Marie
Helga und Philip verhielten sich komisch.
Heckten sie etwas aus? Die beiden zogen sich bereits den ganzen Tag über zurück und die Gruppenarbeit in Geschichte wollten sie nicht mit Pia und Marie machen. Stattdessen taten sie sich mit zwei Jungen aus einer guten Familie zusammen. Niederer Adel, soweit Marie wusste.
Pia war guter Dinge und ließ sich davon nicht beunruhigen. Im Fechtturnier hatte sie gut abgeschnitten. Nicht perfekt, aber gut. Ihre Noten waren allesamt vorzeigbar und auch im Schwertunterricht zeigte sie Talent. Natürlich machte sie sich Sorgen um Julia, doch nun, da einige Tests näher rückten, wollte sie sich vollkommen auf das Lernen konzentrieren. Auch Marie hatte sich im Fechten und im Umgang mit dem Schwert verbessert, was sie überraschte.
Pia hatte ihr erzählt, dass sie plante im zweiten und dritten Jahr ebenfalls sie Fächer zu belegen. Sie wollte Soldatin werden. Zu dem Entschluss war sie nach dem Turnier gekommen. Ursprünglich hatte sie überlegt, in einem Krankenhaus zu arbeiten, aber auch das Militär brauchte Heiler. Heiler, die sich und andere zur Not auch verteidigen konnten. Maries Eltern hatten immer erwartet, dass sie in das Familiengeschäft einstieg, während Marie die königliche Familie bewunderte und von großen Festen träumte. Die Königin war die Heldin ihrer Kindheit gewesen. Und sie hatte es sogar geschafft, sich mit der Prinzessin anzufreunden... Für das Familiengeschäft hatte sie sich nie groß interessiert. Sie hatte immer gehofft, Mia würde es einmal übernehmen, sodass Marie sich etwas anderes suchen konnte. Aber was? Sie wusste es nicht und Pias plötzliches Interesse in die Zukunft beunruhigte sie.
Es war eine Zukunft ohne Mia.
Und vielleicht auch ohne die Freundin, die sie so liebgewonnen hatte.
Das plötzliche Verschwinden der Prinzessin nagte an ihr. Am Abend hatte sie gesehen, wie Sophie das Gelände der Akademie mit Koffern verließ, was sie umso mehr beunruhigte.
Und noch etwas bereitete ihr Sorgen: Theo war seltsam ruhig geworden. Sie wusste nicht, warum. Er wirkte betrübt, wollte ihr aber nicht sagen, was das Problem war. Nun saß sie allein in ihrem Zimmer, ihre Zimmergefährtin war mit Freunden unterwegs und beobachtete den Sonnenuntergang. Helga und Philip hatten keine Zeit für sie, sie trafen sich zum Lernen mit den beiden Jungen und Pia war in der Bibliothek.
Marie langweilte sich. Sollte sie auch lernen? Vielleicht lenkte sie das etwas ab?
Auch August hatte keine Zeit, da er zu einer Abendstunde im Schwertkampf ging. Die besten aus seinem Kurs nahmen daran teil. Aber er wollte am Wochenende mit ihr ein kleines Kaffee besuchen. Marie lächelte.
Marko
Sie saßen im Esszimmer von Leos Familie. Es gab Käse, Obst und einen herzhaften Gemüsestrudel. Sein Blick wanderte immer wieder zum Fenster. Er wollte raus. Er wollte durch den Wald rennen und jagen. Finn saß neben ihm. Auch er schien unruhig zu sein. Marko kaute auf seiner Unterlippe und zupfte an dem Hemd, das er trug. Hanno hatte ihm neue Kleidung gegeben, nachdem er die letzte zerfetzt hatte.
Julia und Leo saßen so weit voneinander entfernt, wie es der Tisch zuließ. Leo sah ab und an zu ihr, doch Julia wich seinem Blick aus. Marko unterdrückte ein Knurren. Er wollte Leo beißen. Ihn durch den Wald jagen... Peter unterhielt sich mit Flora. Er erzählte ihr gerade von seiner Hochzeit. Flora lachte leise. Ihr Mann schüttelte nur fassungslos den Kopf.
„Hättet Ihr die Hochzeit nicht früher absagen können, Junge?", fragte er. „Bevor die gesamte Hochzeit organisiert wurde?"
Peter schüttelte den Kopf. „Ich wollte Babette nicht heiraten. Das war kein Geheimnis. Doch ich dachte, ich hätte keine andere Wahl und niemand akzeptierte meine Meinung. Ich habe erst im letzten Moment den Mut gefasst, mich dem Willen meiner Eltern zu widersetzen."
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Hexe - Der Aufstand
FantasyJulia möchte ein normaler, sterblicher Mensch sein. Ihre ältesten Geschwister sind Hexen, Zauberer. Julia möchte nichts davon. Sie möchte alles hinter sich lassen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt sich...
