Endlich Freitag, endlich Feierabend. Endlich zu Wincent. Steffi schmiss ihren Rucksack ins Auto und fuhr los. Amelie hatte ihr ihre Adresse geschickt und wenn sie gut durchkam, war sie gegen 18 Uhr da. Da klingelte ihr Handy. Zum Glück hatte sie eine Freisprechanlage und nahm das Gespräch an. Es war Wincent. "Na, bist du schon auf dem Weg?" "Ja, bin gerade losgefahren. Amelie hat mir schon ein Foto von ner Flasche Sekt im Kühlschrank geschickt." "Jaja ihr zwei Saufnasen." "Das sagt der Richtige." Lachte Steffi. "Stimmt. Du ich wollte dich noch was fragen, bevor ich gleich zum Interview gehe." Er klang ernst. "In den meisten Interviews werde ich nach meinem Liebesleben gefragt, bisher bin ich da ja immer offen mit umgegangen. Wäre es schlimm für dich, wenn ich erwähne, dass ich gerade jemanden date? Es würde sich falsch anfühlen, wenn ich immer noch steif und fest behaupte, ich wäre Single. Ich würde natürlich versuchen, das Thema dann schnell wieder zu wechseln." "Klar, das kannst du gerne sagen. Ich will ja auch nicht, dass du die Fans wegen mir belügst. Und für mich würde es sich auch komisch anfühlen, wenn du lustig über dein Single Leben sprechen würdest. Ich finds gut, dass du mich vorher gefragt hast." "Na das ist doch selbstverständlich. Ich hab dir ja versprochen, dein Privatleben zu schützen und alles mit dir zu besprechen, was an die Öffentlichkeit gerät. Danke für dein Vertrauen. Ich freue mich auf später." "Ich freue mich auch, fühl dich geküsst." Dann brach die Verbindung ab und Steffi stellte gut gelaunt die Musik laut. Irgendwie fühlte es sich auch ganz gut an, die Freundin eines berühmten Sängers zu sein.
[2] Zum Glück fand sie schnell einen Parkplatz direkt vor Amelies Wohnung. Freudestrahlend wurde sie wenig später von ihr an der Wohnungstür empfangen. "Schön, dass du da bist. Der Sekt steht schon kalt." Sie zeigte Steffi das Gästezimmer, wo sie ihre Sachen ablegte. Dann folgte sie Amelie ins Wohnzimmer, wo schon zwei volle Gläser auf dem Tisch standen. Die beiden machten es sich auf dem Sofa gemütlich und stießen mit den Gläsern an. "Und jetzt erzählst du mir mal alles ganz genau. Dein Freund war da noch nicht so gesprächig." Also begann Steffi erneut, die ganze Story um das Lied für sie und die Tage in München zu erzählen. Amelie strahlte sie an. "Ich freue mich wirklich für euch. Schon bei dem Konzert in Bremen habe ich mir gewünscht, dass ihr den richtigen Weg findet. Aber du weißt hoffentlich, auf was du dich da eingelassen hast. Es ist nicht leicht, an der Seite eines Promis zu sein. Auch wenn Wincent diesen Ausdruck hasst. Wenn du Fragen hast, frag mich immer gerne, ja." "Danke, da werde ich sicher mal drauf zurück kommen. Ich hab tatsächlich etwas Angst davor, wie die Fans reagieren." "Die Fans lieben Winnies offene und ehrliche Art. Von daher fahrt ihr wahrscheinlich am besten damit, wenn ihr auch offen damit umgeht. Er muss aber auch klar kommunizieren, dass auch ihr ein Privatleben habt, was respektiert werden sollte. Solange er dadurch nicht die Nähe zu seinen Fans verliert, werden die allermeisten sich wahrscheinlich für ihn oder euch freuen. Es wird immer Neider geben, aber mit der Zeit wirst du auch lernen, das zu ignorieren." "Ach, ich bin da auch noch ganz zuversichtlich. Aber sag mal, wie sieht es eigentlich bei dir aus? Gibt es da jemanden in deinem Leben?" "Ach, das ist ein schwieriges Thema. Dafür fülle ich lieber nochmal die Gläser nach." Amelie kam mit der Flasche wieder und dann begann sie zu erzählen.
[3] Schnell waren die beiden in ein Gespräch vertieft und bemerkten gar nicht, dass jemand zur Tür rein kam. Wincent hatte von Amelie mal einen Schlüssel für die Wohnung bekommen. "Stör ich?" Grinste er die beiden an. "Schon ein bisschen" kicherten die beiden. "Habt ihr die alle schon leer?" Wincent deutete auf die beiden Sektflaschen auf dem Tisch. Beide nickten grinsend. Ach sie beiden waren schon putzig, wie sie da saßen. Er setzte sich zu den beiden und gab Steffi einen Kuss zur Begrüßung. "Wie war das Interview?" Wollte Steffi wissen. "Das lief gut. Ich kannte den Moderator und habe ihn gebeten, das Thema Liebe nicht unbedingt in den Vordergrund zu rücken. Das hat er dann auch zum Glück nicht gemacht." "Das ist doch gut. Was liegt denn morgen an?" fragte Steffi die beiden. "Also wir müssen auf jeden Fall nochmal die Tour durchplanen. Und keine Sorge, für Bremen plane ich euch ein bisschen mehr Zeit ein." "Vielleicht ist es ganz gut, wenn du uns dabei ein bisschen über die Schulter schaust, dann können wir direkt mal schauen, wann wir uns sehen können. Ich hätte dich gerne mit dabei." Dabei legte er einen Arm um ihre Schulter und sie lehnte sich an seine Brust. "Wenn das alles mit meiner Arbeit klappt, komme ich gerne für ein paar Tage mit." Steffi wollte unbedingt mal das Tourleben kennenlernen. Und natürlich auch bei Wincent sein. "Ansonsten ist morgen Abend noch ein Call mit der Plattenfirma. Sonntag ist noch ein Interview in Köln und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum."
[4] So richtig viel Zeit hatten die beiden also nicht zu zweit. Aber immerhin konnten sie zusammen sein. Und vor Amelie brauchten sie sich ja auch nicht verstecken. Wenig später lagen sie beide kuschelnd im Gästebett. "Wenn die Sommertour durch ist, verspreche ich dir, dass wir für ein paar Tage irgendwo hinfahren, wo wir nur für uns sind." "Aber dann musst du doch weiter an deinem Album arbeiten oder?" "Ja schon, aber nach der Tour brauche ich erstmal ein bisschen Ruhe. Und wir werden das brauchen. Unterschätz das nicht mit der Tour. Die geht 3 Monate und es sind nur wenig Off-Tage zwischendurch." Er streichelte ihr über den Rücken. "Ich kann auf jeden Fall wieder ein paar Home Office Tage nutzen." Sie lächelte ihn müde an. "Steff, mir bedeutet das wahnsinnig viel, dass du so viel für mich möglich machst! Ich werde dir das alles zurückgeben, sobald ich kann." Er drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange und hörte, wie sie langsam und ruhig atmete. Sie war schon eingeschlafen. Kaum hörbar flüsterte Wincent "ich hoffe, ich kann es dir zurück geben". Dann drehte er sich um und schlief auch ein. Nach dem Frühstück holte Amelie ihren Laptop, um mit Wincent die Tour Tage durchzugehen. Insgesamt waren es 30 Termine. Zwischendurch noch TV Auftritte und Interviews. Das wird eine stressige Zeit. Aber irgendwie würden sie das schon schaffen, dachte sich Steffi. Die Tage in Dortmund vergingen viel zu schnell und dann hieß es schon wieder, Abschied nehmen.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
