Kai POV:
Keuchend schmiss ich mich auf den Boden. Inzwischen waren schon fünf Versuche gescheitert, in denen ich und Lay versucht hatten uns einwandfrei nach Deutschland zu teleportieren. Doch aus irgendeinem Grund hatten die letzten Versuche nicht geklappt und wir landeten wahrscheinlich aufgrund von fehlender Information über diesen Ort und niedriger Konzentration meinerseits, entweder in der Sahara mitten in einem Sandsturm, im tropischen Regenwald neben einigen giftigen Fröschen, Spinnen und Schlangen, oder ganz woanders.
Schnaufend schloss ich meine Augen, wobei sich Yixing zu mir herunter beugte und seine Hände auf meinen Brustkorb legte. Ich spürte wie eine angenehme Wärme sich in mir breit machte, dadurch das wir momentan mitten im Schnee festsaßen. Es war praktisch, dass ich einen Heiler bei mir hatte, sonst wäre ich wahrscheinlich schon vor Erschöpfung krepiert. Ich zückte mein Handy und hob es angestrengt vor mein Gesicht, in der Hoffnung herauszufinden wo wir uns nun befanden. Lay hingegen stellte mit seinen Heilfähigkeiten meine fehlende Kraft wieder her, damit wir gleich einen weiteren Versuch starten können. „Hyung... wir sind in Sibirien...", schnaufte ich und richtete mich wieder schnaubend auf. Der Schnee preschte uns regelrecht ins Gesicht und überzog uns mit einer dünnen, weißen Schicht.
Mein Hyung seufzte, ließ aber seine Hände weiterhin auf meiner Brust ruhen. Das warme Prickeln tat hier in der Eiseskälte mehr als nur gut. „Okay!", fing er auch schon an und löste sich von meinem Oberkörper, nur um fest, aber nicht schmerzhaft seine Hände auf meine Wange zu klatschen. Überrascht japste ich auf und weitete meine Augen. Weiße Schneeflöckchen hatten sich in seinen pechschwarzen Haaren verfangen und funkelten wie Kristalle im Abendlicht der vielen Sterne und des Mondes. Seine Augen musterten mich ernst und ich schluckte kurz eingeschüchtert. Schließlich war er immer noch der Ältere von uns. „Konzentrier dich, Kai! Atme tief ein und wieder aus und denk genau an das Bild."
Sofort wurde mir sein Handy mit dem Bild des Kifernwaldes in die Hand gedrückt. Ich starrte angestrengt darauf, mir jedes Detail einprägend. Egal was, irgendwie musste es doch klappen. „Kennst du keine anderen Orte zu denen wir gehen können...?", nuschelte ich leise, noch immer nicht meinen Blick von dem Smartphone hebend. Trotz dessen bemerkte ich wie der ältere langsam seinen Kopf schüttelte. „Das ist der einzige Ort der in den Büchern erwähnt wurde. Selbst im Internet findet man nichts mehr dazu. Diese Pflanze ist wie ausgerottet und kaum mehr zu finden, deswegen sollten wir zu einem Ort gehen, an dem man wenigstens weiß das dort einmal Diptam gewachsen hat." Schnaufend wuschelte Lay sich durch die Haare und wirbelte die weißen Flocken in ihnen auf. Seine feuchten Strähnen hingen ihm danach nur noch tiefer und verwuschelter ins Gesicht.
Meine Gedanken waren so vertieft in dieses Bild. Wie gierig mussten die Menschen und Fabelwesen nur gewesen sein, das eine ganze Pflanzenart kurz vorm aussterben war. Meine Augenlieder sanken ein wenig und nur wenig später umfing mich die Schwärze der Dunkelheit. Wie aus dem nichts bildete sich das grüne Ebenbild des Ortes an den wir hin wollten vor meinem inneren Auge und ich versank regelrecht in dem Gedanken mich dorthin zu teleportieren. Ich roch den Duft des Waldes, hörte die zirpenden Vögel und spürte die kühle Brise auf meiner Haut. Selbst den Geschmack von frischen Beeren konnte ich schmecken. Es war als ob ich mich wirklich dort befand. So als ob das alles kein Gedanke wäre.
Erst als ich ein erschrockenes ‚Kai, noch nicht!' hörte und im nächsten Moment eine leichte Wärme um mich herum verspürte, bemerkte ich erst dann dass ich mich teleportiert hatte. Warte... Lay!
Lay POV:
Stumm sah ich in den Himmel. Wir sollten uns beeilen. Es wäre gut so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen, damit wir das Gegenmittel auch rechtzeitig fertigstellen konnten. Kyungsoo hatte eine sehr hohe Dosis an Wolfswurz in sich. Der Prozess der Vergiftung würde dementsprechend sehr schnell bei ihm voranschreiten. Mein Blick wandte von dem großen, schön leuchtenden Mond zurück auf Kai, der angefangen hatte sich langsam in Rauch aufzulösen. Warte mal... was????
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Lonely Wolf [bxb]
Fantasy[bxb/FantasyAu] Jungkook. Ein ganz normaler 16 jähriger Junge dessen Leben seit klein auf immer schlimmer wurde. Taehyung. Ein Alpha der versucht seinen Mate für sich zu gewinnen. Doch aus irgendeinem Grund stellt sich das als sehr große Herausfo...
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