Kapitel 76

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Schweigend starrte ich auf meine Hände. Taehyung soll Buwan sein? Mein kleiner Buwan? Der der mich während meiner Krankenhauszeit immer wieder besucht hatte? Der der mich an dem Tag meines Unfalls zum Krankenhaus gebracht hatte? Überfordert spielte ich mit dem Saum meines T-Shirts. Wie kann das sein. Sollte ich mich nicht eigentlich lachend auf meinen Bauch drehen, mir das Kissen ins Gesicht drücken und ihn für dumm erklären? Ja sollte ich. Stattdessen kribbelte mein ganzer Körper. So als ob er sich nach etwas sehnen würde. Als ob er mir sagen wollte dass ich endlich nachgeben sollte.

Ich verdrängte diese verwirrenden Gefühle und biss auf meine Unterlippe. Von wegen! So einfach ließ ich mich nicht täuschen! Das einzige was mir zu schaffen machte, war die Frage woher Taehyung von Buwan wusste? Alleine schon diese Tatsache jagte mir einen unangenehmen Schauer über den Rücken. Wenn ich ehrlich war konnte ich den Verdacht das er ein Stalker war ausschließen. Auch wenn er hier aus dem nichts in meinem Zimmer aufgetaucht war, so schob ich diesen Gedanken beiseite, alleine schon wegen dem Fakt das er denselben Freundeskreis wie Sehun hatte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass er trotz dessen ein böser Mensch war.

Hustend richtete sich der sogenannte Wolf auf. Er hatte mir versucht alles zu ‚beichten'. Zumindest meinte er mir so einen Quatsch erzählen zu müssen. Wütend verfinsterte sich meine Mine ein wenig. Niemand außer uns beiden war hier. Sehun und Lay -der Arzt- würden morgen erst wieder kommen um den Jungen zu untersuchen. Sehun sah manchmal wie Lays kleiner Sidekick aus, so wie er diesem während seiner ‚Arbeit' immer hinterher lief und ihm half. Beinahe schon süß.

„Tae! Ich finde das nicht witzig, also lass das lieber! Nicht zu fassen das ich an dir meinen ersten Kuss verloren habe, du Arsch!", keifte ich und drehte mich in meinem Bett herum. Das Geschehene von eben aber nur teilweise bereuend. Wie sollte ich etwas so schönes auch bereuen können. Nicht das ich jemals vor diesem Idioten zugeben würde, das mir ein Kuss mit ihm gefallen hatte. Ich schob es sowieso auf sein viel zu hübsches Gesicht. Das würde ich ihm nicht gönnen.

Es war schon spät und mein Vater würde fürs erste nicht zurück kommen. Eigentlich hatte ich beschlossen in seinem Zimmer zu schlafen, doch Lay wollte das ich bei Taehyung blieb. Sei es wegen meiner ach so beruhigenden Wirkung auf ihn, oder die Tatsache das einer auf den noch immer geschwächten Jungen aufpassen sollte. Er wusste das der Ältere sich nicht damit zufrieden gab alleine und stumm im Bett liegen zu bleiben. Er sah an sich ziemlich athletisch und sportlich aus, da würde es mich nicht wundern wenn er wie aus dem nichts auf die Idee kommen würde eine runde joggen oder spazieren zu gehen.

„Das ist keine Lüge...!", murmelte er und hustete wieder. „Glaub mir doch! Jungkook ich verarsche dich nicht!" Wütend stützte ich mich an meiner Matratze ab und hievte mich von meinem Bett. Ich wollte gerade einen Fuß auf den Fußboden setzen, da schlangen sich zwei starke Arme um meine Hüfte und zogen mich an einen warmen, zittrigen Körper. Überrascht japste ich auf, dadurch das Taehyung sein Gesicht regelrecht gegen mein Becken drückte und mich an sich zog. Gott... Wie oft denn noch? Er benahm sich wie ein Baby! Wollte nicht von mir loslassen und klammerte sich wie an eine Boje an mich.

Seine Arme schlangen sich um meinen Körper, wobei seine großen Hände auf meinen Seiten Platz fanden. „Bitte, glaub mir doch... Ich erklär dir auch alles von Anfang an!", nuschelte er gegen meine Haut, die teilweise von meinem hochrutschenden T-Shirt freigelegt war. Es kribbelte und tat verdammt gut. Tja, momentan hab ich ja eh das Gefühl Stockholm Syndrom zu bekommen... Ich wurde rot bei dem Gedanken und drehte mich hysterisch zu ihm um, um den älteren von mir wegzuschieben.

„Spar dir deine Erklärung und lass mich los...", nuschelte ich rot wie eine Tomate. Was sollte das hier gerade werden? Hallo? Das ist in irgendeiner Hinsicht sexuelle Belästigung? Und wieso atmet er so heftig? Als ob das nur an dem Gift lag... Der Idiot schien mich nicht loslassen zu wollen, stattdessen drückte er mich nur fester an sich und rieb mit seiner Nase langsam meine Wirbeln hoch und runter. Ich zuckte erschrocken auf und unterdrückte den heiseren Aufschrei der langsam in mir aufkam. So langsam wurde mir das zu viel. Egal wie krank er auch war, oder in was für einem Fiebertraum er auch steckte... Ich wollte dieses Herzrasen endlich loswerden und dies würde nicht klappen wenn er mir so nah kam.

Lonely Wolf [bxb]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt