Julia
Julia war noch nicht ganz wach, da klopfte es an ihrer Tür. Träge zog sie sich einen Morgenmantel über ihr Nachthemd und sah aus dem Augenwinkel wie einer der Diener ihre drei neuen, persönlichen Diener hereinführte.
„Guten Morgen, Prinzessin", begrüßte der ältere Herr sie. „Verziehen Sie, dass ich so hereinplatze..." Mit roten Wangen betrachtete er ihren Morgenmantel. „Ich ging davon aus, Ihr wäret bereits fertig für den Tag. Das ist mir schrecklich peinlich! Immerhin ist es halb neun..."
„Das macht doch nichts." Sie lächelte müde. „Ich sehe, Sie haben Besuch dabei."
Der Wolf mit den schwarzen Ohren sah neugierig zu ihr, der Elf wirkte dagegen gelangweilt und der Wolf mit den weißen Ohren wich scheu ihrem Blick aus. Hallo Diener, die ich nie wollte.
„Das sind Marko, Finn und Leopold, Eure neuen Bediensteten", verkündete der alte Diener nun feierlich. „Finn wird sich um Eure Garderobe kümmern. Durch gesundheitliche Probleme kann er nur eingeschränkt arbeiten. Er kann nähen, daher wird er Eure Kleidung flicken, sollte es mal nötig sein."
Ein kranker Diener? Was haben sich Cleo und Lea dabei gedacht?
„Es freut mich euch kennen zu lernen", wand Julia sich den drein zu. „Mein Name ist Julia, wie ihr vermutlich wisst. Jetzt grade habe ich keinerlei Arbeit für euch. Nutzt den Tag, um euch im Schloss umzusehen. Nach dem Frühstück kann ich euch auch herumführen."
„Prinzessin, wie großzügig!", kommentierte der Diener. „Ich nehme die drei dann erst einmal wieder mit. In der Küche wird Hilfe gebraucht. Soll ich die drei heute dort hinbringen?"
Ich habe den drein grade den Tag frei gegeben und du möchtest sie trotzdem sofort arbeiten schicken?
„Nein, danke. Die drei haben den heutigen Tag für sich", widersprach sie mit leichter Vehemenz. „Ich sehe euch nach dem Frühstück. Dann führe ich euch im Schloss herum." Sie lächelte die drei an. „Ich hoffe, es wird euch hier gefallen."
Die drei verzogen das Gesicht, aber antworteten ihr nicht. Verbeugten sich auch nicht.
Der alte Diener räusperte sich und lief erneut rot an. „Verzieht bitte!" Er sah empört zu den drei Neuen. „Wenn die Prinzessin euch Anspricht habt ihr zu antworten! Eine Verbeugung wäre auch angebracht! Wo sind eure Manieren!", schimpfte er. „Ich habe euch das alles vorhin erklärt!"
„Ist schon in Ordnung!", mischte sich Julia schnell ein. „Sie sind neu. Fehler sind normal!" Sie sind hier gegen ihren Willen...
„Natürlich!" Der Alte verbeugte sich.
„Nun denn, ich werde euch alles erneut erklären!" Mit strenger Miene bedeutete er den Neulingen zur Tür zu gehen. „Wir lassen euch dann allein, Prinzessin."
Diesmal erinnerten sich die drei an die Regeln und Verbeugten sich vor dem Hinausgehen.
Sie haben kein einziges Wort gesprochen... Was mache ich mit den drein? Wo sollen sie arbeiten? Persönliche Diener folgen ihren... Ich will nicht Besitzer sagen... Aber das ist es? Nicht wahr? Als wären sie Dinge. Ich werde dafür sorgen, dass sie so frei wie möglich sind... Hier und in der Akademie...
Erneut klopfte es an der Tür und Sophie kam herein. „Na? Schon wach?" Die ältere Dame zwinkerte ihr zu. „Ich lasse euch schnell ein Bad ein, ja? Um elf gibt es Frühstück. Ich hörte Euer Bruder, Prinz Fritz, wird nach dem Frühstück aufbrechen. Habt Ihr viele Geschenke bekommen?"
„Reichlich, ja." Julia folgte Sophie in das Bad und sah zu wie sie Wasser in die Wanne einließ. „Sehr viel Schmuck. Aber auch Stifte und anderes..." Babette hatte ihr eine Brosche geschenkt. Ein leuchtend oranger Vogel mit einem Zweig im Schnabel.
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
