Kapitel 45

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Er setzte sich auf und nahm ihre Hand. Steffi atmete einmal tief durch und setzte sich im gegenüber. Dann erzählte sie ihm davon, was die Mädels während des Konzertes gesagt haben. Zum Schluss fügte sie noch hinzu: “Mich ärgert es ja auch, dass mich das so aus dem Konzept gebracht hat. Ich weiß, dass ich darüber stehen sollte.” sie senkte den Kopf. “Hey Hey, du brauchst dich nicht ärgern.” Er legte seinen Finger an ihr Kinn und zog es wieder nach oben, damit er ihr in die Augen schauen konnte. “Das tut mir natürlich echt Leid, dass du das hören musstest. Aber es ist doch auch völlig normal, dass du dir das zu Herzen nimmst. Du musst für mich wirklich nicht immer die Starke spielen. Wenn dich etwas verletzt, dann lass mich das wissen.” Er schaute sie mit seinen braunen Augen ganz tief an und sie konnte seine Besorgnis deutlich in seinen Augen sehen. Genau das hatte sie ja nicht gewollt. Hoffentlich kamen in den nächsten Tagen nicht noch mehr solcher Situationen. Sie würde es auf jeden Fall vermeiden, die Fans zu sehen. Sie nickte und kuschelte sich in seinen Arm. Vielleicht war die kommende Woche jetzt auch gut dafür, dass Steffi lernen konnte, damit noch besser umzugehen und sich daran zu gewöhnen. Wincent würde sich auf jeden Fall große Mühe geben, Steffis Vertrauen zu stärken. “Jetzt lass uns erstmal schlafen.” Er drückte ihr einen Kuss auf den Kopf und zog sie zu sich ins Kissen. Steffi schmiegte sich an ihn und versuchte, sich zu beruhigen. Die erste Nacht im Tourbus hatte Steffi nicht gut geschlafen. Sie war noch sehr aufgewühlt und die ungewohnte Umgebung machten sie unruhig. Aber sie wusste es sehr zu schätzen, wie bemüht Wincent war, dass sie sich doch wohl fühlte. Er hielt die ganze Nacht Körperkontakt zu ihr, um ihr wenigstens ein Stück Sicherheit geben zu können. 

[2] Die nächsten Tage liefen alle sehr ähnlich ab. Sie kamen morgens in der Stadt des Konzertes an. Wincent verschwand dann nach dem Frühstück meistens mit Noah, um Fotos und Videos zu drehen. dann war Soundcheck und je nach Location versuchte Wincent, auch noch ein bisschen Sport einzubauen. Die beiden sahen sich dann meistens nur zwischendurch kurz. Aber das zwar für Steffi okay. Amelie hatte sie in diverse Organisationsaufgaben eingespannt. Sie half beim Merchstand, Bühne aufbauen und durfte einen Tag auch Tom am Licht über die Schulter schauen und auch während der Show bei ihm bleiben. So war sie auch während der anstehenden Meet&Greets beschäftigt und traf Wincent dann erst im Tourbus. Die Nächste schlief sie viel ruhiger und jeden Abend quatschten sie noch bis spät in die Nacht über den Tag. Steffi machte es richtig Spaß, überall dabei zu sein und alles vom Nahen zu sehen und dabei zu wissen, dass sie damit auch ihren Freund unterstützte. Wincent strahlte sie abends ganz stolz an. Es machte ihn glücklich zu sehen, wie schnell sie sich in den Touralltag eingelebt hatte und das nach der ersten anstrengenden Nacht alle weiteren sehr entspannt waren. Auch wenn erst 4 Tage vorbeigegangen waren, merkte Steffi schon, wie anstrengend das Tourleben war. Man war den ganzen Tag auf den Beinen und hatte wenig Schlaf. Sie bekam noch viel mehr Respekt davor, wie Wincent das alles meisterte. 

[3] An diesem Abend in Leipzig war auch der erste Abend, an dem sie nicht das ganze Konzert verfolgte. Sie brauchte mal ein bisschen Ruhe für sich und beschloss, während des Konzertes mal ne Runde spazieren zu gehen und mit Jan zu telefonieren. Sie brauchte jetzt jemanden, der ihr einfach zuhören konnte und der auch verstand, dass sie nach dem ganzen Troubel auch mal weg von allen musste. Sie hatte davor auch mit Wincent darüber gesprochen und er konnte es sehr gut nachvollziehen. Er war froh, dass sie sich trotzdem diese Auszeit nehmen würde und nicht ihm zuliebe beim Konzert wäre. Und das sie sich mit allen so gut verstand, dass er sie mit gutem Gewissen auch alleine lassen konnte, wenn er sich diese kurzen Auszeiten beim Sport nehmen konnte. Aber er merkte, dass er gerne mehr Zeit mit ihr alleine verbringen würde, als nur die Nächte im Tourbus, in denen sie nur noch erschöpft nebeneinander einschliefen. Auch Amelie merkte, dass die beiden sich mehr Zeit zu zweit wünschen würden und hatte für den Off-Day in Leipzig eine Überraschung für die beiden geplant.

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt