Kapitel 35

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Marie

„Ist auch ein Brief für mich dabei?" Theo zupfte an ihrem Ärmel, während sie den Brief öffnete, den ihre Eltern ihr geschickt hatten.

„Ja. Hier ist einer für dich." Sie hielt ihm das zusammengefaltete Blatt entgegen, auf welchem groß ‚Theo' stand. Er schnappte sich den Brief und setzte sich auf Maries Bett. Ihre Zimmergefährtin, die am Schreibtisch saß und lernte, beobachtete dies stirnrunzelnd. Sie sagte aber nichts dazu. Marie setzte sich neben ihn und las ihren Brief.

Ihren Eltern ging es gut, sie vermissten sie und hatten ansonsten viel zu tun. Dem Geschäft ging es hervorragend.

Sie sah zu Theo, der lächelnd seinen Brief las. Dann überflog sie noch einmal den Brief ihrer Eltern. Sie wollte ihnen dringend von den Prüfungen erzählen. Marie hatte ein gutes Gefühl und daher hoffte sie auf gute Noten.

Es klopfte an der Tür und die beiden sahen von ihren Briefen auf. Sofort sprang Theo auf, um diese zu öffnen und Pia, die vor der Tür stand, hereinzulassen.

„Wo treffen wir uns mit der Prinzessin?", fragte diese.

„Bei den Kutschen. Hast du die Hausaufgaben fertig?", antwortete Marie. Ursprünglich wollte sie direkt nach dem Unterricht los, doch Pia hatte darauf bestanden erst Mittag zu essen und dann ihre Hausaufgaben zumindest anzufangen. Daher hatten sie sich für zwei Stunden nach dem Unterricht verabredet. Allerdings hatten sie wenig aufbekommen, und auch Marie hatte ihre Hausaufgaben bereits beendet.

„Ja. Ich bin auch fertig." Pia lächelte zufrieden. „Zum Glück war es sehr wenig."

„Ich gehe dann mal." Theo hielt seinen Brief fest an sich gedrückt und verließ das Zimmer.

„Bis morgen!", rief Marie ihm nach. Dann schnappte sie sich ihre Tasche mit ihrem Schlüssel und Geldbeutel und hakte sie sich bei Pia ein. „Wollen wir los?"

„Definitiv."

Bei den Kutschen wartete Julia bereits auf sie und die drei machten sich auf den Weg in die Stadt. Helga und Philip hatten das Angebot dankend abgelehnt, da sie lieber am Wochenende in die Stadt wollten. Die drei Besuchten erst einen Buchladen, in welchem sie sich alle neue Bücher kauften und tranken dann Kaffee und heiße Schokolade in einem kleinen Café. Am Abend fuhren sie zurück zur Akademie. Marie und Pia brachten ihre Bücher auf ihre Zimmer und gingen dann in den Speisesaal, um zu Abend zu essen. Julia aß wieder in ihrer Wohnung.

„Hoffentlich bekommen wir morgen genauso wenig auf." Marie rührte mit dem Löffel in ihrer Suppe.

Pia nickte zustimmend. „Das wäre mir auch lieb. Aber ich würde mich nicht darauf verlassen."

Julia

Die Fahrt in die Stadt hatte Spaß gemacht, auch wenn die Wachen sie wie mürrische Schatten wieder begleitet hatten. Aber daran war sie gewöhnt. Julia hatte sich zwei neue Bücher gekauft, davon eines ein Abenteuerroman, von dem sie dachte, dass er auch ihren Dienern gefallen könnte.

Da sie nicht wusste, in welchem Buchladen Ingrieds Mann arbeitete, wusste sie nicht, ob sie zufällig im richtigen Laden gewesen war, oder nicht. Vielleicht hatte sie ihn ja heute gesehen, ohne es zu wissen?

Sophie hatte herzhafte Pfannkuchen und Salat zum Abendessen gemacht. Das Essen schmeckte wie immer wunderbar. Nach dem Essen spielte sie mit Leopold, Marko und Sophie noch Karten. Finn zog sich zurück, um an dem geheimnisvollen Etwas zu arbeiten. Marko sah hin und wieder aus dem Fenster. Bald war Vollmond und Julia vermutete, dass er gerne als Wolf draußen sein würde. Leider durfte sie ihm das nicht erlauben. Sie fand die Regel grausam.

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt