Zwei Tage später ging es wieder zurück in die Berge. Steffi freute sich schon richtig auf den Kletterkurs, war aber auch ein bisschen nervös. Und was Wincent wohl für eine Überraschung geplant hatte? Wincent konnte nicht verbergen, dass er sich schon darauf freute und gespannt war, was sie dazu sagen würde. Den Kletterkurs meisterten beide gut, wobei Steffi dabei nervlich schon an ihre Grenzen kam. Aber durch gutes Zureden vom Guide und auch von Wincent, überwand sie die erste Panik und wurde mit der Zeit immer sicherer. Am Ende war sie völlig erschöpft, aber überglücklich, dass sie sich getraut hatte. Auch Wincent war sehr stolz auf sie. Schnell merkten beide auch, dass sie wieder im deutschsprachigen Raum waren. Wincent wurde von dem ein oder anderen Tourist im Klettergarten erkannt und war sich natürlich auch im Urlaub nicht zu schade, in Ruhe Fotos zu machen. Steffi hatte sich inzwischen daran gewöhnt und lies ihn in Ruhe die Fotos machen. Sie war nur froh, dass diese Leute sie meistens nicht erkannten und wahrscheinlich auch nicht die Medien ständig verfolgten. Sie schienen auch so viel Anstand zu haben, keine Fotos von den beiden zu machen. Nach der kleinen Foto-Session suchten sie sich noch einen Platz auf der Hütte an der Bergstation, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
[2] Am nächsten Tag war Steffi schon früh wach und auch während des Frühstücks ganz hibbelig. Von Wincent hatte sie nur die Info bekommen, dass sie um 11 Uhr am Camper abgeholt werden. Als ein schwarzer Van vorfuhr, kam Wincent von hinten und band ihr ein Tuch um die Augen. “Wincent? Was soll das? Du machst mir Angst.” lachte Steffi. “Willst du mich entführen?” Wincent sagte nichts, sondern führte sie an der Hand zum Wagen und half ihr beim Einsteigen. Während der Fahrt grübelte Steffi die ganze Zeit, was hier wohl passieren würde. Hoffentlich nichts unangenehmes. SIe konnte mit solchen Situationen ganz schlecht umgehen und hoffte, dass es keine super kitschige, romantische Aktion würde. Aber das wusste er eigentlich, dass sowas nicht so gerne mochte. 20 Minuten später kam der Van zum stehen und Wincent führte sie aus dem Auto, über eine Wiese. Als er ihr die Augenbinde abnahm, sah sie zunächst die Berge, die sich vor ihnen erstreckten, und da Tal, weit unter ihnen. Sie befanden sich also ziemlich hoch auf einem Berg. “Und was passiert hier jetzt?” in dem Moment wo sie sich zu Wincent umdrehte, sah sie zwei Männer mit Gurten und Helmen auf sie zukommen. Erst jetzt sah sie auch die bunten Fallschirme auf der Wiese liegen. “Wir machen Paragliding” strahlte Wincent sie an. “Das wolltest du doch immer mal machen.” Steffi ballte die Hände zu Fäusten und jubelte. “Auhjaaaa, wie cool ist das denn” rief sie voller Freude. “Damit hätte ich nie gerechnet. Mega, danke.” Sie fiel Wincent um den Hals. Dieser freute sich natürlich, dass seine Überraschung gelungen war. Natürlich war die Idee nicht ganz uneigennützig. Er war selber etwas aufgeregt. Leider konnten sie nicht zusammen fliegen, aber zumindest so, dass sie parallel in der Luft waren und den jeweils anderen dabei auch sehen konnten. Als die beiden Guides ihnen alles erklärt hatten und sie in die Ausrüstung schlüpften, rutschte Steffie Herz doch in die Hose. Aber jetzt gab es kein zurück mehr. WIncent gab ihr noch einen Kuss. “Viel Spaß, wir sehen uns unten.”
[3] Dann ging alles ganz schnell. Sie wurden jeweils an ihren Guide gehängt und schon kam der Anlauf für den Start. Wenig später spürte Steffi keinen Boden mehr unter den Füßen und ein Kribbeln schoss durch ihren Körper. Sie flog. “Wow.” brachte sie nur heraus. Der Blick war atemberaubend und da Gefühl einfach unbeschreiblich. Sie wusste gar nicht. wo sie zuerst hinschauen sollte. Die Guides steuerten die Fallschirme so, dass Wincent und Steffi sich auch sehen konnten. Viel zu schnell waren sie schon wieder auf dem Boden. Voller Adrenalin lief Steffi auf Wincent zu. “Das war der Wahnsinn. Ich hab mich noch nie so frei gefühlt. Diese Aussicht, und das Gefühl. Wahnsinn, echt. Mega geile Idee.” Steffis Worte überschlugen sich. “Hey hey, ganz langsam. du verschluckst dich ja noch.” Wincent lachte sie an. Es war für ihn fast noch schöner, Steffi so überschwänglich zu sehen, als das Erlebnis an sich. Er strich ihr die Haare aus dem Gesicht und drückte ihr einen sanften Kuss auf den Mund. “Wollen wir nachher noch etwas essen gehen? Oder worauf hast du Lust?” “Was hälst du davon, wenn wir uns ein bisschen Antipasti und Baguette holen und damit am Bulli picknicken? Ich glaube, ich würde den Abend gerne mit dir alleine genießen.” “Nichts lieber als das, meine Königin der Lüfte.” Er hob sie in die Luft und ließ sie langsam an sich runtergleiten. Abends am Bulli hatten sie es sich mit Wolldecken draußen gemütlich gemacht und Wincent hatte ein kleines Lagerfeuer gebaut. Er verschwand im Bus und kam kurze Zeit später mit seiner Gitarre wieder raus. “Damit es jetzt richtig romantisch wird.” er lächelte Steffi an. “Na zum Glück haben wir Dosenbier und keinen Wein. Sonst wäre das auch ein bisschen übertrieben.” lachte Steffi. “Da hast du Recht.” Dann fing er an zu singen. “Oooh hier, mit Bier, das ist der beste Ort der Welt.” beide mussten lachen. Dann stieg Steffi mit ein. “weils so verdammt leicht ist, wenn du dabei bist, ich will nie woanders sein.” Wincent liebte es, wenn Steffi sang. Eigentlich machte sie es viel zu selten. Und dann fiel ihm auf, dass die beiden eigentlich noch nie zusammen Musik gemacht hatte, außer damals bei Steffi am Klavier. Er stimmte ein paar weitere Lieder an und beide sangen ganz unbeschwert dazu und ließen sich einfach treiben, bis auf einmal drei Gestalten auf sie zukamen.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
