Pünktlich trudelten alle ein und es war ein freudiges Wiedersehen. Auch Jakob und Luisa waren inzwischen da und wurden den anderen vorgestellt. Schnell versammelten sich alle warm eingepackt auf dem Balkon und Wincent schenkte den ersten Glühwein ein. “Ihr habt ja echt eine schöne Wohnung hier. Wie lange wohnt ihr schon hier?” fragte Luisa Steffi. “Seit Oktober, also auch noch nicht so lange. Aber wir sind nicht immer hier, also wundert euch nicht. Ich wohne eigentlich noch in Bremen, und Wincent, manchmal in München, manchmal in Lübeck.” lachte Steffi. “Und ihr? Habt ihr vorher schon zusammen gewohnt?” versuchte Steffi, das Thema schnell wieder von Wincent abzulenken. “Ne, Jakob hat sich vor ein paar Wochen von seiner Freundin getrennt und musste ausziehen. Ich habe eh nach einer neuen Wohnung hier in der Gegend gesucht und dann kam die Idee mit der WG.” Ach, ihr seid gar kein Paar?” fragte Steffi neugierig. Luisa lachte. “Was? Nein. Jakob ist seit der Grundschule mein bester Freund. Ihn hat die Trennung echt mitgenommen. Umso schöner, dass er heute etwas Ablenkung hat.” Sie schauten zu ihm herüber, wie er sich gerade mit Jan und Alina unterhielt. Dann fiel ihr Blick auf Marco und Joana. “Bei den beiden läuft doch etwas, oder?” fragte Luisa neugierig. “Ja, das auf jeden Fall. Das muss ich heute auch noch genauer herausfinden.” lachte Steffi. Dann erklärte sie Luisa, wie genau die Leute alle zusammen gehören. Luisa war ihr sehr sympathisch und sie verstanden sich auf Anhieb gut. Steffi musste nur noch rausfinden, ob sie Wincent kannte oder nicht.
[2] Irgendwann wurde es draußen zu kalt und sie gingen ins Wohnzimmer. Nur Marco und Wincent blieben noch kurz auf dem Balkon stehen. Wincent nutzte die Chance, um Marco auf Joana anzusprechen. Zuerst druckste dieser noch etwas rum, gestand ihm dann aber doch, dass sie sich öfter treffen, es aber auch langsam angehen wollten. Wincent freute sich für seinen Kumpel und hoffte, dass sich aus den beiden noch mehr entwickeln würde. Zufrieden ging er rein und steuerte auf Steffi zu, die immer noch mit Luisa quatschte. Er legte ihre Hände von hinten um die Hüfte und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. “Ihr zwei seid echt süß. Ich bin froh, dass ihr unsere Nachbarn seid. Ihr wirkt so normal.” Steffi musste schmunzeln. Vielleicht sollten sie Luisa erstmal in dem Glauben lassen. “Seid mir nicht böse, aber ich bin doch ganz schön müde vom vielen Umzugsstress. Ich werde gleich mal rübergehen. Ich wünsche euch noch viel Spaß.” Sie verabschiedete sich von allen. “Ich komme noch mit zur Tür.” Steffi folgte ihr in den Flur. “Schön, dass wir kommen durften.” Luisa nahm sie in den Arm und drückte sie. Dann drehte sie sich um und schaute Steffi noch einmal kurz an, bevor sie in der Wohnung verschwand. “Die beiden sind wirklich nett.” merkte Wincent dann an, der ihr in den Flur gefolgt war. “Ja, aber du solltest trotzdem vorsichtig sein. Und jetzt lass uns mal rausfinden, was da mit Marco und Joana läuft.” Steffi drehte sich um und ging wieder ins Wohnzimmer, wo immer noch eine ausgelassene Stimmung war. Wincent folgte ihr. Er stellte sich zu Steffi und deutete auf Marco und Joana. “Also ich glaube, wir können bald öfter was zu 4. machen. Er hats mir vorhin auch schon erzählt.” “Und das sagst du mir erst jetzt?” Steffi lachte ihn an. “Naja, du warst so mit unseren neuen Nachbarn beschäftigt, da wollte ich nicht dazwischenfunken.” grinste er sie an, legte ihr einen Arm um die Schultern und drückte ihr einen Kuss auf die Schläfe. “Ich gehe mal eben kurz auf Toilette.”
[3] Als Steffi wiederkam, drückte ihr Wincent direkt den nächsten Glühwein in die Hand. “Bitte sehr, die Dame.” er hatte ein breites Grinsen und leicht gerötete Wangen. “Du bist auch schon wieder gut in Fahrt, mein Lieber.” lachte sie, nahm den Becher und stieß mit ihm an. “Du bringst mich gleich erst so richtig in Fahrt.” raunte er ihr zu, legte ihr einen Arm um die Schultern und sie gingen zurück ins Wohnzimmer. “Leute! Ich muss euch mal sagen, wie dankbar ich bin, dass ihr heute hier seid. Echt, danke! Und darauf trinken wir jetzt mal ordentlich!” Er hielt seinen Becher in die Luft. Dabei war er leider etwas zu euphorisch und der halbe, noch sehr heiße Inhalt schwappte über seine Hand. “Ah fuck, ist das heiß.” rief er, drückte Steffi seinen Becher in die Hand und schüttelte seine Hand. Alle lachten. “Man Winnie, du Trottel. Heißt ja auch nicht umsonst GLÜH-Wein.” rief Marco ihm zu. Steffi stellte schnell die beiden Becher ab und schnappte sich einen Lappen. “Wäre schön, wenn du die Bude einigermaßen sauber lässt.” lachte sie ihm zu. Jakob kam zu Wincent und klopfte ihm auf die Schulter. “Danke für die Einladung, zur nächsten Party bei uns seid ihr natürlich auch eingeladen.” “Danke, wir schauen dann mal, ob es bei uns passt.” ging Wincent einer klaren Aussage aus dem Weg. Er musste weiterhin etwas aufpassen, auf wen er so traf, besonders in seinem näheren Umfeld. “Wer hat Lust auf ein Trinkspiel?” rief Alina und hielt eine Flasche Berliner Luft in der Hand. Da waren natürlich alle dabei und versammelten sich um den Esstisch. “Schönen Dank auch.” raunte Steffi ihrer besten Freundin leise lachend nach ein paar Runden zu. Alina war die Königin darin, die Leute abzufüllen, hielt sich aber selber immer etwas zurück. “Wie soll ich den Suffkopf danach denn ins Bett kriegen?” Sie deutete mit dem Kopf zu Wincent, der inzwischen nur noch in Boxershorts bekleidet Arm in Arm mit Jan und Marco, ebenfalls nur in Boxershorts, auf dem Sofa stand und “We are the Champions” sang, weil sie der Meinung waren, das Spiel gewonnen zu haben. “Aber es tut gut, ihn so unbeschwert, und naja, ähm, unbekleidet zu sehen.” lachte sie. “hat er sich verdient.” Ihr Blick fiel auf Joana, die das Ganze etwas irritiert betrachtete. So hatte sie Marco wohl auch noch nie erlebt.
[4]“Gewöhn dich dran.” schmunzelte Steffi ihr zu. “Wenn die beiden unterwegs sind, endet das häufig so. Gut, also meistens haben sie dabei mehr an, hoffe ich zumindest.” “Das hoffe ich auch.” Joana löste sich ein wenig und fing dann auch an zu lachen. “Ich mag ihn wirklich gerne. Aber das? Das ist wirklich verstörend.” “Ihr solltet mal vorbei kommen, im neuen Jahr. Dann können wir mal in Ruhe quatschen. Angezogen.” lachte Steffi und ging auf das Sofa zu. “So ihr Champions, das reicht. Runter vom Sofa. Nicht jeder erträgt hier diese geballte Männlichkeit.” Sie feierten noch bis früh in den Morgen, bis alle erschöpft in den Betten lagen.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
