Taehyung POV:
Laut schreiend griff ich nach der Hand des Jungen. Zu spät. Ein Auto kam auf uns zu. Mir war das anfangs nicht aufgefallen, dadurch das ich teilweise nur auf den jungen vor mir fokussiert war. Irgendwann aber hatte ich den Motor wahrnehmen können, konnte aber nicht mehr rechtzeitig nach meinem Mate greifen. Er wich nach hinten aus und ging noch weitere Schritte zurück. Weiter in die Mitte der Straße. Ihm standen Wut und Abscheu regelrecht ins Gesicht geschrieben. Wahrscheinlich ekelte er sich schon vor mir, so wie er mich gerade anblickte. Und trotzdem konnte ich nichts dafür. Ich war nun mal von Natur aus zur hälfte ein Wolf. Ich wollte nun mal seine Nähe! Alle anderen die schon ihren Partner gefunden hatten, wussten nicht wo ich hier gerade durch musste. Sie hatten sich schon seit Anfang an und wussten, dass sie ihr Leben lang zusammen sein würden. Ich hingegen wusste nicht ob ich Morgen überhaupt noch eine Chance haben werde. Er war nun mal ein Mensch... Bei ihm würden die Instinkte nicht durchdrehen wie bei mir, schließlich hatte er keine. Zumindest keine Wölfischen.
Ich sprang regelrecht auf ihn zu, wurde aber durch den Wagen überrascht. Es fuhr sehr schnell, wahrscheinlich da die Landstraße ziemlich leer war und sich der Fahrer dachte das es eh nichts gab worum er sich sorgen machen musste. Der Fahrer war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Tourist und wusste nicht das es hier eine Schule gab. Soweit ich mich erinnerte war die Schule auch nicht auf den Karten eingezeichnet. Viel zu groß war die Chance das Menschen auf uns aufmerksam wurden. Um so wichtiger war es für die Wölfe sich anzupassen und sich unter die Menschen zu mischen.
Panisch biss ich auf meine Unterlippe und stierte den Jungen wenige Meter vor mir stumm an. Mein Mate. Mein Seelenverwandter wurde von dem fahrenden PKW mitgerissen. Seine Augen waren weit aufgerissen vor Schock. Dann im nächsten Moment als ihn der Wagen traf sah ich den tiefen Schmerz in ihnen. Es dauerte nicht lange an. Seine Mine war schmerzhaft verzogen, was mich selbst schmerzverzerrt aufzischen ließ. Ich stolperte unbemerkt einige Schritte nach vorne und stolperte. Meine Beine waren weich wie Pudding, so wenig Energie besaß ich im Moment. Wie mein Mate Sekunden danach das Bewusstsein verlor und mehrere meter voraus über den steinharten, asphaltierten Boden geschleudert wurde. Es schmerzte beim alleinigen zuschauen. Sein Kopf schlug gegen eines der Schwarzweißen Leitpfosten, wobei er wenig später leblos wie er wirkte auf de Boden liegen blieb.
Als ich realisierte was geschehen war färbte sich plötzlich meine Sicht rot. V war am austicken. Ich tat es ihm gleich. Ich lief auf meinen Seelenverwandten zu und schmiss mich regelrecht neben ihn auf den Boden. Tränen bildeten sich in meinen Augen. Ich hatte so lange auf ihn gewartet. Auf meinen Mate. Und jetzt? Jetzt lag er blutend in meinen Armen! Schniefend hob ich seinen Kopf an und strich sachte über seine Wangen. Die Panik kroch meine Knochen hinauf. Zitternd legte ich sein Haupt auf meinen Schoß ab und fing an zu schreien. Es war eher ein mix aus weinen und schreien. Meine Gedanken wollten im Moment einfach nicht. Sie spielen verrückt und konnten sich nicht einigen ob sie wütend oder traurig waren.
Langsam wippte ich den mir noch immer namenlosen Jungen in meinen Armen und tätschelte leicht seine Wange. „H...Hey. W...wach auf. N...icht e..einschlafen, ja?" Die anfängliche Panik machte platz für Sorge um den Jungen, weshalb ich mich zu den Wagen drehte welcher eben noch meinen zukünftigen Partner angefahren hatte. Der Fahrer war nicht weit von hier stehen geblieben und panisch aus dem Auto gestiegen, ein Handy in der Hand und lief auf uns zu. Würde er noch näher kommen, wahrscheinlich könnte ich mich dann nicht mehr zurück halten und ihn zerfleischen. Was wagte er es überhaupt meinem Seelenverwandten schaden zuzufügen.
„Rufen sie gefälligst den Notruf!!!", keifte ich letztlich unruhig und strich beruhigend über die Wange des jüngeren. Er spürte es wahrscheinlich nicht, doch umso mehr regte mich diese kleine Geste etwas ab. Schluckend tat der mann wie ihm gesagt und wählte beinahe sofort eine Nummer auf seinem handy. „Taehyung?" Langsam drückte ich den Jungen fester an mich. Meine Sicht war noch immer undeutlich und würde wahrscheinlich in den nächsten stunden auch so bleiben. Die tränen konnte ich schließlich nicht stoppen. Alleine schon weil ich für V mit mitweinen musste, welcher wie ein aufgescheuchtes Huhn in unserer Gedankenwelt vor sich hin tigerte. Er wollte raus und die Führung übernehmen. Doch würde ich es ihm gewähren, würde es heute noch einen Toten geben.
„Taehyung!" Schniefend hob ich meinen Kopf an, als ich eine verwunderte Stimme aus dem Wald herauslaufen hörte. Natürlich er... Von allen war es natürlich Sehun der jetzt kommen musste. Mir war klar das ich mich jetzt zusammenreißen sollte. Es ging hier jetzt gerade nicht um Sehun! Verdammt nochmal, das tat es nicht! Doch trotzdem spürte ich im hintersten Eckchen meines Inneren die Wut in mir aufkommen. Die Frustration die ich verspürte wenn ich Sehun sah. Dieser Junge wusste nicht wie glücklich er sich schätzten konnte! Eine Hand legte sich auf meine Schulter und wenig später beute sich Sehun zu mir vor. Sein Blick war zu dem fremden Mann gerichtet, welcher gerade nervös mit dem Notruf telefonierte. Der Jüngere schien die Lage noch nicht ganz verstanden zu haben. Wahrscheinlich hatte er den Jungen in meinen Armen noch nicht bemerkt, umso schlimmer würde seine Reaktion werden.
„Was ist hier los, Tae? Wieso sitzt du hier auf dem Bo..." Sofort weiteten sich seine Augen, als er seinen Blick abwand und auf mich und den Jüngsten in meinen Armen wandte. „Jungkook!" Seine Stimme war laut. Sein Gesicht von jetzt auf gleich leichenblass. „Jungkook! Ach du scheiße! Was ist passiert?!" Sehun schmiss seine Tasche und die zweite mir unbekannte zu Boden uns hockte sich zu uns. Ich hingegen antwortete nicht, tropfte nur weiterhin mit meinen Tränen meinen Mate voll und biss mir auf die Lippen. Und schon wieder war ich eine Schande für meinen Vater. Würde er mitbekommen was ich hier trieb, wahrscheinlich dürfte ich den Rest meines Lebens nicht mehr ins Rudelhaus zurück. Doch das war mir gerade scheiß egal.
Ich antwortete Sehun nicht, sondern wische mir meine Augen trocken und hob den Jungen hoch. Behalt einen kühlen Kopf, Taehyung! Lass dich weder von V noch von deinen Gefühlen beirren. Ich biss mir wieder auf die Lippe und überlegte. Mein Atem ging noch immer schnell. Wahrscheinlich all der Stress und das Adrenalin. Moment mal... Wie hatte Sehun ihn genannt? Jungkook? Aus irgendeinem mir unbekannten Grund kam mir der name bekannt vor. Ich wusste nicht woher. Kannte ich einen Jungkook? Vielleicht hatte Sehun ja schonmal von ihm erzählt, so nah wie die sich waren... „Ajussji, wann kommt der Notruf!" Keifend erhob ich gestresst meine Stimme. Der Fremde zuckte und schaute wieder auf seinen Bildschirm. Wahrscheinlich um die Uhrzeit zu Checken. Scheiß auf den Namen jetzt! Kühler Kopf! Ich seufzte auf und sah starr zu dem Fremden. Würde es. Länger als 10 Minuten dauern musste ich warscheinlich selbst Hand anlegen und ihn in die Stadt bringen. Mein Mate war gerade dabei die Hälfte seines Blutes zu verlieren. Zu viele Aufschürfungen und Platzwunden hatte er sich zugezogen. Hofften wir einfach mal dass es dabei blieb. Noch mehr Verletzungen wollte ich ihm nicht zutrauen.
„I... In zwanzig Minuten. Sie meinten sie sind in den nächsten zwanzig Minuten da." Ich schüttelte meinen Kopf. Das dauert zu lange! Nachdenklich sah ich mich um. Wenn ich ihn jetzt von hier aus zum Krankenhaus bringe würde es nur zehn Minuten dauern. Entschlossen nickte ich und lief mit Jungkook in meinen Armen zurück in den Wald. Der Mann japste und lief mir verwirrt hinterher. „Warten sie, sie können doch nicht einfach..." Wie musste ich wohl auf ihn wirken... Wahrscheinlich genau so irre wie in Jungkooks Augen.
Ich unterbrach ihn und knurrte. „Seien sie einfach leise und fahren zur Polizei. Wer von uns hat hier eben einen minderjährigen angefahren?!", keifte ich etwas zu energisch und blitzte ihn förmlich mit meinen Augen an. Innerlich wusste ich das es meine Schuld war und nicht dessen. Es war meine schuld gewesen das er überhaupt erst auf die Straße gelaufen war. Ich musste also sicher gehen dass jungkook so schnell wie möglich behandelt wurde. Er verliert Blut und das sehr viel. Der Fremde schluckte, trat dann aber zurück. Sehun hingegen sah mich mit einem undefinierbaren blick an, was ich vorübergehen ignorierte. „Hilf mir seine Wunden zu verbinden. Ich bring ihn jetzt zum Krankenhaus." Sehun wusste was ich vor hatte und nickte stumm. Er griff nach den Taschen und schulterte beide. Dann überreichte ich ihm kurz Jungkook und lief in den wald um meine Klamotten auszuziehen. Sehun ging mir hinterher und ließ den verwirrten Fremden mitten auf der Straße stehen.
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Hello. :D Neues Kapitel ist da. Ehrlich gesagt gefällt mir das Kapitel 0 XD Ich bin überhaupt nicht zufrieden und würde am liebsten alles löschen. Ich hab das Gefühl es wird ein wenig zu klischeehaft. Ich mag das nicht... >< Aber der Unfall muss halt sein, weil die Story sonst nicht so weiter gehen kann wie ich es teilweise geplant habe. Ich hoffe es ist trotzdem okay geworden. ^^ Leider hab ich auch nicht mehr viel daran verbessert, weil ich heute keine Motivation mehr dafür habe.
Ach ja, kennt einer von euch Dauntless? Wenn ja, dann hast du einen guten Geschmack! Ich bin momentan 24/7 am spielen. XD
PS. Nochmal Entschuldigung für dieses weirde Kapi >< Falls ihr irgendwelche Fehler gefunden habt, einfach ignorieren oder mir bescheid geben. Ich besser das dann aus XD
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Lonely Wolf [bxb]
Fantasi[bxb/FantasyAu] Jungkook. Ein ganz normaler 16 jähriger Junge dessen Leben seit klein auf immer schlimmer wurde. Taehyung. Ein Alpha der versucht seinen Mate für sich zu gewinnen. Doch aus irgendeinem Grund stellt sich das als sehr große Herausfo...
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