Der nächste Tag verlief hektisch. Lea, Fritz und Paula kochten für das Abendessen, Cleo und Lea verschwanden, um noch Geschenke einzupacken und Peter hatte sie selbst bei den Nachbarn eingeladen. Nicht bei den drei Familien. Nein. Bei dem Regenbogenpartyvolk. Dort war er nun schon seit zwei Stunden.
„Wir wohnen im falschen Haus!", hatte Cleo beim Frühstück lachend zu Charlotte gesagt, als sie vom Terrassenfenster aus sehen konnten, wie sechs junge Manner mit Weihnachtsmützen, lauter Musik und Sekt aus bunten Dosen am Strand feierten. Einer von ihnen hatte sich in eine Batteriebetriebene Lichterkette gewickelt und ein anderer saß auf einem aufgeblasenen Einhorn, dass eigentlich für einen Pool gedacht war. Vermutlich dasselbe Einhorn, dass sie am Abend zuvor gesehen hatten.
Langsam wurde es Nachmittag. Bald würden Ingried und Adam ankommen. Peter war noch nicht zurück und Cleo und Charlotte waren auf dem Weg zu einer kleinen Kirche, um dort den Weihnachtsgottesdienst zu besuchen. Fritz hatte von Peter die Aufgabe bekommen, mit Hercules Gassi zugehen, worauf er wenig Lust hatte, und Paula schmückte einen Weihnachtsbaum aus Plastik, welchen sie und Fritz mitgebracht hatten.
„Julia? Holst du bitte Peter zurück?", bat sie nun. „Er wollte längst wieder da sein und es ist noch viel zu tun. Der Tisch muss dekoriert und gedeckt werden und wir haben noch ein paar Lichterketten, die in die Fenster sollen!"
Julia seufzte. „Na gut." Sie zog ihre warme Jacke an und ging zu ihren Nachbarn. Bereits draußen war laute Musik zu hören.
Nachdem sie klingelte, wurde ihr die Tür von einem Weihnachtself geöffnet. Genau genommen war es ein Mann in einem Elfenkostüm.
„Hallo Prinzessin!", begrüßte der Elf sie. „Wie kann ich dir helfen? Hast du dich verlaufen?"
„Ich bin hier, um meinen Bruder abzuholen. Peter!"
„Ah! Dann komm mal rein!" Er hielt ihr die Tür auf.
„Danke." Julia begleitete den Elf in das Haus. Hier war die Musik noch lauter und überall lagen Luftschlangen. Außerdem schien es, als hätte es eine Glitterschlacht gegeben. Der gesamte Boden glitzerte. Die Reinigung würde ich nicht bezahlen wollen...
„Wir sind gerade alle im Wohnzimmer." Der Elf grinste und sie bemerkte, dass etwas Glitter an seinem Kostüm haftete.
Das Wohnzimmer lag an derselben Stelle, wie in ihrem Ferienhaus und sah auch fast identisch aus. Allerdings lehnte an der Wand das aufblasbare Einhorn, welches inzwischen mit Lichterketten geschmückt war. Drei als Rentiere verkleidete junge Männer tanzten zu der lauten Musik. Peter trug ein schwarzes, glitzerndes Hemd zu einer roten Lederhose und saß mit einem angetrunkenen Weihnachtsmann und einem weiteren Weihnachtself auf dem Sofa und futterte Kekse. An seiner Hose haftete ebenfalls Glitter.
„Julia! Was machst du hier?", fragte er gegen die dröhnende Musik.
„Lea sagte, ich soll dich zurückholen."
„Jetzt schon? Na dann! Es war wunderbar bei euch Freunde!" Peter stand vom Sofa auf und machte eine Verbeugung.
„Wie schade!", bedauerte der Weihnachtsmann. „Aber du kannst jederzeit vorbeikommen! Möchte deine Schwester vielleicht einen Keks?" Er hielt Julia eine Schüssel mit selbstgebackenen Keksen hin, die verdächtig nach einem bestimmten, männlichen Körperteil aussahen, und mit buntem Zuckerguss verziert waren. „Es sollten Schneemänner werden, aber die Kekse sind beim Backen etwas zerflossen..."
Julia kicherte. „Nein danke."
Peter verabschiedete sich von seinen neuen Freunden, die darauf bestanden, dass er am nächsten Tag mit der gesamten Familie vorbeikommen sollte, auch Julia, natürlich, und ging dann mit Julia zurück. Inzwischen waren Ingried und Adam angekommen. Die beiden hatten ebenfalls einen Weihnachtsbaum mitgebracht, welchen sie im Flur aufstellten, wo er kurz darauf bunt geschmückt, dezent im Weg stand.
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
