Kapitel 105

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Finn

Als er aufwachte waren Leopold, Juli und Fiete nicht da. Erschrocken schnupperte er an der Luft, doch alles was er roch, waren die fremden Pflanzen. Wo waren sie? Wo war Juli? Wo war seine Familie? Leise wimmernd rollte er sich zusammen. Sicher waren sie in der Nähe, oder? Und wenn nicht? Wenn sie... Fort waren? Für immer?

Hatte er Julia verloren? Seine Freundin. Seine Schwester. Seine Familie. Seine Juli!

Du darfst nicht weg sein! Juli! Lass mich nicht allein! Bitte. Komm zurück!

Marko schlief noch und bemerkte nichts von Finns Panik. Doch sein Körper war warm und... Finn blinzelte und drehte sich um. Warm und nackt. Wann hat er sich zurückverwandelt? Habe ich die ganze Nacht... So neben ihm... gelegen?

Sein Freund brummte leise im Schlaf. Sollte Finn ihn wecken? Zögernd rüttelte er an dem Arm seines Freunds.

Marko blinzelte. „Finn...", murmelte er.

„Marko!" Finn schniefte leise. „Juli ist weg!"

„Was?" Marko gähnte. „Weg? Sie kann nicht weg sein... Sie liegt doch neben..." Er rollte sich zur anderen Seite. „Sie liegt nicht mehr neben mir! Wo ist sie hin? Wir haben uns doch unterhalten und dann..."

„Unterhalten? Wann?" Finn umklammerte Markos Arm. „Sie kann doch nicht weg sein! Moment! Du hast nicht nur neben mir, sondern auch neben Juli NACKT geschlafen?"

„Ja. Warum?"

„Neben Juli?" Weiß Juli davon? Wenn nicht... Oh weh... Sie haben sich unterhalten... Dann weiß Juli das... Aber wo ist sie? Juli! Wo bist du. Komm zurück!

„Anders kann ich mich doch nicht mit ihr unterhalten... Aber... Fiete und Leopold sind auch nicht da..." Marko sah sich um. „Wir sollten Peter wecken."

Nun wurde Josefine wach. Träge rekelte sie sich und sah sich suchend um. Irritiert schnupperte sie an der Luft, genau wie Finn es vorher getan hatte.

„Dein Onkel ist weg!", alarmierte Marko sie. „Weißt du, wo er hin ist? Und Juli? Und... Der Elf?"

„Weg?" Josefine zog einen Flunsch. „Nein. Ich kann sie riechen. Sie kommen hierher."

„Sie kommen hierher?" Finn atmete erleichtert auf. „Du kannst sie riechen?"

„Ja, schon. Ich bin ein Drache..." Das Mädchen zuckte mit den Schultern und rüttelte dann Peter wach, da sie aufstehen wollte, er aber den Arm um sie gelegt hatte. „Peter. Wach auf!"

Inzwischen wachten auch die anderen der Gruppe auf. Kurz darauf waren zwei Schrei zu hören.

„Maleen!!!"

„Pepe!!!"

Die beiden Kinder wurden vermisst. Ein Tumult brach aus. Die Erwachsenen suchten die beiden Kinder und stellten sicher, dass ansonsten niemand fehlte. Die Abwesenheit von Juli, Leopold und Fiete fiel schnell auf. Josefine versuchte zu erklären, dass die vermissten auf dem Weg zurück waren, doch die panischen Erwachsenen überhörten sie.

„Peter!", Lavinia, Gisele und Liam kamen auf sie zu.

„Peter! Hast du die Kinder gesehen? Sind sie bei deiner Schwester?", fragte Lavinia flehend.

„Sie können doch nicht verschwunden sein!" Gisele umarmte ihre Freundin panisch. „Sie müssen doch hier irgendwo sein!"

„Wir sollten sie suchen!" Liam schnaubte.

„Ich weiß nicht, wo sie sind...", murmelte Peter und sah sich um. „Meine Schwester ist auch verschwunden..."

„Sie sind nicht weg. Sie kommen gleich! Von da!" Josefine zeigte auf eine dicht mit niedrigen Büschen bewachsene Stelle. Und tatsächlich kamen sie wenig später zwischen den Büschen hervor.

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt