*Samu's Sicht*
Schon seit Tagen lag Yun nur in ihrem Bett und weinte. Ich brachte ihr jeden Morgen, Mittag und Abend ein Tablett mit Essen und Trinken hoch, doch wenn ich es nach Stunden wieder holte, um ihr das nächste Essen zu bringen musste ich feststellen dass Yun es kein einziges Mal angerührt hatte. Ich war am verzweifeln. Mir gingen jegliche Ideen aus um sie wieder aufzumuntern. "Yun, du musst was essen. Bitte, wenigstens ein bisschen." Ich saß neben meiner Tochter auf dem Bett und hielt ein Stück ihres lieblings Käse in der Hand. Mein Mädchen hatte ihr Gesicht wieder einmal in ihrem Kopfkissen vergraben. "Yun bitte." flehte ich sie an. Tag für Tag für Tag saß ich hier und flehte meine Tochter an etwas zu essen, doch sie weigerte sich einfach nur. Hoffnungslos legte ich den Käse wieder auf den Teller zurück, gab Yun einen Kuss auf ihren Hinterkopf und verließ das Zimmer. In diesem Moment klingelte auch mein Handy. Es war Jules, die mich anrief. Lustlos nahm ich ab und sprach ein leises 'Hallo' in den Hörer. "Hey." Eine kleine Pause entstand zwischen uns. "Wie geht es ihr? Isst und trinkt sie immer noch nichts?" erkundigte meine Freundin sich. "Es ist hoffnungslos Jules." Ich ging die Treppenstufen runter und ließ mich auf die Couch nieder. "Wenn das so weiter geht müssen wir noch mit ihr ins Krankenhaus. Samu bitte ruf einen Arzt und zwar heute noch." Ich stützte meinen Kopf auf meiner freien Hand ab. Jules hatte recht, doch wenn ein Arzt kommen würde würde Yun sich im Zimmer einschließen und ich würde nicht mehr an sie ran kommen. Ich konnte froh sein dass ihre Tür überhaupt offen war und ich jeder Zeit rein konnte. "Du hast recht Jules, doch kann ich dies nicht tun." Ich erklärte ihr warum, weshalb wir sogar ein wenig diskutierten. Nach einer Zeit gab Jules mir doch recht. Sie wollte auch nicht dass Yun sich in ihrem Zimmer einsperrte und wir dann endgültig nicht mehr an sie ran kamen. Es war ja jetzt schon schwierig genug.
*Santtu's Sicht*
Irgendwie musste ich es doch schaffen mit Yun reden zu können. Zu dem musste ich unbedingt wissen wie es ihr ging. In den letzten Nächten konnte ich nur sehr schlecht schlafen, doch dies hatte ich in der Tat verdient. Katharina hatte sich sogar mehr mals bei mir gemeldet, doch ihre Anrufe und Nachrichten ignorierte ich. Sie hatte mir sogar öfters auf meinen Anrufbeantworter Nachrichten hinterlassen, die ich jedoch nie abhörte sondern immer nur löschte. Meine Mutter kam so gut wie jeden Tag vorbei um zu sehen das ich auch ja keinen Blödsinn veranstallte. "Was ist eigentlich zwischen dir und dieser Katharina passiert dass du keinen Kontakt mehr mit ihr hast?" erkundigte sich meine Mutter während sie in der Küche putzte. "Unwichtig." antwortete ich und spielte mit dem Verlobungsring in der Hand rum. Seitdem Yun mich verlassen hatte und den Ring mir vor die Füße geworfen hatte hielt ich ihn in der Hand und spielte oder betrachtete ihn ständig. Meine Mum kam aus der Küche spaziert und ging an der Couch auf der ich lag vorbei. Sie öffnete die Rollläden, sodass wieder Licht in meine Wohnung kam. Ich verzog mein Gesicht, da ich es nicht mehr gewohnt war. Nun kam Mum zu mir und schlug mir mit einem Handtuch gegen meinen linken Oberschenkel. "Steh endlich auf und zieh dir mal etwas gescheites an!" meckerte sie mich an, doch dies war mir egal. Ich knurrte genervt während Eve wieder in der Küche verschwand. "Schon seit Tagen liegst du hier auf der Couch in deiner Unterwäsche. Wann warst du das letzte Mal duschen?" Ertönte es aus der Küche während sie irgendwelche Dinge herum hiefte. Ich stieß die Luft aus und überlegte. "Vor zwei vielleicht auch drei Tagen?" - "Ja das merkt man. Ich will nicht wissen wann du dir zuletzt die Zähne geputzt hast." Ich setzte mich auf und sah zur Küche. "Wie das merkt man?" fragte ich nach, woraufhin meine Mutter aus der Küche kam und sich an den Türrahmen lehnte. "Du stinkst. Du könntest eine Dusche oder sogar ein Bad vertragen und deine Haare sehen auch nicht mehr ganz so firsch aus." Verwundert sah ich an mir herab und fasste mir sogar in die Haare. Das meine Haare nicht mehr frisch waren, da hatte meine Mum recht gehabt, jedoch war ich seit der Trennung einfach viel zu faul gewesen um überhaupt etwas zu machen. Deshalb sah meine Wohnung auch nicht mehr so perfekt aus. Aus diesem Grund kam meine Mutter auch jeden Tag oder auch jeden zweiten um hier aufzuräumen und nachzusehen ob ich überhaupt noch am Leben war. Ich legte mich wieder hin und sah an die Decke. "Yun fehlt mir." hauchte ich leise und legte meine Arme auf meinen Bauch. "Kämpf um sie." Ich sah schweigend zu meiner Mutter. "Wie soll ich das machen? Samu hat doch gesagt dass er mir jeden einzelnen Knochen brechen wird." sagte ich etwas frustriert. "Samu will nur sein Mädchen beschützen, doch wenn er dir was antut, dann kann der sich auf etwas gefasst machen." Ich sah den Ring in meiner rechten Hand an. Yun fehlte mir einfach an allen Ecken und Kanten.
Im Anhang seht ihr den Verlobungsring den Yun Santtu vor die Füße geworfen hat.
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Lifesaver
FanfictionEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
