Peter
Er wachte früh auf. Der Boden war ihm zu hart. Vorsichtig setzte er sich auf, um Marko nicht zu wecken, der neben ihm lag. Finn nutzte seinen Freund als Kopfkissen. Seine Schwester lag eingekuschelt zwischen Leopold und Josefine, die sich im Schlaf wimmernd an Julia klammerte. Auch Julia schien schlecht zu schlafen. Ab und an zuckte sie zusammen. Hatte sie einen Albtraum? Hanno und Flora schliefen etwas näher am Feuer, welches inzwischen nur noch leicht glühte. Peter rieb sich müde die Augen. Er konnte den anderen Drachen zwischen all den Schlafenden nirgendwo entdecken.
Träge stand Peter auf. Vom Übernachten auf dem Waldboden taten ihm alle Glieder weh. Leise ging er zwischen all den Schlafenden her und suchte nach Fiete. Er fand ihn etwas abseits der Gruppe an einem Bach. Oder besser gesagt, im Bach. Fiete stand mit nacktem Körper in dem niedrigen Wasser und wusch sich. Sein Haar klebte feucht an seiner Haut. Er drehte Peter den Rücken zu. Mit neugierigen Augen sah er über seine Schulter zu Peter. „Willst du mir Gesellschaft leisten? Aber ich fürchte, das Wasser könnte etwas zu kalt für dich sein..."
Peter blinzelte. „Entschuldige. Ich wollte dich nicht stören."
„Das tust du nicht. Wie kann ich dir helfen?" Amüsiert drehte sich der Drache zu ihm und Peter bekam die volle Ansicht seiner nackten Vorderseite.
„Indem du dir etwas anziehst?"
Fiete strich sich das nasse Haar aus dem Gesicht. „Oder du kommst ins Wasser."
„Sagtest du nicht, es sei zu kalt?"
„Das sagte ich!" Endlich kam Fiete aus dem Wasser, doch die Situation verbesserte sich dadurch nicht. Er trug nach wie vor keine Kleidung. „Also... Worum geht es?"
„Wo ist deine Kleidung?" Peter konnte nicht anders, als ihn anzustarren. Nirgendwo lag die Kleidung des Drachen. War es wirklich Drachenmagie?
„Magie." Fiete setzte sich auf einen Baumstamm. Schneller, als Peters Augen regressieren konnten, was geschehen war, trug der Drache Kleidung. „Sehr praktisch. Ich passe mich einfach den Anforderungen an."
„Den Anforderungen?" Peter setzte sich skeptisch neben ihn und betrachtete die Kleidung argwöhnisch. „Heißt das, du hast strenggenommen nichts an? Es sieht nur so aus? Und deine Augen? Kannst du sie auch anpassen, oder bleiben sie immer so... Wie jetzt? Ich meine, anfangs Menschenaugen gesehen zu haben."
„Was die Kleidung betrifft, ja. Genau! Und die Augen... Wer weiß, was wir sind, sieht immer unsere wahren Augen. Wer es nicht weiß, sieht eine Illusion. Woran Hanno mich erkannt hat, weiß ich nicht genau... Vermutlich, weil ich meiner Schwester ähnlichsehe, vermutlich auch in Menschengestalt. Das haben zumindest immer alle gesagt. Aber das wolltest du mich nicht fragen, oder? Geht es um den Bund?"
Peter nickte.
„Das dachte ich mir." Fiete hob etwas Laub vom Boden, irgendetwas kleines huschte daraufhin unter den Baumstamm, und zerrupfte nervös die feuchten Blätter auseinander. „Es war die einzige Möglichkeit dich zu retten. Deine Schwester hat es erst versucht, doch sie ist noch zu schwach für eine Verletzung, wie du sie erlitten hattest. Aber du musst dir keine Gedanken über den Bund machen."
„Keine Gedanken? Wie das?" Peter schnaubte. „Für euch Drachen bedeutet es eine Hochzeit! Was ist mit dir? Du hast diese Möglichkeit für mich geopfert! Und ich wollte nie heiraten."
„Aber leben, richtig?" Fiete kam ihm einen freundschaftlichen Stoß. „Für uns muss es nicht mehr bedeuten, als dass wir nun mein Leben teilen. Mehr nicht."
„Ist das wirklich in Ordnung? Für dich?"
„Ja. Ich musste dich retten. Das darfst du mir glauben. Ich konnte dich nicht sterben lassen."
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
