Julia
Julia saß im Garten des Schlosses. Sie hatte die Augen geschlossen und genoss das Sonnenlicht. Es war kühl, doch das störte sie nicht. Es roch nach Herbst.
Jemand setzte sich neben sie.
„Ohne eine Jacke werdet Ihr euch erkälten."
Julia öffnete die Augen. Neben ihr saß Leopold und lächelte. Er hielt eine leichte Decke, die er ihr über die Schultern legte.
„Bist du extra hergekommen, um mir eine Decke zu bringen?", fragte sie ihn.
„Auch. Ja. Und um mit Euch zu reden?"
„Reden? Worüber?"
„Es wurde ein Gesetz erlassen. Elfen und Werwölfe dürfen keine Post mehr verschicken. Ich kann meiner Familie nicht schreiben. Finn ist am Boden zerstört. Marko versucht ihn zu trösten."
„Davon wusste ich nichts." Julia wickelte sich in die Decke. „Seit wann weißt du davon?"
„Ich habe es heute Morgen erfahren. Könnt Ihr da etwas tun?" Leopold klang hoffnungsvoll. Julia enttäuschte ihn nicht gerne.
„Die Königin wird ihre Meinung nicht ändern. Mama hat bei solchen Dingen noch nie ihre Meinung geändert. Ich kann sie bitten, aber sie wird das Gesetz nicht zurücknehmen."
„Das ist bedauerlich." Leopold betrachtete den Himmel. „Ihr saht gestern sehr schön aus."
„Du hast mich gesehen?"
„Kurz. Ich hätte gerne alles stehen gelassen und mit euch getanzt." Er lächelte verschmitzt. „Darf ich um einen Tanz bitten?"
„Hier? Im Garten?"
„Hier, Im Garten."
Julia sah sich um. Außer ihnen war niemand da. „Warum nicht?"
Leopold stand auf und reichte ihr die Hand. Sie ergriff sie und Leopold legte den Arm um sie. Dann begannen die beiden zu dem Rascheln der braun werdenden Blätter zusammen zu tanzen. Der Elf war ein guter Tänzer. Er wirbelte Julia geschickt durch den Garten, and an Rosenbüschen vorbei. Sie lachte. Die Decke war von ihren Schultern gefallen. Sie drehten sich und drehten sich, bis Julia schwindelig wurde und sie schwankte. Leopold fing sie grinsend auf.
„Darf ich abklatschen?" Peter war unbemerkt zu ihnen gekommen und betrachtete die beiden Tänzer amüsiert.
Leopold ließ Julia los und verbeugte sich. „Natürlich." Er schenkte Julia noch ein Lächeln, bevor er zurück in das Schloss ging.
„Hattest du Spaß?" Peter zwinkerte ihr zu. „Er sieht gut aus."
„Das tut er. Wo ist Babette? Ist sie bereits auf dem Heimweg?"
„Sie ist eben mit ihren Eltern gefahren... Ihre Mutter hat mir eröffnet, dass sie sich viele Enkelkinder wünscht. Und das auch recht bald."
„Wie nett von ihr." Julia hakte sich bei ihrem Bruder unter. „Hat Babette etwas dazu gesagt?"
Peter riss ein paar welke Blätter von einem Busch und zerrupfte sie. „Sehr nett von ihr." Er rollte mit den Augen. „Babette hat an Mutter geklebt und ihr für den wundervollen Ball gedankt. Wie komme ich aus der ganzen Sache nur raus?"
„Wie Paul?" Julia wurde nervös... „Er hat mir in den letzten Wochen keinen einzigen Brief geschickt. Seine Briefe werden immer seltener."
„Ich habe nicht vor so zu sein wie Paul, Schwesterchen." Peter drückte sie an sich. „Mir fällt schon was ein. Keine Sorge. ... Sag mal... Dein Diener Finn... Meinst du, er könnte noch das ein oder andere für mich besticken?"
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
