Julia
Die Stimmung am Frühstückstisch war eisig. Familie Schmal war bereits abgereist und Fritz hatte sie begleitet. Babette unterhielt sich mit der Königin, die von dem Gespräch sehr angetan zu sein schien. Peter hatte sich so weit weg von Babette gesetzt, wie ihm nur möglich war. Dafür saß er nun neben Torsten, der ihn kaum beachtete. Stattdessen schenkten ihm alle anderen Anwesenden viel Aufmerksamkeit. König Heinrich hatte ihm ein Kompliment zu seinen Nachthemd gemacht und es als ausgefallene Wahl bezeichnet. Julia saß neben Lea und starrte in ihren Früchtetee, den ihr eine Dienerin eingeschenkt hatte.
Die Vampire schwiegen, doch Königin Franka schien auf etwas zu warten. Das Angebot von Julias Mutter?
Marlon warf ihr säuerliche Blicke zu, was seine Schwester zu amüsieren schien. Julia ignorierte ihn. Anders als Peter, der den Vampirprinzen mit Blicken zu töten versuchte.
„Nun, wir haben noch wichtiges zu besprechen!", verkündete Agathe nach einiger Zeit. Friedrich nickte und sah mit einem nervösen Lächeln zu den Vampiren. Er hatte sich bislang mit Babettes Eltern unterhalten.
„Richtig!" Die Vampirkönigin wirkte mit einem Mal zufrieden. „Wollen wir über unsere weiteren Pläne sprechen? Wir haben Euch ein sehr gutes Angebot gemacht. Eine Hochzeit zwischen unseren Kindern wäre nur von Vorteil. Ich weiß, dass mein Sohn sehr angetan von Eurer Jüngsten ist."
Peters Blick verfinsterte sich. „Er hat versucht ihr Blut gegen ihren Willen zu trinken! Nennt Ihr das angetan?", zischte er.
Beide Königinnen blinzelten überrascht. „Er hat was?" Königin Agathe sah empört zu dem Vampirprinzen. „Wie ist es dazu gekommen?"
„Das würde mich allerdings auch interessieren? Geht es dir gut, Julia?", fragte ihr Vater.
Sie nickte. „Meine Diener kamen mir zu Hilfe. Es ist nichts passiert."
„Nichts passiert? Eure Diener haben mich bedroht! Wegen etwas, was mein Recht ist! Meint Ihr nicht?", widersprach Marlon empört.
„Bist du dir sicher?" Seine Schwester kicherte leise.
„Und wie kommt Ihr zu dem Schluss?", wollte Julias Mutter wissen. Sie versuchte gar nicht erst, ihren Ärger zu verbergen. „Das es Euer Recht ist?"
„Nun, wir wollen doch unsere Kinder verheiraten?", fragte nun der Vampirkönig. „Und es ist ja nichts passiert..."
„Nun, mein Angebot betrifft nicht meine Tochter!" Agathe sah kurz zu dem unehelichen Sohn ihres Mannes, dann zu dem Vampirprinzen. „Also nein, er hatte kein Recht. Er hatte generell kein Recht dazu! Zum Glück hat meine Tochter sehr gute Diener, sonst wäre es zu einer Katastrophe gekommen, nicht wahr? Denn dann wäre unser Gespräch jetzt beendet."
„Was ist dann Euer Angebot?", fragte Königin Franka.
Julias Mutter lächelte. „Nun, wie ihr wisst, haben wir nun einen weiteren Prinzen. Den Sohn meines Mannes. Er ist ein kluger junger Mann und sehr ehrgeizig." Ihr Lächeln wirkte auf Julia herablassend und heuchlerisch. „Er wäre eine gute Partie für Eure Tochter. Julias Platz ist hier, daher kann ich auf Euer Angebot nicht eingehen. Doch Torsten ist eine ebenso gute Wahl."
„Wie bitte?" Torsten sah überrumpelt aus. „Ich soll Prinzessin Annemarie heiraten?"
Auch Prinzessin Annemarie wirkte nun überrascht. Ihr Blick wanderte über den jungen Mann und sie betrachtete ihn mit einem Lächeln. Dann nickte sie ihren Eltern zu.
„Wie wundervoll!", unterbrach Babette das Schweigen, dass sich über den Raum gelegt hatte. „Das ist sehr aufregend! Nicht wahr?" Sie sah zu Peter. „Noch eine Hochzeit!"
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
