach es doch lieber so wie ich, Shay. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man es lassen oder andere machen lassen.” witzelte Wincent. “Haha, du bist doof. Ich bin aber nicht so wie du. Aber diese blöde Creme wollte einfach nicht, die sah richtig grizzelig aus. Keine Ahnung, warum.” Shay zuckte mit den Schultern. Steffi schaltete sich ein “Wahrscheinlich hatte die Butter nicht die richtige Temperatur. Das passiert mir ständig.” “Ach echt?” Shay sah sie interessiert an. “Das musst du mir mal genauer erklären. Backst du auch so gerne?” Und damit hatten die beiden ein Thema gefunden, über welches sie lange und breit fachsimpeln konnten. Angela nutzte die Chance, um allein mit Wincent zu sprechen. “Wie geht es dir? du siehst glücklich aus. Das freut mich sehr zu sehen.” “Bei mir ist alles bestens. Ich bin so glücklich, dass ich diese Tour spielen durfte. Aber ich genieße jetzt auch gerade die Zeit hier, mit euch und mit meinen Freunden.” “Und mit ihr?” Angela warf einen kurzen Blick zu Steffi. “Auch” sagte Wincent verlegen. Warum wussten Mütter eigentlich immer sofort Bescheid?
[2] “Mum, kann Steffi morgen nachmittag zu uns kommen? Sie würde mir bei dem Kuchen helfen, den ich für mein Praktikum am Montag machen wollte.” “ Na klar, warum denn nicht? Also wenn das bei dir passt, Steffi? Oder wolltest du schon eher nach Hause fahren?” fragte sie Angela. “Da habe ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht. Ich helfe natürlich sehr gerne.” Steffi lächelte Shay an. “ Oh wie cool, danke! Winnie hätte sowas nie mit mir gemacht. Aber der kann das ja eh nicht.” “Hey! nicht so frech, kleine Schwester”. “Davon mal abgesehen, dass ich dabei auch große Angst um meine Küche gehabt hätte” warf Angela ein. Steffi musste lachen. “Das ist ja schön, wie ihr euch hier gegen mich verbündet.” “Ach quatsch, du darfst gerne zuschauen, und vielleicht kriegst du auch schon vorher ein Stück zum probieren.” besänftigte Shay ihn. Steffi beobachtete die beiden und fand es so schön, wie die beiden miteinander umgingen. Sie selber hatte leider keine Geschwister und konnte deswegen diese Geschwisterliebe auch leider nicht nachvollziehen. Aber es musste etwas ganz tolles sein. Genau diesen Eindruck vermittelten die beiden ihr an diesem Nachmittag. Auch seine Mutter war total herzlich. Die vier quatschten dann noch noch über Shays Praktikum und Angela berichtete vom neuen Gartenprojekt der Großeltern. Dabei beobachtete Angela Steffi und Wincent ein bisschen genauer. Sie war sich sicher, dass Steffi diejenige war, von der ihr Amelie erzählt hatte. So wie sie sich anschauten. Es war Balsam für ihre Seele, ihren Sohn so glücklich zu sehen. Steffi würde gut zu ihm passen. Sie war eine selbstbewusste und unabhängige Frau, die wusste, was sie wollte. So ziemlich das Gegenteil von dem, Was Wincent früher angeschleppt hatte, kurz nachdem er sich von Yvonne getrennt hatte. SIe wünschte sich, dass er das auch bemerkt hatte. Die Idee von Shay kam da natürlich sehr gelegen. So hatte sie noch ein bisschen mehr Zeit, mehr über Steffi zu erfahren und vielleicht auch rauszubekommen, wie Wincent zu ihr stand. Die beiden wirkten schon sehr vertraut miteinander. Aber sie wollte sich natürlich auch nicht zu sehr einmischen. Wincent war schließlich auch alt genug.
[3] Nach zwei Stunden und diversen Kuchenstücken später verabschiedeten Wincent und Steffi sich, um vom Café aus weiter zu Marco zu gehen, der ganz in der Nähe wohnte. “Wie viele Leute sind denn heute abend ca. da? Auf was muss ich mich gefasst machen?” fragte Steffi. So langsam wurde sie doch ein bisschen nervös, heute noch weitere Leute aus Wincents Leben kennenzulernen. “Ach mach dir keine Sorgen. Ich glaube, wir sind 6 oder 7 Personen. Du wirst sie mögen. Und da sind wir auch schon.” Wincent klingelte und einen Augenblick später öffnete Marco die Tür. Die beiden begrüßten sich mit einem Handschlag, dann trat Marco auf Steffi zu. “Du musst Steffi sein. Schön, dass du mitgekommen bist.” begrüßte er sie mit einer herzlichen Umarmung. “Kommt rein. Der Rest müsste in ner Stunde da sein.” Sie gingen ins Wohnzimmer und Marco verschwand in der Küche. Steffi schaute sich um. Die Wohnung war sehr stilvoll eingerichtet. Aber man merkte auch, dass hier bis vor kurzem noch eine Frau gewohnt hatte. Steffi war froh, dass sie die ersten waren und sie erstmal ein wenig Zeit hatte, Marco kennenzulernen und sich an die Umgebung zu gewöhnen. Aber das ging sehr schnell, sie fühlte sich direkt wohl. Und Wincent neben ihr gab ihr ein sicheres Gefühl. Marco kam mit drei Flaschen Bier aus der Küche und setzte sich zu den beiden. Dann fingen sie an, über die Tour von Wincent zu sprechen, und was in der Zwischenzeit in Eutin alles passiert war. Nur von seiner Trennung erwähnte Marco kein Wort. Das wollte er wahrscheinlich doch lieber mit Wincent alleine besprechen. Einige Zeit später kamen auch die restlichen Freunde eingetrudelt und es dauerte nicht lange, bis eine ausgelassene Stimmung herrschte. Steffi verstand sich mit allen gut und hatte nach kurzer Zeit das Gefühl, alle schon länger zu kennen. Besonders mit Nina und Lukas hatte sie sofort eine gute Verbindung. Wincent beobachtete Steffi und war sehr erleichtert, dass sie mit seinen Freundn zu gut klarzukommen schien. Sie wirkte sehr entspannt und lachte gerade herzlich über einen der blöden Witze von Lukas. Er war auch seinen Freunden sehr dankbar, dass sie es neuen Leuten in der Clique so leicht machten, Anschluss zu finden. Als das nächste Lied abgespielt wurde, rief Nina laut auf. “Ey Lukas, bei dem Lied muss ich immer an deine Jive-Tanzeinlage von Stefans und Marias Hochzeit denken.” SIe drehte sich zu Steffi um. “Das hättest du sehen müssen, wie er da mit Stefans Mutter über das Parkett gefegt ist. Hat nur noch die Hebefigur gefehlt.” “Alles klar, wer ist dabei?” Lukas sprang auf und begann, im Takt zu schnipsen. Dann hielt er auffordernd seine Hand in Richtung zu Nina und Steffi. Nina schüttelte lachend den Kopf. Dann schaute Lukas Steffi erwartungsvoll an. Steffi zögerte eine Sekunde und ergriff dann seine Hand. Sie liebte Tanzen und besonders Jive. Und dank des Alkohols wurde ihre Hemmschwelle auch geringer. Und dann legten sie los. Alle anderen beobachteten die beiden erstaunt, denn das sah wirklich gut aus. Marco pfiff laut und rief in Richtung Küche “Wince, du verpasst hier den Show-Act.” Wincent kam mit zwei neuen Flaschen Bier aus der Küche und musst erstmal sortieren, was er da im Wohnzimmer sah. Tanzen konnte sie also auch noch. Und das tatsächlich ziemlich gut. Wincents Herz machte einen kleinen Hüpfer. Sie sah schon verdammt heiß gerade aus, wie sie sich zum Takt der Musik bewegte. Marco hatte seine Blicke bemerkt, stellte sich neben ihn und griff nach der zweiten Flasche Bier in Wincents Hand. “Soso, eigentlich nur eine Freundin, ja?” er grinste Wincent an und an seinem Blick erkannt er sofort, dass er mit seiner Vermutung richtig lag. “Du magst sie, oder?” “Sie hat so eine tolle Art und gibt mir das Gefühl, dass ich einfach Ich sein kann bei ihr. Sie sieht in mir den Wincent, der hier heute abend mit euch wahrscheinlich 1-2 Biere zu viel trinkt und morgen mit seiner Schwester einen Kuchen backen muss. Nicht den Wincent, der durch große Hallen und fremde Hotels tourt. Ich weiß noch nicht, wohin das führt, aber ich würde es gerne herausfinden.” Wincent klang sehr ernst dabei und Marco spürte, dass er wirklich ernste Absichten hatte. Er freute sich für seinen besten Freund, der wirklich glücklich wirkte. “Bro, sie tut dir gut. Das merkt man. Verbock es nicht.” Er klopfte ihm auf die Schulter und setzte sich wieder zu den anderen aufs Sofa.Marco hatte Recht, Steffi tat ihm wirklich gut
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanficTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
