Kapitel 25

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Julia

Am Sonntag regnete es. Cleo war am Morgen aufgebrochen und hatte Julia zum Abschied fest gedrückt.

Julia hatte ihr und Charlotte am Samstag erzählt, was für ein Spektakel sie auf dem Verlobungsball angerichtet hatten. Cleo hatte darüber sehr gelacht. Sie konnte sich an nichts erinnern und hatte Peters Sticheleien mit Fassung ertragen.

Peter hatte einen großen Spaß daran, sie mit ihrer betrunkenen Eskapade aufzuziehen.

Charlotte war bis Samstagabend geblieben und hatte genau wie Cleo über ihre Dummheit gelacht.

Peter lag auf Julias Bett und drückte eines ihrer Kopfkissen an sich. Die Königin hatte ihm eröffnet, dass am Montag ein Schneider vorbeikommen würde, um seine Maße für seinen Hochzeitsanzug zu nehmen.

„Und wenn ich einfach sehr, sehr viel Esse und vor der Hochzeit dick werde? Dann passe ich nicht mehr in den Anzug!", stöhnte er.

Julia lag neben ihm und drückte ebenfalls ein Kissen an sich. „Dann würde Mama auf den letzten Drücker einen neuen Anzug für dich kaufen..."

„Dann werde ich eben nicht dick! Kannst du nicht bis Montag bleiben? Ohne dich drehe ich hier durch!"

„Leider nein. Ich muss zurück zur Akademie."

„Und wenn du schwänzt?"

„Und den Test verpasse? Mama hat gestern nach meinen Noten gefragt..."

„Und?"

„Meine Noten sind eher mittelmäßig... Ich glaube, sie war enttäuscht. Cleo, Fritz und Lea waren, zumindest was ihre Noten betraf, Musterschüler. Ich bin das nicht. Magie ist einfach nicht mein Fach, Politik ist langweilig, für das Fechten und den Schwertkampf bin ich zu ungeschickt und Geschichte ist frustrierend. Unsere ach so tolle Geschichte besteht aus Sklaverei und unser Lehrer tut so, als wäre das ein wahrer Erfolg!"

„Die meisten sehen das so, Schwesterchen." Peter warf das Kissen nach ihr. „Mutter wäre erschüttert, wenn sie dich so reden hörte!"

„Ich weiß." Julia warf das Kissen zurück. „Und das macht es nicht besser! Peter? Du könntest einfach ‚nein' sagen..."

„Kann ich das? ‚Nein' sagen? Das macht es auch nicht besser... Aber das hier vielleicht!" Peter schlug mit dem Kissen nach ihr. Julia lachte und tat es ihm mit ihrem Kissen gleich. Innerhalb von Sekunden brach eine fröhliche Kissenschlacht zwischen ihnen aus.

Als sie am Abend mit ihren drei Dienern zurück zur Akademie fuhr stürmte es. Die Kutsche schwankte im starken Wind. Julia hatte die Vorhänge vor den Fenstern zugezogen, da sich Finn vor den Blitzen fürchtete, die wütend über den Himmel sausten.

Diesmal fuhren sie nicht in getrennten Kutschen. Marko war eingeschlafen und lehnte sich an das linke Fenster. Leopold las in einem Buch, welches er von einem anderen Diener im Schloss geschenkt bekommen hatte. Einen Abenteuerroman, der anscheinend sehr humorvoll war. Ab und an hörte sie ihn leise lachen.

„Wie lange fahren wir noch?" Finn versuchte sich auf der gepolsterten Bank klein zu machen und lehnte sich an den schlafenden Marko. Marko schien dies nicht zu stören.

„Vielleicht eine Stunde? Es wird uns nichts passieren Finn."

„Und wenn uns ein Blitz trifft?"

Julia schaute kurz aus dem Fenster. „Wir sind sehr weit von dem Gewitter entfernt. Uns wird kein Blitz treffen."

„Bist du dir sicher?"

Hexe - Der AufstandGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt