Nach dem Frühstück machten sie sich auf den Weg nach Hamburg. “Ich hab nachher noch ein Meeting mit Amelie wegen ner Weihnachtsaktion. Ich hab mir noch gar nicht überlegt, was wir machen könnten.” “Mh, wie wäre es denn mit einem Adventskalender, mit Verlosungen, Videos und so? Also das jeden Tag ne Kleinigkeit von euch kommt. Da würden sich die Fans sicher drüber freuen.” Wincent überlegte kurz. “Eigentlich echt ne gute Idee, könnte man auch mit ein paar Fotos für neuen Merch verbinden und dann immer mal wieder ein neues Teil im Shop rausbringen. Und ich hab auch schon überlegt, wieder einen Fan zu besuchen.” Ja, mach das doch zu Nikolaus, als kleine Überraschung oder so.” “Ohja, sehr gut. Das werde ich mit Amelie nachher mal bequatschen. Viele Posts kann man ja auch schon vorbereiten. Ach schön, danke dir.” Er schaute zu ihr rüber und lächelte sie an. Er war so froh, dass Steffi sich so für seine Arbeit interessierte und gerne ihre Ideen einbrachte. Als sie in Hamburg angekommen waren, wanderte Steffi direkt aufs Sofa. Sie war immer noch kaputt und merkte, dass sie doch noch mehr Ruhe brauchte, als sie dachte. “Ach shit, wir haben ja gar nichts im Kühlschrank hier.” stellte Wincent fest. “Dann gehe ich nochmal fix los, einkaufen. Hast du einen Wunsch?” “Ein bisschen Obst und Joghurt wären super. Und Salzchips.” “Klingt nach ner sehr ausgewogenen Ernährung.” lachte Wincent und machte sich auf den Weg. Als er mit seinem Wagen durch die Gänge schob, nahm er im Augenwinkel zwei Mädchen wahr, die tuschelnd durch die Gänge schlichen. Er konnte es nicht leiden, wenn er erkannt wurde, die Leute dann aber hinter seinem Rücken darüber redeten. Aber vielleicht waren sie wirklich nur schüchtern. Trotzdem fühlte er sich nicht mehr wohl und wollte den Einkauf schnell erledigen. Das manchmal die alltäglichsten Dinge so unentspannt wurden, nervte ihn schon. Zumal er auch wusste, dass er zuhause eine kranke Freundin hatte und sich nicht so viel Zeit lassen wollte. Er hoffte nur, dass die beiden Mädels ihn später nicht noch bis zur Wohnung folgten. Bisher hatte er nur Spekulationen gelesen, wo er in Hamburg wohnen könnte.
[2]Als er in den nächsten Gang abbog, stieß er fast mit den beiden zusammen. “Oh, sorry.” Ob sie das wohl absichtlich gemacht hatten, um so mit ihm ins Gespräch zu kommen? Jetzt musste er wohl oder übel kurz mit den beiden in Kontakt treten. “Bist du wirklich Wincent Weiss?” Oh mein Gott, was machst du denn hier?” quietschten die beiden aufgeregt. “Ja, der bin ich. Und naja, was macht man wohl in einem Einkaufsladen? Auch ich brauche ab und zu etwas zu essen.” lachte er freundlich. “Und wir dachten immer, du hast dafür Personal, was für dich einkauft.” Manchmal fragte Wincent sich, woher die Leute solche Sachen holten. Er war doch schließlich noch immer ein normaler Mensch, der seine Wäsche allein wusch und ab und zu eben auch einkaufen musste. “Können wir ein Foto machen? und ein Autogramm hätten wir auch gerne.” “Na klar, das kriegen wir hin.” Er bemerkte, wie eins der Mädels seinen Einkaufswagen begutachtete. “Kaufst du das denn alles für dich allein ein?” Schnell stellte er sich neben die beiden, um für das Foto in die Kamera zu lächeln. “Ich muss jetzt auch leider los, sonst schmilzt mein Eis gleich.” sagte er freundlich. Er hörte noch, wie die beiden weiter tuschelten und er konnte die Worte Freundin, unglücklich und Frechheit verstehen. Darüber wollte er sich jetzt aber nicht weiter aufregen, sondern schnell zurück zu Steffi.
[3] Als er nach Hause kam, hatte sie sich schon mit einer Wolldecke und einer Tasse Tee auf dem Sofa eingekuschelt. “Wo warst du denn ganz? Hier um die Ecke ist doch ein Rewe.” “Sehr witzig, da war ich auch. Wurde leider von zwei Mädels aufgehalten.” “Von denen hier?” Steffi hielt ihm ihr Handy ihn. Wahnsinn, es war noch keine 10 Minuten her und schon landete das Foto auf Instagram. “Haben heute Wincent beim Einkaufen getroffen, der arme wirkte ziemlich unglücklich. War wohl nicht erfreut darüber, dass er alleine einkaufen musste für sich und seine Freundin.” las Steffi die Caption zum Post vor. Darunter waren schon die ersten Kommentare.
- Woher wisst ihr, dass er für beide einkaufen war? Antwort: Weil da Sachen in seinem Korb drin waren, die er sicher nicht essen würde, sondern nur Frauen.
- Schon traurig, dass er alleine einkaufen gehen muss, obwohl er doch so wenig Zeit hat
- Wo war das? Da muss ich jetzt auch immer einkaufen gehen
“Na die Leute scheinen ja ganz genau zu wissen, wie es bei uns im Kühlschrank auszusehen hat.” sagte Steffi nachdenklich. “Und scheinbar bin ich auch ne Rabenfreundin, die ihren Freund alleine zum einkaufen schickt. Also das ist ja lächerlich.” Wincent ärgerte sich wahnsinnig über diese Kommentare, und das Steffi indirekt dadurch angegriffen wurde. Aber er wusste auch, dass er daran jetzt nichts ändern konnte und es ihm egal sein sollte. Aber warum musste denn aus jeder kleinen Situation wieder etwas negatives gesucht werden? Wie viel Langeweile mussten einige Menschen haben? Noch etwas grübelnd räumte er die Einkäufe weg und kuschelte sich dann zu Steffi aufs Sofa. “Lass uns da nicht mehr drüber nachdenken, okay?” Die nächsten Tage haben wir hier ganz für uns alleine und niemand nervt uns. Ich werde morgen nur für ein paar Stunden nach Nebenan verschwinden und mit Kevin per Video Call ein paar Sachen aufnehmen. Das klappt ja zum Glück alles ganz gut so. Wollen wir es heute mal mit Harry Potter Teil 2 versuchen?” “Gerne, aber keine Garantie, dass ich das schaffe. Ich bin immer noch so müde.” gähnte Steffi. Doch dieses Mal schaffte sie es sogar noch bis zum Abspann.
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Auf Halbem Weg - Steffi (1)
FanfictionTeil 1 Steffi und Wincent Steffi (28) gerät durch einen dummen Streich in Kontakt mit Wincent Weiss, den sie bis dahin so gut wie kaum kannte. Wie kam es zu diesem Treffen und wie wird es ausgehen?
