Peter
Peter zog zu seiner dunkelblauen Stoffhose ein cremefarbenes Leinenhemd an. Darüber die Häkelweste seiner Schwester. Er machte ihre Kette um, so wie so viele Armbänder, wie an seine Handgelenke passten. Ein paar davon waren seine eigenen, doch die meisten hatte er sich aus Julias Schmuckkästchen geborgt. Ihr Schmuck gefiel ihm nach wie vor am besten, auch wenn er nun eigenen Schmuck besaß. Dann nahm er sich sein Haar vor. Er hatte eine schöne Perlenhaarspange in Julias Schmuckkästchen gefunden, mit der er sein Deckhaar am Hinterkopf zusammenhielt.
Perfekt!
Er war bereit in den Kampf zu ziehen.
Und er sah grandios aus!
Jemand sollte diesen Moment in einem Gemälde festhalten! Der Tragische Held hat seine Rüstung angelegt und macht sich darauf gefasst, den Drachen entgegenzutreten!
Er warf einen letzten Blick auf sein Spiegelbild, er sah wirklich gut aus, dann machte er sich auf den Weg in den Ballsaal, wo er Babette, ihre Stiefmutter, seine Mutter und die Hochzeitsplanerin treffen würde. Babettes Vater und Peters Vater hielten sich aus den genaueren Hochzeitsplanungen raus.
Der Held tritt insgesamt vier weiblichen Drachen entgegen! Es wird ein harter Kampf, aber am Ende wird das Gute, ICH!, siegen!
Wenn er ein Zauberer wäre, könnte er sich den ganzen Ärger sparen... Aber er war nun einmal kein Zauberer. Und Babette war nicht die Prinzessin seiner Träume. Sie war ein Drache! Und Prinzessinnen kamen in seinen Träumen nicht vor... Na gut, manchmal träumte er davon, mit Julia auf Abenteuerreise zu gehen. Insofern kam in seinen Träumen doch eine Prinzessin vor. Aber nur eine. In seinem letzten Traum waren sie gemeinsam von Wolke zu Wolke gesprungen und hatten in im Himmel einen Schatz gesucht. Bis eine Gewitterwolke mit der Aufschrift ‚Wolke Sieben' ihnen den Weg versperrte. Auf der Wolke hatte Babette gesessen und ihn mit Würsten beworfen. Der Traum war so absurd, dass er daraufhin vor dem Sonnenaufgang aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte.
Als er im Ballsaal ankam saßen die vier Drachen an einem kleinen Kaffeetisch, der extra für das Treffen aufgestellt worden war und unterhielten sich bei Kaffee und Gebäck.
„Peter", seine Mutter lächelte. „Da bist du ja. Setz dich zu uns." Seine Kleidung kommentierte sie nicht. Allerdings sah sie ihn warnend an.
Die Reaktionen der anderen Drachen waren wesentlich interessanter. Babettes Stiefmutter machte große Augen, Babette sah regelrecht angewidert aus und die Hochzeitsplanerin, Frau Groß erinnerte er sich an ihren Namen, sah ihn mit offenem Mund an. Inzwischen hatte Babette ein falsches Lächeln aufgesetzt und klimperte mit den Augen. „Du kommst genau richtig", sagte sie. „Frau Groß ist eben angekommen."
Peter setzte sich auf den letzten freien Stuhl, direkt neben Babette, und lächelte die Hochzeitsplanerin an. „Es freut mich sie kennenzulernen. Ich habe nur Gutes von ihnen gehört. Ich träume von einer Hochzeit mit Fröschen als Thema! Oder was halten sie von Drachen? Meine Lieblingsfarbe ist dunkelbraun."
Frau Groß blinzelte verblüfft. „Frösche? Drachen? Braun?"
„Ja. Braun ist so eine fröhliche Farbe. Finden Sie nicht auch? Ich finde weiß sehr traurig. Babette?", er schenkte ihr sein liebevollstes Lächeln. „Du trägst doch ein braunes Hochzeitskleid?"
„Davon höre ich das erste Mal." Babette Stiefmutter sah zu der Königin. Babette hingegen kochte vor Wut, doch es gelang ihr gut, dies zu verstecken. „Ich werde dir nicht verraten, wie mein Kleid aussieht. Das bringt Unglück", antwortete sie. „Und Frösche mag ich nicht. Sie sind so schleimig. Und warum Drachen? Drachen kommen nicht in Frage. Das war doch sicher nur ein Scherz?"
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
