Am nächsten Morgen am Frühstückstisch war die Stimmung leider etwas betrübt. Shayenne kaute lustlos auf ihrem Brötchen rum. Steffi merkte Wincent an, wie es ihn beschäftigte, dass sie scheinbar immer noch sauer auf ihn war und er nicht wusste, was er tun soll. Sie stupste ihn an und nickte ihm aufmunternd an. “Shay, es tut mir wirklich Leid. Wenn du glücklich bist, dann gönne ich dir das natürlich.” Shayenne schaute ihn nachdenklich an. “Das sagst du jetzt doch eh nur, damit ich nicht mehr eingeschnappt bin.” “Das ist doch Quatsch, ich meine es wirklich so.” grummelte Wincent leicht beleidigt. Angela sah zwischen ihren Kindern hin und her. “Jetzt beruhigt euch mal. Was haltet ihr davon, wenn Jonas heut Abend zum Essen kommt? Dann können wir uns alle mal kennenlernen. Frag ihn doch mal, Shay.” “Oh das ist doch ne super Idee.” stimmte Steffi ihr zu. “Mh, ich frage ich mal. Aber nur, wenn Wincent keinen Film schiebt heute abend.” Dabei sah sie ihn eindringlich an. “Nein, ich sage einfach gar nichts, wenn dir das lieber ist.” brummte er. “Man Wince, du bist so ein Arschloch.” wütend stand Shayenne auf und verließ die Küche. “Na das hast du ja ganz toll hinbekommen.” schmunzelte Angela und begann, den Tisch abzuräumen. “Maaaaan, was soll ich denn noch machen?” Wincent schaute Steffi verzweifelt an. “Ich glaube, ich will später nur Jungs haben. Das ist ja echt anstrengend.” “Du bist süß.” Steffi lächelte ihn an und legte ihm einen Arm um die Schultern. “Lass uns ein bisschen spazieren gehen und nachher rede ich nochmal mit ihr, okay?” Dann gab sie ihm einen sanften Kuss und stand auf, um Angela beim abräumen zu helfen. Wenig später hatten die beiden sich in ihr Winterjacken geworfen und drehten ein paar Runden durch die Gegend.
[2] “Du machst dir echt viele Gedanken um Shay, oder?” Steffi griff nach seiner Hand und hielt sie fest. Wincent seufzte “Ich hab das Gefühl, ich hätte viel mehr für sie da sein müssen. Gerade jetzt.” “Du bist doch jetzt für sie da. Also zumindest könntest du es. Wenn du das mal ein bisschen geschickter anstellen würdest.” Er zuckte mit den Schultern. “Ich weiß einfach nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll. Wie soll ich das denn mit eigenen Kindern je schaffen? Wenn ich sie in Ruhe lasse, ist es verkehrt, dann heißt es, ich bin nicht für sie da. Wenn ich mir dann aber Sorgen mache und ihr helfen will, dann ist es auch falsch, dann vertraue ich ihr scheinbar nicht. Vielleicht wäre ich doch kein guter Vater.” “Ach Wincent, jetzt hör mal auf. Das kannst du doch gar nicht vergleichen.” Steffi blieb stehen und drehte sich zu ihm. “Was ich gestern zu dir gesagt habe, dass du der beste Papa der Welt sein wirst, das meine ich wirklich so. Ich kann mir wirklich keinen Besseren vorstellen. Du trägst so viel Liebe in dir und versuchst echt alles, damit es deinen Lieben gut geht.” sie strahlte ihn zuversichtlich an. Wincent musste unweigerlich mit lächeln. Sie sah so verdammt süß aus mit ihrer Mütze, die ein bisschen schief auf dem Kopf saß und diesem dicken Schal, in dem Ihr Gesicht fast verschwand. “Danke!” Er drückte sie fest an sich. “Du, Steffi?” fragte er dann zögerlich und schob sie wieder zurück, um sie anzusehen. “Was du da gestern noch gesagt hast, dass du dir ein Baby mit mir vorstellen kannst, meinst du das wirklich so? Es tut mir leid, wenn ich dich damit nerve oder bedränge, ich weiß auch nicht, woher das kommt. Aber seit deinem Geburtstag, als ich Emilia auf dem Arm hatte, da kam einfach wieder diese krasse Wunsch nach einer eigenen Familie hoch und…” weiter kam er nicht, da Steffi ihm sanft ihre Lippen auf seine legte. Dann schaute sie ihn ernsthaft an. “Du brauchst dich nicht erklären. Ich habe dich mit den Kindern gesehen, du hast so gestrahlt. Und ich meine es genau so, wie ich es dir gesagt habe. Ich möchte ein Baby mit dir. Aber nicht sofort.”
[3] In Wincent breitete sich ein Glücksgefühl aus. Diese Worte von Steffi klangen einfach so ehrlich und sicher und er wusste noch gar nicht, was er dazu sagen soll. noch vor einiger Zeit war sie sich überhaupt nicht sicher, ob sie überhaupt Kinder wollte und inzwischen konnte sie ihm einfach klar ins Gesicht sagen, dass sie es doch möchte. “Wir können das ganz in Ruhe angehen. Erstmal will ich eh das Album fertig haben und die Sommertour machen.” “Na das klingt doch nach einem Plan. Darauf könnte ich mich einlassen. Und jetzt gehen wir zurück und klären das mit Shayenne.” Sie packte seine Hand und zog ihn hinter sich her. Wincent war noch ganz benommen, von dem was sie da eben zu ihm gesagt hatte. Sollte sich sein Traum wirklich bald erfüllen? Er wusste, dass es noch einige Monate dauern würde, bis die Sommertour vorbei war, und auch danach würde sie ja nicht sofort schwanger werden. Aber der Gedanke, dass es doch irgendwann passieren würde, ließ seinen ganzen Körper kribbeln und er am liebsten würde er sofort jeden umarmen, der ihm entgegen kam.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
