Tatsächlich ging Wincents und Kevins Zeitplan mal gut auf und so waren sie am nächsten Tag sogar schon etwas weiter, als eigentlich gedacht. "Na dann hau ab, hast jetzt erstmal frei." klopfte Kevin ihm auf die Schultern. "Und hol dir den Sieg mit den kleinen Knirpsen." Wincent verabschiedete sich von seinem Produzenten und den Songwritern und machte sich auf den Weg nach Hamburg. Warum mussten diese beiden Städte nur so verdammt weit auseinander liegen? Er konnte es gar nicht abwarten, Steffi nach einer Woche endlich wieder in den Arm zu nehmen und zu gucken, wie es ihr wirklich ging. Als er Abends endlich angekommen war, kam ihm Luisa im Treppenhaus entgegen. Er grüßte sie freundlich, aber sie schlich sich wortlos an ihm vorbei und rannte die Treppe runter. Irritiert schaute er ihr hinterher, dachte sich aber nichts weiter dabei. Wahrscheinlich war sie noch fertig wegen ihres Liebeskummers. Als er die Wohnungstür aufschloss, hörte er, wie der Fernseher lief. Steffi war also hoffentlich noch wach. "Aaaaaaah Steffi!!! Bitte, du musst ganz schnell kommen! Hilfe!" Schrie er in die Wohnung rein und es dauerte keine 5 Sekunden, bis Steffi im Flur auftauchte. "Wincent? Was ist passiert? Warum schreist du so?" "Ich brauche ganz schnell einen Kuss, sonst sterbe ich vor Einsamkeit." Er breitete die Arme aus und ging auf sie zu. "Man ey, du bist so ein Quatschkopf." dann ließ sie sich von ihm vorsichtig in die Arme schließen und gab ihm den gewünschten Kuss. "Schön, wieder zuhause zu sein. Wie gehts deinen Rippen?" fragte er, als er seinen Rucksack ins Schlafzimmer schmiss und Steffi dann ins Wohnzimmer folgte. "Es wird immer besser. Nehme jetzt auch weniger Schmerzmittel." "Sehr schön. Ich habe übrigens Luisa eben getroffen, die ist ja völlig von der Rolle. Hat mir gar nicht Hallo gesagt." "Mh." Steffi zuckte mit den Achseln. Sie wollte jetzt nicht mit Wincent darüber sprechen. "Hast du nochmal mit ihr geredet? Sie muss da ja nicht alleine durch, wir sind doch da." "Vielleicht ist es besser, wenn sie das erstmal mit sich alleine ausmacht. " entgegnete Steffi ihm und setzte sich wieder aufs Sofa. Wincent schaute sie genauer an. "Was ist?" fragte Steffi ihn. "Irgendwie habe ich das Gefühl, da ist noch mehr. Wenn du nicht mit mir reden willst, ist das aber okay." Er ließ sich neben sie aufs Sofa fallen und zog sie in seinen Arm. Steffi seufzte. Sie konnte ihm ja doch nichts vormachen. Und eigentlich wollte sie es ihm ja auch erzählen, da nichts zwischen Ihnen stehen sollte. "Na gut." Sie rückte von ihm ab und erzählte von dem Abend mit Luisa. "...und dann hat sie mich plötzlich geküsst." Steffi schaute Wincent unsicher an. Sie hatte etwas Angst vor seiner Reaktion. "Und?" war allerdings das einzige, was er dazu fragte. "Wie, und?" Steffi war irritiert. "Naja, wie war es?" dabei konnte er sich ein leichtes Grinsen nicht entgehen lassen. "Das willst du wissen? Ich erzähle dir, dass mich eine andere Person geküsst hat und du willst wissen, wie es war? Wie soll ich das denn jetzt deuten?" "Naja der Gedanke, du mit ner anderen Frau...das macht mich irgendwie...heiß." "Wincent!" Steffi schnappte sich ein Kissen und drückte es ihm an die Schulter. "Du bist unmöglich. Aber mal Ernsthaft. Wenn es Jakob gewesen wäre, hättest du es sicher nicht so witzig gefunden. Außerdem hat Luisa mir gesagt, dass sie Gefühle für mich hat. Sie steht auf Frauen. Wie soll ich denn damit jetzt umgehen?" "Sorry." murmelte Wincent und schaute Steffi dann ernst an. "Also erstmal hoffe ich, dass es dir nicht sonderlich gefallen hat. Für eure Freundschaft ist das aber vermutlich nicht so toll." "Na du bist mir ja eine super Hilfe." lachte Steffi. "Natürlich ist das nicht toll. Ich will sie nicht verletzen, aber das tue ich ja scheinbar schon, wenn ich hier mit dir zusammen wohne." Steffi zuckte mit den Achseln. "Letztendlich muss sie doch entscheiden, wie sie damit umgehen möchte, oder? Lass ihr einfach Zeit und verhalte dich normal. Mehr kannst du wahrscheinlich gerade nicht tun." Na da hatte es der Herr ja doch noch zu einem vernünftigen Rat geschafft. Und etwas anderes würde Steffi wohl auch nicht übrig bleiben. "Du hast ja Recht. Dann lass uns das Thema jetzt abhacken, okay? Ich bin müde und morgen müssen wir ja schon wieder für Berlin packen. Kannst du mir dabei helfen?" "Aber klar. Schaffst du das denn alles? Die Termine jetzt können echt nochmal anstrengend werden." Wincent schaute sie besorgt an. "Ja, das schaffe ich. Und wenn es mir zu viel wird, kann ich doch immer noch zurück ins Hotel gehen und dort auf dich warten. Mach dir keine Sorgen. Hauptsache, ich kann so viel wie möglich bei dir sein." So anhänglich kannte Steffi sich selber gar nicht, aber sie merkte gerade, wie gut ihr Wincent und die Ablenkung einfach tat. Wenn er erstmal wieder auf Tour war, würden sie sich wieder deutlich weniger sehen, also wollte sie die Zeit mit ihm jetzt auch nutzen, gerade wo sie auch konnte. Wenn sie aus Berlin zurück kommen, müsste sie leider auch wieder zur Arbeit. Sie wollte aber noch gar nicht daran denken, was sie dort alles erwarten würde.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
