Die nächsten Tage verbrachte Steffi weiterhin hauptsächlich auf dem Sofa. Wincent verschwand für ein paar Stunden im Musikzimmer, um dort mit Kevin am neuen Album zu arbeiten. Wenn Steffi ein bisschen Abwechslung brauchte, setzte sie sich für eine kurze Zeit dazu und hörte ihm einfach nur zu, wenn er eine neue Passage einsang. Sie genoss es, dass die beiden so viel Zeit miteinander hatten und er trotzdem dabei einigermaßen vernünftig arbeiten konnte. Abends, wenn es draußen dunkel wurde, machten sie meistens noch einen kurzen Spaziergang und mit jedem Tag ging es Steffi ein Stück besser. Am Samstag fühlte sie sich wieder richtig fit und hatte sich vorgenommen, die Wohnung zu putzen. “Schaffst du das denn?” fragte Wincent ein bisschen besorgt. “Wincent, mir geht es wieder gut. Ich habe kein Fieber mehr und fühle mich nicht mehr schlapp. Ich muss mal wieder ein bisschen was tun, das ganze rumliegen ertrage ich nicht mehr.” “Ich will ja nur nicht, dass du dich sofort wieder übernimmst.” “Ich wollte nur ein bisschen putzen, nicht direkt die Wohnung kernsanieren.” entgegnete Steffi genervt. “Ich mache mir doch nur Sorgen.” Wincent zuckte mit den Schultern. “Brauchst du aber nicht, mir geht es wieder gut.” “Okay, aber mach nicht zu viel, ja?” Wincent sah sie mahnend an. “Hältst du es denn für eine gute Idee, am Montag wieder zur Arbeit zu gehen?” Der Gedanke gefiel ihm nicht. Schließlich war die Arbeit der Hauptauslöser für ihren Zusammenbruch und da sollte sie nicht zu schnell wieder anfangen. “Ja warum nicht? Ich hab doch gesagt, dass es mir wieder gut geht und ich kein Fieber mehr habe.” inzwischen war sie richtig genervt von seiner Überfürsorglichkeit. “Du hast vielleicht kein Fieber mehr, aber du solltest das nicht unterschätzen, bitte.” “Tu ich nicht. Und jetzt lass mich mal mit dem Staubsauger hier durch.” Angpisst schob sie ihn zur Seite und zog den Staubsauger unsanft hinter sich her ins Wohnzimmer. “Du brauchst jetzt hier auch nicht so rumzicken.” warf er ihr noch hinterher, aber Steffi hatte bereits den Staubsauger angeschmissen und ignorierte ihn.
[2] Muffelig machte Wincent sich wieder an die Arbeit. Er konnte Steffi ja verstehen, sie hatte genau wie er auch Hummeln im Hintern. Aber er hielt es weiterhin für keine gute Idee, direkt am Montag wieder zurück zur Arbeit zu gehen. Er wusste allerdings auch, dass Steffi ein ziemlicher Sturkopf sein konnte und er da gerade nicht an sie herankommen würde. Dafür wusste er, wer das schaffen könnte. Er schnappte sich sein Handy und schrieb Jula eine Nachricht. “Hey, Steffi geht es wieder gut soweit. Sie will aber Montag schon wieder arbeiten. Ich weiß nicht, ob das ne gute Idee ist. Kann aber gerade nicht mit ihr reden. Hast du ne Idee? Was sagst du dazu?” Kurze Zeit später erhielt er die Antwort. “Ohman dieser Sturkopf, ich bin absolut bei dir. Sie soll sich erholen. Habt ihr heute Abend was vor? Ich war eh mit Doro und Nicole verabredet. Wir könnten auch zu euch kommen, als Überraschung? vielleicht können wir sie umstimmen?” Danke Jula, dachte Wincent leise. DIe Idee fand er tatsächlich ziemlich gut. Er merkte, wie Steffi langsam die Decke auf den Kopf fiel und ein Abend mit ihren Mädels würde ihr sicher helfen. Jetzt ließ er sie aber erstmal maulen und putzen. Als er nach zwei Stunden aus dem Zimmer ins Wohnzimmer ging, lag Steffi schlafend auf dem Sofa. Wincent musste schmunzeln, so fit war sie also doch schon. Er schnappte sich den Staubwedel und kitzelte sie damit im Nacken. Sie schreckte hoch. “Ey, was soll das?” “Du bist noch nicht fertig mit putzen, warum machst du denn schon ne Pause?” lachte Wincent. “Du bist doof” brummelte sie und wollte sich umdrehen. “Jetzt hör mal auf, hier rumzumuffeln, ich hab dir nichts getan.” Er packte sie an den Schultern und hielt sie fest. Sie wollte sich aus seinen Armen befreien, aber Wincent startete eine Kitzelattacke, bis Steffi nicht mehr konnte und anfing zu lachen. “Maaaan, hör auf damit, das kitzelt.” “Na geht doch, du kannst ja doch noch lachen.” Er hört auf und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Steffi verschränkte die Arme vor der Brust. “Du bist echt fies.” “Und du total süß, wenn du zickig bist.” “Verdammt, warum kann ich nicht einfach sauer auf dich sein?” lachte Steffi und boxte ihn gegen die Brust. “Weil ich einfach der tollste Freund der Welt bin.” grinste er sie mit einem breiten Lächeln an. “Na gut, die letzten Tage hast du das wirklich bewiesen.” Sie zog seinen Kopf an ihren und gab ihm einen sanften Kuss. Er strich ihr über den Kopf. “Ganz fit bist du noch nicht wieder oder?” “Ach man, nein. Das Putzen war doch etwas anstrengend. Aber mir ist so langweilig, ich würde gerne mal wieder raus.” In dem Moment klingelte es an der Tür.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
Fiksi PenggemarTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
