Agathe
Der Wind war kalt.
Sie wickelte ihren Schal fester um ihren Hals und ging weiter durch den großen Schlossgarten. Die Blätter der Bäume leuchteten in gelb, rot und orange und die Luft duftete nach Herbst. Es war still im Schlossgarten. Nicht einmal Vögel waren zu hören.
Sie war zufrieden. Sie hatte den unehelichen Sohn ihres Mannes getestet und er hatte bestanden. Er war eindeutig klug und verfolgte seine eigenen Ziele. Beides konnte sie zu ihrem Vorteil nutzen. Der junge Mann wollte Teil der königlichen Familie sein. Und genau das wollte sie sich zu Nutzen machen. Aber wo sollte sie ihn platzieren?
Sie wusste, dass die von Schmalbergs Handelsbeziehungen zu den Vampiren hielten und so an beachtlichen Reichtum gekommen waren. Die von Schmalbergs kauften besondere Halbedelsteine aus dem Sumpfland, die sie zu Schmuck verarbeiten ließen, welcher beim einfachen Volk sehr beliebt war. Ihre jüngste Tochter, eine Sterbliche, war vor wenigen Wochen neunzehn geworden... Wäre das ein guter Platz für Torsten? Die Familie war beim Volk beliebt. Wenn Torsten dort einheiraten würde, würde sich dies positiv auf die Meinung des Volks auswirken und den Skandal überschatten. Aber er wäre dort nah genug an der königlichen Familie, um der Königin Bauchschmerzen zu bereiten...
Andererseits... Seit einiger Zeit flohen Werwölfe in das Sumpfland... Bislang hatten die Vampire nichts gegen die Flüchtlinge unternommen und sich geweigert, sie auszuliefern, da, wie sie sagten, die Königin ihnen nichts im Gegenzug zu bieten hatte. Immerhin weigerte sie sich, ihre Jüngste Tochter mit dem Vampirprinzen und Thronfolger zu verheiraten... Etwas, wovon sie Julia nichts erzählt hatte. Nur ihr Ehemann wusste davon und er teilte die Meinung der Königin. Sie würden ihre Tochter nicht zu den Vampiren schicken, auch wenn die Vampire ihr mehrfach ein Heiratsangebot für die Prinzessin schickten, um ihre Länder zu verbinden. Der Prinz sichte eine Braut, doch diese würde nicht Julia sein. Julia war zu kostbar, um sie zu den Vampiren zu schicken. Aber gab es nicht noch eine Vampirprinzessin? Das Mädchen müsste nun achtzehn sein... Agathe lächelte. Sie hatte einen Platz für Torsten gefunden. Jetzt hatte sie den Vampiren etwas zu bieten.
Die Flüchtlinge waren ihr ein Dorn im Auge. Jeder geflohene Wolf war ein Steuerzahler weniger. Sie verlangte hohe Steuern von den Werwölfen und von den Elfen, mit welchen sie ihr Militär und die Medizinische Versorgung größtenteils finanzierte. Dadurch musste sie ihr Volk nicht mit hohen Steuern belasten.
Und was war, wenn die Flüchtigen hinter der Landesgrenze einen größeren Aufstand planten?
Die kleineren Unruhen im Land hatte sie fürs erste gestoppt. In den letzten Wochen hatte es keinerlei Unruhen mehr gegeben und so sollte es bleiben.
Sie hatte versucht, die Zukunft zu sehen, doch alles was sie sah war große Magie.
In einer Vision hatte sie ihren eigenen Tod gesehen.
Etwas, das auf keinen Fall eintreffen durfte. Nur leider sah sie nicht, wie es geschehen würde oder wer der Täter war. Aber wenn es mit den Unruhen zu tun hatte, dann mussten diese strengstens unterbunden werden und bleiben.
Doch zumindest für das Vampirproblem gab sie nun eine Lösung, da der Handel allein für sie kein Grund war, ihr Königreich im Kampf gegen die Flucht zu unterstützen. Torsten sollte die junge Vampirprinzessin heiraten und so ihre Königreiche miteinander verbinden. Dann würden die Vampire ihr helfen, die Flucht der Werwölfe (und auch einiger Elfen) zu unterbinden. Und der uneheliche Sohn wäre weit, weit fort.
Sie würde die königliche Familie zu dem feierlichen Ball für ihre Tochter einladen und dort alles mit den von Bluthofs besprechen. Und den unehelichen Sohn wollte sie ebenfalls einladen.
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Hexe - Der Aufstand
FantasíaJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
