Revali flog nach Schloss Hyrule und er war sich sicher, dass er dabei nicht die beste Figur machte. Ungefähr bei der Hälfte des Fluges hatte er schon überlegt, ob er zurück fliegen sollte. In Schloss Hyrule würden alle herausfinden, was geschehen war. Für ihn würde das eine solche Demütigung werden.
In diesem Moment kam ihm ein fast schon verrückter Gedanke. Was würde Raisa wohl in der Situation tun? Er überlegte. Vermutlich würde sie es einfach hinnehmen und die Leute lachen lassen. Das müsste sie ja bereits kennen. Nun...ganz so sicher war es sich dabei aber nicht.
Ein weiteres Problem für ihn war sein Gewand. Für den heutigen Anlass trug er ein weißes Gewand mit goldener Verzierung, traditionell nach alter Orni-Weise gefertigt. Zu dumm, dass es so geschnitten war, dass es auf seine Verletzung drückte. Vermutlich würde es nur einen Schlag auf diese Verletzung brauchen, um ihn in die Knie zu zwingen. Was für ein erbärmlicher Zustand indem er sich befand.
Das Einzige, was seinen Flug angenehmer machte, war das Bild vor seinen Augen. Raisa vor dem König von Hyrule. Das Gesicht des Königs, wenn er dieses dreckige Straßenkind sah. Darauf freute er sich bereits die ganze Zeit. Und genau wegen dieser Vorfreude schaffte er es auch letztendlich nach Hyrule Stadt.
„Revali, wirst du langsam alt? So langsam habe ich dich noch nie fliegen sehen", lachte Urbosa, welche bereits in Hyrule Stadt war. Er schnaubte als Antwort nur, hoffte aber insgeheim, dass sie nicht weiter nachfragte. „Ihr seid schon da?" Revali und Urbosa drehten sich um, erblickten dabei Mipha, welche nun auch den Platz erreichte. „Die Hälfte und Prinzessin Zelda fehlt ja noch", bemerkte sie. Wenn es nach Revali ging, dann könnte eine Person ruhig weg bleiben.
Weiter weg vom Platz konnte er Daruk und Link erkennen, welche lachend zu ihm und den anderen kamen. „Vielleicht ist Zelda auch im Schloss und Raisa kommt einfach nicht?" Was Urbosa sagte, ergab für Revali Sinn. Auch wenn er es sich nicht wünschte. Er wollte doch das Gesicht von König Rhoam bei Raisa's Anblick sehen. „Zelda ist im Schloss", bestätigte Link Urbosa. Diese richtete sich auf. „Dann lasst uns gehen." Revali und die anderen folgten Urbosa ins Schloss hinein.
Nicht nur die Stadt war herrlich geschmückt, selbst das Schloss war in blauen Farben verziert. „So kann man seinen eigenen Feiertag genießen", sagte Daruk, als sie in dem Saal ankamen. Der Tisch war reichlich gedeckt, wer also bei diesem Anblick keinen Hunger bekam, war krank.
Am Tischende saß der König. Als Revali ihn erblickte, verneigte er sich kurz. Die anderen Recken taten es ihm gleich. „Zelda wird auch gleich kommen, ihr könnt unterdessen Platz nehmen."
Die Recken gingen der Aufforderung nach und setzten sich. Revali bekam den Platz ganz außen, war bedeuten würde, das Zelda neben ihm saß. Und wo er grade bei Zelda war, diese kam durch eine andere Tür in den Saal hereingeschneit. Im Schlepptau hatte sie... Das war unmöglich.
Revali rieb sich kurz die Augen, da er vermutete, dass er einen Sehfehler hatte. Doch alles blieb gleich. Er konnte seinen eigenen Augen nicht glauben. Raisa, sie... Sie sah gut aus. Für ihre Verhältnisse... Das änderte jedoch nichts an ihren überaus schlechten Charakter, Eigenschaften...und einfach allem an ihr, was negativ war!
Raisa blickte über den großen Tisch zu den fünf Recken. Diese hatten alle denselben, ungläubigen Gesichtsausdruck. Als würden sie einen Geist sehen oder die Göttin Hylia stand persönlich vor ihnen. Selbst das Federvieh sah sie verdattert an. „Verzeiht unsere Verspätung, Vater", entschuldigte Zelda das Zuspätkommen von Raisa und ihr selbst. Der König wies die beiden jedoch einfach nur auf ihre Plätze.
Raisa folgte Zelda, welche dann etwas tat, wofür sie ihr den Hals umdrehen könnte. Zelda ließ einen Platz zwischen ihr und Revali frei, damit sie sich dort hinsetzen konnte. Das dies pure Absicht war, brauchte Raisa erst gar nicht zu hinterfragen.
Doch ohne sich zu beschweren, nahm sie Platz und starrte stumm auf ihren Teller. Dabei konnte sie deutlich den Blick von dem Federvieh spüren, was ihr dermaßen gegen den Strich ging. Sehr sogar! Was fiel ihm ein sie derartig anzustarren?
Raisa musste dies wohl oder übel hinnehmen. Dabei beobachtete sie, wie immer mehr Menschen den Saal betraten und sich an den Tisch setzten. Sie alle schienen wohl irgendwelche Hochwohlgeborenen zu sein. Eigentlich war dies jeder am Tisch, außer Raisa. Und das spürte sie.
Der König erhob sich von seinem Platz. Raisa sah daraufhin zu ihm herüber. „Diesen Tag feiern wir zu Ehren der sechs Recken, welche im Namen Hyrules und im Namen der Göttin Hylia gegen die Verheerung kämpfen werden. Jeder dieser Recken spiegelt Hyrule wider und sie sind diejenigen, welche das große Unglück, welches uns Prophezeit wurde, abwenden werden. So wird ihnen dieses Tag gebührt, damit jeder in ganz Hyrule weiß, was für tapfere und großartige Krieger sich gegen die Verheerung zur Wehr setzen."
Die wichtigen Leute, wie Raisa sie nannte, fingen an zu klatschen. Warum nur hatte sie ihren Willen nicht durchgesetzt und war von hier weg geblieben? Zum Glück war dies das Letzte, was Zelda von ihr verlangen konnte, danach waren die beiden quitt. Und wenn sie sich auf den Kopf stellte, sie würde es dann ignorieren.
„So lasset das Fest beginnen."
Auch wenn Raisa auf das ganze Zeremonielle verzichten konnte, den Appetit hatte es ihr nicht verschlagen. Es gab Speisen von denen sie in ihrem gesamten Leben noch nie etwas gehört hatte, geschweige denn, dass sie eine gesehen hatte. Und sie freute sich schon von diesen zu kosten. Endlich bekam sie etwas dafür ein Recke zu sein.
„Du hast dich aber fein raus gemacht, was willst du damit bezwecken?", hörte sie Revali leise neben sich sagen. Da alle an diesem Tisch in irgendwelchen Gesprächen verwickelt waren, ging dies wohl unter. Doch Raisa ignorierte ihn. Sie handelte genau so, wie sie es plante. „Erhoffst du dir einen dieser Hochwohlgeborenen mitzunehmen und dann auszurauben?" Er hörte und hörte nicht auf. Raisa verstand nicht warum. Sah er denn nicht, dass es ihr egal war, wie er über sie redete?"
„Oder bist du gar nicht die echte und Zelda hatte jemanden gesucht, um Raisa zu ersetzten, weil es ihr sonst zu peinlich wäre den, von ihr ernannten, Recken ihren Vater zu zeigen? Ich würde es verstehen"
Raisa warf ihre guten Vorsätze für einen Moment weg. Er reizte sie einfach so sehr, dass es kaum zum Aushalten war. Somit stieß sie mit ihren Ellenbogen in seine Seite. Schmerz schien die einzige Sprache zu sein, die er verstand.
Sie sah wie sehr er sich zusammenriss, um keinen Mucks von sich zu geben. Seltsam, dabei war es doch kein starker Stoß. Er hielt sich mit seinem Flügel die Seite, so unauffällig wie es nur ging. Doch einige bemerkten das Szenario zwischen ihr und dem Federvieh. „Alles in Ordnung bei euch, Kinder?", fragte Daruk. „Alles bestens", antwortete Raisa unbekümmert. Sie schaute noch einmal zum Federvieh. Da sah sie etwas, was sie sehr verwunderte.
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Number 6
FanfikceDie Hylianer fanden einen weiteren Titanen, der gegen die Verheerung Ganon eingesetzt werden sollte. Kurzerhand entschloss sich Prinzessin Zelda noch einen weiteren Recken aufzunehmen. Doch wen? Alle Völker Hyrules waren bereits vertreten. Nach lang...
