Kapitel 20

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Julia

„Ihm wurde der Arm gebrochen?" Sophie eilte zu Finn, der sich unter seiner Bettdecke verkrochen hatte.

„Ja, von einem richtigen Mistkerl." Marko knurrte. Betrübt saß er am Küchentisch. „Er hat ihn einfach gepackt. Ich hätte mit Finn nicht über den Marktplatz gehen dürfen. Das ist alles meine Schuld. Ich habe nicht nachgedacht."

Julia legte ihm die Hand auf die Schulter. „Du wusstest nicht, dass das passieren würde. Keiner von uns konnte das erahnen. Braucht er einen Arzt?"

„Nein. Verletzungen heilen von selbst. Auch Knochenbrüche. Der Knochen richtet sich und heilt dann. Bei ihm dauert es nur länger..."

„Haben sie dir auch wehgetan?"

„Nein, sie haben mich nur beleidigt. Aber vermutlich werdet Ihr bald von dem Vorfall hören."

„Wieso?"

„Ich habe den Mann der Finns Arm gebrochen hat gebissen und bin als Wolf mit Finn auf dem Rücken zur Akademie gerannt."

„Du hast ihn gebissen?" Leopold stand in der Küchentür. „Sowas wird hart bestraft. Bestenfalls kommst du für ein paar Tage ins Gefängnis..."

„Ich weiß." Marko ließ den Kopf hängen.

„Nichts wird passieren. Diese Männer hatten kein Recht euch anzugreifen." Julia war wütend. „Du hast nichts zu befürchten. Ich lasse nicht zu, dass du bestraft wirst."

„Könnt Ihr das denn?", fragte Marko.

„Natürlich kann sie das." Sophie schob sich an Leopold vorbei und setzte einen Kochtopf mit Milch auf. „Ich mache uns allen erst einmal eine heiße Schokolade. Finn ist eingeschlafen. Und den Rest erledigen wir, wenn es so weit ist. Leopold? Putzt du bitte die Badezimmer? Marko? Der große Korb mit Wäsche muss in die Wäscherei. Und bitte geh in die Großküche und frag nach Kartoffeln und Tomaten. Wir haben keine mehr. Nach unserer Schokopause erledigt ihr das bitte. Ich werde mich um das Mittagessen kümmern. Was haltet Ihr von Nudeln? Prinzessin?"

„Nudeln klingen wundervoll. Und heiße Schokolade auch. Danke Sophie." Julia sah zu Leopold. „Würdest du nachher zur Poststelle gehen? Sehen, ob Post für mich gekommen ist?"

„Natürlich Prinzessin." Leopold nickte. „Gibt es noch etwas, was ich für Euch tun kann?"

„Nein, danke. Hattest du wenigstens Spaß in der Stadt? Hast du deinen Freund getroffen?"

„Ja, ich habe ihn getroffen. Macht Euch keine Sorgen."

„Und ich habe meinen Mantel bekommen!" Sophie rührte Schokolade in die heiße Milch. „Immerhin etwas positives, nicht wahr?"

„Ja, immerhin", stimmte Julia zu. „Es tut mir sehr leid, dass euch beiden das passiert ist, Marko."

Julia ärgerte sich. Ihr Plan ihre Diener zu schützen war voller guter Absicht gescheitert. Sie gönnte ihnen Freizeit in der Stadt und sie wurden angegriffen. Es war furchtbar. Auch die Gärtner der Akademie bereiteten ihr Bauchschmerzen. Was gab ihnen das Recht Diener zu beleidigen? Sie zu behandeln wie Dreck? Julia würde das nicht auf sich beruhen lassen. Niemand beleidigte ihre Diener!

Sophie reichte ihr eine heiße Schokolade. Leopold setzte sich neben sie, da Sophie ihm dort seine Schokolade hingestellt hatte. Die alte Dienerin setzte sich neben Marko, der seine Tasse bereits in den Händen hielt, obwohl die Schokolade noch etwas zu heiß zum Trinken war. Für Finn hatte Sophie eine Tasse zur Seite gestellt.

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt