Kapitel 34

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Julia

Blaugrüne Flügel. Ein Kuss. Ein Dorf. Feuer. Die wütenden Augen ihrer Mutter. Peter. Ein Blumenstrauß. Zwei Wölfe, einer weiß der andere schwarz, die auf einer Wiese in der Sonne lagen. Ein Kind mit rosa schimmernden Flügeln, nicht älter als drei Jahre. Ein brauner Wolfswelpe. Peter, der durch ein kleines Dorf mitten im Wald geht und sich mit Leopold unterhält. Baumhäuser. Ein schwarzer Wolf, der unter einem Baum liegt und an welchem sich der schlafende Finn anlehnt. Feuer.

Julia wachte auf. Draußen zwitscherten Vögel. Ihr Gesang hatte sie geweckt. Müde kroch sie aus ihrem Bett und holte sich aus der Küche einen Kaffee.

„Habt ihr gut geschlafen?", wollte Sophie wissen, die gerade frisch gebackene Brötchen aus dem Backofen holte. Den Teig dafür hatte sie am Abend zuvor gemacht.

„Ja schon... Aber ich hatte wieder eine Vision." Sie gähnte und setzte sich mit ihrem Kaffee an den Küchentisch. „Ein Dorf im Wald, Feuer... Ich denke, es ist die Zukunft. Aber die Vision ist nicht genau genug, um zu wissen, was passieren wird."

„Nun, ich bin keine Hexe, nur ein einfacher Mensch, aber so weit ich weiß, sind Visionen meistens sehr ungenau?"

Julia nickte und trank ihren Kaffee.

Finn kam müde in die Küche, nahm sich ein Glas Wasser und setzte sich neben Julia. „Guten Morgen", murmelte er und gähnte. „Was ist Eure Lieblingsfarbe?"

Julia sah ihn verwirrt an. „Meine Lieblingsfarbe."

„Ja."

„Warum fragst du?", wollte sie wissen. Sophie kicherte leise.

„Das ist geheim", antwortete Finn. „Das kann ich Euch noch nicht sagen." Er und Sophie warfen sich wissende Blicke zu. Was auch immer es war, Sophie war eingeweiht.

„Aber du brauchst, für was auch immer es ist, meine Lieblingsfarbe?" Julia trank einen Schluck Kaffee. „Also ist es etwas für mich?" Was hatte er vor?

„Richtig."

„Ich mag Violett und Gelb sehr gerne."

„Violett mag ich auch gerne. Wo bleiben die beiden anderen, Finn?" Sophie sah den jungen Wolf eindringlich an. „Sind sie etwa noch am Schlafen?"

„Marko schon. Leopold versucht gerade, ihn zu wecken."

Julia verwuschelte lächelnd Finns Haar, er sah sie überrascht an, und ging dann in ihr Bad um sich für den Tag fertig zu machen. Er wollte ihr also etwas schenken... Verdiente sie ein Geschenk?

In der ersten Schultunde hatte sie Magie. Julia setzte sich auf ihren Platz und begrüßte Helga, die ein paar ihrer Mitschüler beobachtete. Ihre Mitschüler waren noch von dem Besuch des Gastredners aufgeregt. Diejenigen, bei denen sich die Magie sehr spät gezeigt hatte, saßen hinten im Raum zusammen und unterhielten sich darüber, was sie machen würden, wenn sich bei ihnen alle Arten der Magie zeigten.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich bei ihnen noch weitere Magie zeigt. Das ist viel zu selten", murmelte Helga. Inzwischen war Philip im Klassenzimmer angekommen und setzte sich an seinen Platz. In der Hand hielt er einen gerollten Pfannkuchen, den er genüsslich aus.

„Morgen!", sagte er und bis erneut von seinem Pfannkuchen ab. „Waff habe iff verpafft?"

„Nichts", erwiderte Helga. „Ein paar unserer Mitschüler hoffen darauf, mehr Magie zu bekommen."

„Kann iff verftehen." Philip sah zu der kleinen Gruppe. „Wenn sich meine Magie spät gezeigt hätte, würde ich auch darauf hoffen, zu den mächtigsten zu gehören. Wünscht Ihr Euch mehr Magie? Julia?"

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt