Der Drache
Er erreichte das Sumpfland.
Überall hing der Geruch seiner Schwester in der Luft. Er konnte auch ein Jungtier riechen. Ein Junge. Sein Neffe. Doch auch ein zweiter Geruch lag in der Luft. Der Geruch des Todes. Krankheit. Seine Schwester. Drachen wurden nur selten krank, doch seine Schwester war der Krankheit erlegen. Er folgte seiner Nase bis tief in den sumpfigen, feuchten Wald, über dessen Baumwipfel er in Gestalt eines Falken flog, bis er den toten Körper seiner Schwester entdeckte. Sie lebte nicht mehr. Dem Geruch nach, war sie an derselben Krankheit gestorben, wie ihr Vater. Eine Erbkrankheit, die selten auftrat aber erblich war. Er selbst hatte sie nicht geerbt, doch seine Schwester hatte immer danach gerochen. Er hatte immer gewusst, dass sie nicht alt werden würde. Er landete neben ihrem toten, hellen Leib und trauerte, bis ein weiterer Geruch in seine Nase stieg. Das Jungtier. Es kam näher.
Der Drache sah sich um, bis er ein schwarzes Kaninchen entdeckte. Sein Neffe... Oder doch eine Nichte? Das Kind roch seltsam. Der junge Drache kam langsam näher. Es konnte riechen, dass er ein Verwandter war. Der Drache musterte den Teenager erfreut, trotz seiner Trauer. Das Kind würde nicht allein sein. Sein ... Neffe? Nichte? Doch da war noch ein anderer Geruch. Die Krankheit. Auch dieser Drache würde nicht alt werden.
Marlon
Seine Schwester war unerträglich fröhlich. Zu fröhlich für seinen Geschmack.
Während des Frühstücks, das am Nachmittag stattfand da Vampire größtenteils nachtaktiv waren, besprachen sie den genauen Termin der Hochzeit. Samstag? Oder Sontag? Annemarie wollte die Nacht von Samstag auf Sontag, Torsten war es egal und die Königin wollte Sonntagnacht. Letztendlich wurde der Termin für Sonntagnacht, damit sie etwas mehr Zeit hatten. Noch bevor sie ihr Frühstück beendet hatten, beauftragte der König Diener damit Einladungen zu verschicken.
Seine Schwester und ihr sogenannter Verlobter wirkten müde. Natürlich waren sie das. Immerhin mussten sich sie auf die anderen Zeiten umstellen.
Marlon rührte genervt in seinem Tee. Das würde die schnellste Hochzeit der Geschichte werden. Seine Schwester, verscherbelt an einen Menschen, damit ihr Königreich die Hilfe der Hexen und Zauberer bekam. Das Wohl seiner Schwester war ihm reichlich egal, es hätte er sein sollen, der heiratete! Er! Nicht sie. Doch das kleine Hexenprinzesschen war ihm entwischt. Vorerst.
Ihr Blut hatte köstlich gerochen.
Bereits bei dem Gedanken daran lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Nach dem Frühstück zogen sich seine Eltern und die beiden Verlobten zurück, um die Details der Hochzeit zu besprechen und was noch so alles anstand. Er selbst zog sich eine warme Jacke an.
Er hatte einen Drachen zu fangen!
Doch außer dem toten Drachen fand er nichts. Dem verbliebenen Geruch nach, war ein zweiter Drache gekommen und er und das Jungtier waren auf dem Weg, das Sumpfland zu verlassen. Marlon schnaubte wütend. Das sollte es also gewesen sein? Seine einzige Errungenschaft war es, einen toten Drachen gefunden zu haben? Ich könnte den Drachen folgen. Aber wenn sie in die Wüste zurückkehren... Dann wäre ich Drachenfutter.
Die Tiere waren fort. Sie flogen in die Richtung des Elfenterritoriums. So viel konnte er riechen. Und von dort aus? Zurück in die Wüste?
Er hatte seine Beute verloren.
Julia
Sie saßen alle zusammen im Wohnzimmer, als es an der Tür klopfte.
„Besuch? Erwartest du jemanden?" Hanno sah zu seiner Frau. Flora schüttelte den Kopf. Sie erwartete Niemanden. Dennoch stand sie auf, um zu sehen, wer an der Tür war.
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Hexe - Der Aufstand
FantasíaJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
