Kapitel 89

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Julia

Gegen Nachmittag wurde es stürmisch. Sie saßen alle zusammen im Wohnzimmer, wofür sie die Küchenstühle rüber tragen mussten, und tranken Tee. Der Wind pfiff an den Fenstern vorbei. Hanno und Leopold waren inzwischen zurück. Hanno hörte nicht auf, sich über das kalte Wetter zu beschweren.

„Was hast du erwartet? Es ist bald Winter. Irgendwann musste die Kälte doch kommen", erinnerte Flora ihn amüsiert.

„Wir haben noch Kürbisse im Garten! Fast alle Blätter sind noch an den Bäumen! Ich bin emotional nicht auf den Winter eingestellt!", maulte ihr Mann nun. „Es war furchtbar kalt im Laden! Und kein Kunde kam. Keiner! Niemand! Stattdessen hat der Älteste noch mehr Elfen als Wachen um das Dorf gestellt. Bewaffnet mit Schippen und Haken. Als ob das etwas bringen würde."

„Zumindest scheint er mir doch zu glauben. Oder Ilse..." Julia seufzte. „Ihr solltet eure Sachen packen. Wir müssen hier weg. So schnell wie möglich. Ich will nicht auf die Soldaten warten... Auch wenn ich niemanden zurücklassen möchte... Doch wir können niemanden zwingen."

„Heute Nacht noch? Es stürmt. Wir können jetzt nicht aufbrechen." Floras schüttelte den Kopf.

„Es wird ein Gewitter geben, die Luft riecht danach", fügte Fiete hinzu. „Josefine und ich werden daher morgenfrüh aufbrechen. Es wäre weise, die Nacht noch abzuwarten."

„Wir gehen weg?" Josefine sah ihren Onkel traurig an. „Können wir nicht hierbleiben?"

Ihr Onkel schüttelte den Kopf. „Das ist zu gefährlich."

Jemand klopfte an der Tür. Hanno stand daher auf, um zu sehen, wer es ist. Die Sorge stand ihm in das Gesicht geschrieben. Bald darauf waren erneut verärgerte Stimmen zu hören, Hanno schimpfte, etwas polterte und drei Elfen kamen in das Wohnzimmer. Die drei sahen die Gruppe verärgert an. „Ist das die Prinzessin?", fragte einer von ihnen. „Der Älteste verlangt, dass wir sie in den Lagerraum sperren."

„Das werdet ihr sicher nicht!" Hanno stand nun in der Wohnzimmertür und versperrte ihnen den Weg. „Ich verbiete es."

Josefine wurde blass und rückte nah an ihren Onkel. Der ältere Drache beobachtete das Geschehen interessiert und strich seiner Nichte beruhigend über das Haar.

„Du verbietest es?", der fremde Elf lachte. „Du hast hier nicht das Sagen! Anstatt hier zu sitzen und Tee zu trinken sollten du und dein Sohn mit uns dort draußen stehen und unser Dorf verteidigen, sollten Soldaten kommen! Wir werden ihnen androhen, die Prinzessin zu töten, sollten sie nicht gehen." Die anderen beiden Elfen kamen auf Julia zu. Ihre Blicke waren finster. Sofort stellten Leopold und Marko sich vor sie.

„Dann glaubt ihr der Prinzessin also? In dem Fall solltet ihr nach Hause gehen und eure Sachen packen. Diesen Kampf können wir nicht gewinnen." Hanno schnaubte. „Und nun raus mit euch. Das Mädchen werdet ihr hierlassen. Raus!"

Nun war auch Fiete aufgestanden. Seine Augen glühten bedrohlich und die Luft um ihn knisterte. Die drei Elfen wurden unruhig. „Wo die Tür ist, wisst ihr?", fragte er. Josefine sah an ihm vorbei und knurrte. Ein tiefes, lautes Knurren, bei welchem man ihre spitzen Zähne sah. Sie erinnerten leicht an Haifischzähne.

Als würden sie spüren, dass sie sich mit den beiden nicht anlegen durften, traten die drei einen Schritt zurück. Josefines Knurren klang regelrecht verärgert. Ihr Onkel schob sich vor sie, doch er wand den Blick nicht von den Elfen ab.

„Wir werden dem ältesten von eurem Widerstand berichten!", murmelte einer der drein und wich weiter von den beiden Drachen zurück. Das Knistern in der Luft nahm zu. Mit blassen Gesichtern eilten sie schließlich davon. Fiete schnaubte.

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt