Kapitel 92

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Als Steffi am nächsten Morgen wach wurde, schlief Wincent neben ihr noch wie ein Stein. So schnell würde sie ihn wohl auch nicht wach kriegen und versuchte es auch gar nicht erst. Als sie aus dem Schlafzimmer ging, hörte sie, dass die Mädels auch schon wach waren. Sie öffnete die Tür vom Gästezimmer. “Morgeeeen. Kaffee?” Das ließen die drei sich nicht zweimal sagen und folgten ihr in die Küche. “Na dein Schatzi kam ja gestern auch ziemlich spät nach Hause, oder?” grinste Doro. “Jo, und so schnell wird er wohl auch heute nicht wach werden.” schmunzelte sie.  Nach dem Kaffee verabschiedeten sich die drei und Steffi räumte die Gläser von ihrem Abend gestern weg. Dann lümmelte sie sich aufs Sofa und schaute ihre Serie weiter, bis sich irgendwann die Schlafzimmertür öffnete und ein zerknautschter Wincent ins Wohnzimmer geschlurft kam. “Na, wieder unter den Lebenden?” “Mh, noch nicht so ganz.” Er fasste sich mit einer Hand an den Kopf. “Auf dem Küchentresen steht ein Glas Wasser und ne Aspirin.” Steffi deutete zur Küche. “Danke. war ich doll nervig gestern Nacht?” fragte er leicht beschämt. “Ach alles gut, du warst schon etwas süß. Aber auch ein bisschen nervig.” “Ohman, sorry. Aber eigentlich ist es auch Johannes Schuld.” “Jaaaa ist klar, du Spinner.” Wincent schnappte sich die Tablette und spülte sie mit dem Wasser runter. Dann kam er zu Steffi aufs Sofa. “Auf jeden Fall brauche ich heute gaaaanz viel Kuschelzeit.” Er legte sich mit seinem Kopf auf ihren Oberschenkel und stupste mit seinem Kopf gegen ihre Hand. “Und Streicheleinheiten.” Steffi fuhr ihm langsam mit der Hand durch die Haare und begann, seinen Kopf zu massieren. “Kriegst du heute. Wenn du Hunger hast, sag Bescheid, dann gibts Katerfrühstück. Heute kümmere ich mich dann mal um dich. Und morgen auch.” “das heißt, du bleibst Montag noch hier?” fragte Wincent sie. “Ja, die Mädels meinten auch, dass ich mir noch ein bisschen Zeit geben sollte. Und ihr habt ja alle Recht. ich nehme mir jetzt die Zeit. Rufe morgen früh beim Arzt an.” “Das freut mich. Ich werde bestimmt auch morgen noch leiden.” seufzte er. “Ach du Armer.” lachte Steffi. “Aber ein bisschen Hunger bekomme ich so langsam doch.”

[2] “Na dann will ich dich nicht verhungern lassen, mein Schatz.” lachte sie und stand auf. “Hab ich dich gestern wieder so genannt? Sorry mein Mäusezähnchen.” grinste er sie frech vom Sofa an. “Gleich kannst du dir dein Frühstück alleine machen.” “Neeein, bitte nicht, guck doch wie schlecht es mir geht.” sagte Wincent im übertrieben leidenden Ton.  Während Steffi sich in der Küche an die Arbeit machte, sprang Wincent kurz unter die Dusche. Das tat schonmal gut. Als er zurück ins Wohnzimmer ging, stieg ihm schon ein leckerer Geruch in die Nase. “Das riecht aber gut, was machst du da denn alles?” Er ging um den Küchentresen rum zu Steffi und schaute ihr über die Schulter. Steffi war gerade dabei, Speck in der Pfanne anzubraten. Daneben stand eine Schale mit Rührei. “Du kannst schon mal zwei Toasts in den Toaster schieben. Ich bin hier gleich fertig.” “Mega.” Wincent rieb sich die Hände. Steffi holte zwei Teller, verteilte darauf das Rührei und den Speck und stellte sie auf den Küchentisch, an dem Wincent schon mit einer Tasse Kaffee Platz genommen hatte. “Genau das brauche ich jetzt auch.” Er zückte sein Handy und machte eine kurze Insta Story. Den Rest des Tages verbrachten die beiden kuschelnd auf dem Sofa. “Wir bräuchten viel mehr von diesen Tagen.” murmelte Wincent. “Du meinst, wo du verkatert den ganzen Tag aufm Sofa liegst?” “Man nein, du Doofnuss. Ich meine so Tage, an denen wir einfach mal ein ganz normales Pärchen in ihrem Zuhause sind, ohne Arbeitsstress. Also eigentlich nen normalen Sonntag halt.” “Ja da hast du Recht, den gab es in letzter Zeit nicht wirklich. Und die letzten Tage zählen nicht, da war ich ja nicht wirklich zu gebrauchen.” “Und weißt du, was wir auch schon lange nicht mehr hatten?” Wincent setzte sich auf und schaute sie an. “Sex? dazu war ich leider die letzten Tage nicht in der Lage, und du gestern nicht.” grinste Steffi. Wincent musste lachen: “Wow. Ja, das auch, aber ich meinte noch was anderes. Wir hatten schon ewig kein richtiges Date mehr. hatten wir überhaupt nach dem Abend in Eutin mal wieder so ein richtiges Date?” Steffi überlegte. Klar hatten sie viele sehr schöne und auch romantische Momente, gerade im Urlaub. Aber ein richtig klassisches Date eigentlich nicht

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt