Kapitel 54

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Abend des Konzertes von Fabi in München.

Fabi war fast durch mit seinem Programm, als er Wincent auf die Bühne holte, und die beiden noch einen Song zusammen sangen. "Wince, Bro. Danke, dass du heute da warst." Sagte er von seinem Klavier aus. "Ich möchte mich bei dir bedanken, und habe noch eine kleine Überraschung für dich." Die Fans jubelten. Es waren lange nicht so viele, wie bei Wincents Hallentour, aber er fand es auch ganz schön. So war es mal wieder sehr privat. Und auf große Menschenmassen hatte er eh gerade keine Lust. Was jetzt wohl kommen würde. Fabi spielte den Song an und Wincent erkannte ihn sofort. Das waren die Anfangstöne von"auf halbem Weg" was sollte das denn jetzt? Als der Gesang anfing, war es aber nicht Fabi, der einsetzte. Es war eine weibliche Stimme. Wincent kannte die Stimme. Das konnte nicht wahr sein. Er schaute zur Seite der Bühne und da kam sie langsam auf ihn zu. Steffi. Seine Knie wurden weich. Er ging in die Hocke und schaute sie einfach an. Sie ging auf ihn zu und sang: "Ey wir war’n doch, auf halbem Weg. komm lass uns weiter sehen. Ich halt dich an mir fest, wenn wir jetzt von hier weiter gehen.”
Sie hatte den Text leicht umgedichtet. Wincent wusste überhaupt nicht, was hier gerade passierte. Ihm stiegen Tränen in die Augen, so gerührt war er. “Wir war’n doch, auf halbem Weg. Ich kann uns da noch sehen. Ich will, dass nichts von dem was wir haben verloren geht. Auf unser‘m Weg”. Er konnte sehen, wie auch ihre Augen glasig wurden. Als sie direkt vor ihm stand, reichte sie ihm die Hand und lächelte ihn an. Er war immer noch wie in Trance. Er griff nach ihrer Hand und stellte sich vor sie hin. Er spürte, wie ihre Hand zitterte. Was sie das für Überwindung gekostet haben muss. 

"Du bist immer noch, immer noch, immer noch
Ich bin immer noch, immer noch, immer noch
Wir sind immer noch, immer noch, immer noch
Auf unser‘m Weg"

[2] Fabi spielte den letzten Akkord. Dann senkte Steffi die Hand mit dem Mikro und schaute ihn einfach nur an. Die Fans jubelten und klatschten. Die beiden standen immer noch auf der Bühne und schauten sich tief in die Augen. Sie blendeten alles um sich herum aus. Dann zog er sie an sich ran und küsste sie. die Fans pfiffen und feierten die beiden. Wincent hatte Steffi inzwischen fest umklammert. "Ich lass dich nie wieder los. Versprochen." Sagte er mit leiser, aber fester Stimme. "Nie wieder!" Sie drehten sich noch einmal zum Publikum um, Wincent bedankte sich bei allen Fans und bei Fabi und Steffi für die Überraschung. Innerlich war er komplett aufgewühlt und würde am liebsten sofort von der Bühne rennen. Aber vor den Fans musste er noch kurz die Fassung behalten. Dann ging Steffi von der Bühne. Amelie nahm sie kurz in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Du warst großartig. Ich glaube, es hat funktioniert." Steffi wich zurück und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Alle Emotionen kamen nun raus. "Da kommt er, ich lasse euch Mal alleine." Steffi drehte sich um und da stand Wincent vor ihr. Ihm lief eine Träne über die Wange. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll" sagte er zögerlich. "Komm einfach her, du Arsch." schluchzte Steffi und breitete ihre Arme aus. Wincent ließ sich in ihre Arme fallen und konnte seine Gefühle in dem Moment nicht mehr zurück halten. Er klammerte sich so fest an sie, dass sie schon fast Schwierigkeiten hatte, ihn festzuhalten. Er schluchzte und die Tränen liefen ihm runter. Aber es waren auch Tränen der Erleichterung. "Scheiße man, ich dachte, ich hätte dich verloren. Und dann machst du sowas. Du bist doch völlig verrückt." flüsterte er, als er sich einigermaßen beruhigt hatte. " Steffi schaute ihn an und nahm sein Gesicht in ihre Hände. "Keine Sorge, so schnell kannst du mich nicht verlieren. Aber pass in Zukunft bitte besser auf mich auf. Ich kann mich nicht jede Woche mit einem neuen Song auf die Bühne stellen." Sie grinste schwach und strich ihm eine Träne aus dem Gesicht. "Ich werde verdammt gut auf dich aufpassen." Dann nahm er ihr Hände in seine und drückte sie fest. Dabei schaute er sie intensiv an. "Ich liebe dich," "Ich liebe dich auch, Wincent" es folgte ein langer, sehnsüchtiger Kuss. "Und jetzt erzählst du mir mal, was eigentlich los war.” sagte Steffi dann mit ruhiger Stimme. "Ja, aber nicht hier." 

Auf Halbem Weg - Steffi (1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt