Julia
Ein Aufruhr ging durch die Menge, als Julia und Peter aus dem Haus traten.
Viele Elfen hatten sich draußen versammelt und reichten sich Schippen und Rechen. Sie waren bereit, ihr Dorf zu verteidigen. Andere sahen Julia mitleidig an oder versuchten vergeblich das Dorf zu verlassen.
„Sollen wir die beiden direkt fesseln?", fragte eine Elfe. Sie hielt zwei Seile in den Händen. „Der Älteste will, dass wir sie fesseln und in eine der größeren Gemüsekisten sperren."
„Nein", die Elfe mit den braunen Haaren schüttelte den Kopf. „Sie will mit dem Ältesten sprechen. Danach können wir sie immer noch einsperren!"
„Macht den Weg frei!", forderte der Elf, der mit ihr in das Haus eingedrungen war, und schob dabei ein paar Elfen zur Seite. „Los. Aus dem Weg! Lasst uns zum Ältesten."
Die Menge machte ihnen den Weg frei. Julia sah in ihren Gesichtern, dass sie Angst hatten. Einige forderten sogar, dass sie und Peter direkt eingesperrt werden sollten, anstatt mit dem Ältesten zu sprechen. Anderewidersprachen ihnen verärgert. Doch niemand stellte sich ihnen in den Weg. Ihre Freunde, Leo und seine Familie folgten ihnen mit etwas abstand.
Schließlich erreichten sie den Ältesten auf dem kleinen, überschaubaren Dorfplatz.
Der Elf wirkte verärgert. Bei ihm standen zwei Elfen mit einem Kleinkind. Einer kleinen Elfe mit rosafarbenen Libellenflügeln. Julia traute ihren Augen nicht. Es war das Kind aus ihrer Vision.
„Was hat das zu bedeuten?", dröhnte die verärgerte Stimme des Dorfältesten über den Dorfplatz. Julia wäre beinahe zusammengezuckt, so laut war er.
„Sie möchte mit dir sprechen!", erklärte die Elfe mit den braunen Haaren und warf Julia einen letzten giftigen Blick zu, bevor sie zur Seite trat. Peter stellte sich schützend neben seine Schwester und ignorierte den Elf, der versuchte, ihn festzuhalten. Peter schob ihn resolut von sich weg.
„Nein, danke. Ich kenne dich nicht. Ich knuddel nicht mit Fremden!", raunte er dem irritierten Elfen zu.
„Was?", murmelte dieser nur und wich noch einen Schritt zurück. „Äh. Was?"
Der Älteste beachtete die beiden nicht. Er betrachtete Julia, die ihn gründlich musterte. Er wirkte müde. Seine Kleidung war verkrumpelt und sein Haar zerzaust. „So willst du Soldaten entgegentreten?", fragte sie mit gerunzelter Stirn. Was hatte ihre Mutter ihr gesagt? Eine Königin braucht Macht. Sie hätte nie gedacht, dass ihr dieser fürchterliche Rat einmal helfen würde. Julia hatte sie und ihre Freunde in ihrer Vision fliehen sehen. Sie wusste, dass sie es schaffen konnte. „Du wirkst wie ein Bauer, der sich einem Heer entgegenstellen will." Aus der Elfenmenge waren einige Stimmen zu hören, die ihr zustimmten. Sie wollten das Dorf verlassen.
„Wie bitte?" Zornesröte stieg dem Elf ins Gesicht. „Das ist es, was du willst? Dich über mich Lustig machen?"
„Das machst du gerade allein! Das brauche ich nicht."
Peter zog scharf die Luft ein und sah sie mit großen Augen an. Julia beachtete ihn nicht. Ihr Blick lag voll und ganz auf dem Elf. „Du hast keine Chance. Selbst wenn du mich und Peter nutzt. Es wird dir nichts bringen. Nur zu. Sperr uns ein. Keiner in diesem Dorf wird deine Heldentat überleben." Sie warf den beiden Elfen mit dem Kleinkind einen kurzen Blick zu. Sie waren schmutzig. Ruß klebte an ihren Körpern. „Frag die beiden Elfen. Sie werden dir dasselbe sagen, wenn sie es nicht längst getan haben. Wenn du dein Dorf retten willst, dann lauf. Fortlaufen ist der einzige Weg."
Nun blinzelte der Elf. Sein Blick wanderte zu den beiden Elfen mit dem Kleinkind. Unsicher kaute er auf der Unterlippe. „Und? Unser Dorf zu verteidigen ist eine Sache der Ehre. Der Würde. Uns wurde schon genug davon genommen!"
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
