Tag für Tag besuchte ich Yun im Krankenhaus. Bisher war sie jedoch nicht aufgewacht und von Santtu hatten weder Mum noch ich etwas gehört. Aus diesem Grund fuhr ich heute auch zu seiner Wohnung. Mum war vor zwei Tagen im Krankenhaus gewesen, um Yun auch zu besuchen. Während ihrem Besuch hatte sie mir den Ersatzschlüssel zu Santtu's Wohnung mit gebracht damit ich nicht wieder bei der Nachbarin klingeln musste.
Gerade war ich auf dem Weg zu der Wohnung meines kleinen Bruders. Ich hoffte ja ihn dort lebend anzutreffen. Mit dem Schlüssel, den ich, dank Mum, hatte schloss ich die Tür auf und betrat die Wohnung. Sofort ging ich geradeaus in das große Wohnzimmer. Dies war jedoch leer, weshalb ich in die Küche ging, die zu meinem enttäuschen ebenfalls leer war. Also lief ich wieder vor und sah direkt in seinem Zimmer nach was genauso verlassen war. Etwas misstrauisch sah ich mich in dem Raum um. Nach meiner Meinung war noch alles vorhanden... bis auf mein kleiner Bruder. Ich setzte mich auf das große Bett und sah mich noch einmal um in der Hoffnung irgendetwas zu finden. Mein Blick fiel auf das Bild von Yun und Santtu, dass auf dem Nachttisch stand. Unter dem Rahmen lag ein weißer Briefumschlag, den ich in die Hand nahm. Zögernd öffnete ich diesen und nahm den gefalteten Brief heraus.
》Meine geliebte Yun,
wenn du das hier an lesen bist werde ich schon längst über alle Berge sein. Es tut mir unendlich leid, dass ich dich wieder einmal verlassen habe, doch als ich dich im Krankenhaus so bewusstlos da liegen sah wurde mir erst so richtig klar was ich dir angetan habe. Es war nie meine Absicht gewesen dich zu verletzen und das musst du mir glauben! Im Krankenhaus, als ich neben dir auf dem Bett saß und deine Hand gehalten habe, wurde mir klar das du ohne mich besser dran bist. So durch kann ich dich wenigstens nicht verletzen und dir dein Herz brechen. Ich will einfach nur, dass du weißt das ich dich unglaublich liebe. Ich habe dich immer geliebt und werde es auch den Rest meines Lebens tun. Bitte vergib mir und vergiss mich nicht.
In Liebe, dein dich immer liebender,
Santtu《
Nachdem ich den Brief zu Ende gelesen hatte fuhr ich mir mit der Hand über den Mund. Wie konnte er Yun das nur an tun? Und wie kam er nur darauf, dass sie ohne ihn besser dran wäre? Ohne Santtu an ihrer Seite würde es ihr niemals besser gehen! Sie würde immer und immer wieder im Krankenhaus landen, da sie nie etwas essen würde und irgendwann, sehr wahrscheinlich, dann auch stirbt. Frustriert fuhr ich mit meiner rechten Hand durch meine Haare und überlegte wie ich nun handeln sollte. Wie sollte ich meiner Tochter nur jemals klar machen, dass Santtu sie wieder einmal verlassen hatte? Nachdenklich stand ich auf und entschied mich dafür ins Krankenhaus zu fahren. Ich wusste das Jules sich gerade dort befand und ich musste sie einfach um Rat fragen, da ich wieder einmal in einer Sackgasse stand.
Auf dem Parkplatz vom Krankenhaus angekommen stieg ich sofort aus und wollte schon zum Eingang rennen, doch hatte ich vergessen mein Auto abzuschließen, weshalb ich noch einmal zurück rannte. Nachdem ich dann das Auto zu geschlossen hatte rannte ich zum Eingang des Krankenhauses. Dort ging es dann weiter bis zu Yun's Zimmer. Luft schnappend riss ich die Tür auf und trat hinein. Jules schreckte zusammen und drehte sich zu mir. "Erschreck mich nicht so!" Sie stand auf und kam mir ein bisschen entgegen. "Und? Hast du ihn gefunden?" Schwer atmend kam ich mit großen Schritten auf sie zu und übergab ihr den Brief. Jules setzte sich wieder hin und packte den Brief aus. Nachdem sie ihn durch gelesen hatte starrte sie den Zettel in ihren Händen weiterhin an. "Wieder einmal hat er sie verlassen! Wenn sie das erfährt wird ihr Herz wieder einmal gebrochen sein!" - "Yun muss es aber erfahren." sprach meine Freundin leise. Ich drehte mich zu Jules, da ich gerade mit dem Rücken zu ihr stand. Mit großen Schritten ging ich zu ihr und stützte mich an den Armlehen, des Stuhles, ab. "Ihr Herz wird aber wieder gebrochen sein, wenn sie das erfährt! Falls du mir mal zu gehört hast, eben habe ich es gesagt." meinte ich streng und stellte mich wieder aufrecht hin, um weiter im Raum auf und ab zu laufen. Jules sah mich noch immer mit offenem Mund an. "Ich höre dir zu Herr Haber!" Wütend stand sie auf und kam mit ihren schwarzen High Heels auf mich zu. "Nur glaube ich dass du mir nie zu hörst!" fauchte sie mich an. Wir beide standen uns gegenüber und funkelten den jeweils anderen an. Gerade wollte ich meinen Mund auf machen und etwas sagen als plötzlich der EKG, an dem meine Tochter sich noch immer befand, anfing schneller zu piepsen. Der Herzschlag von Yun hatte sich beschleunigt.
Was jetzt wohl passieren wird?
(Danke übrigens für die 40,6 k Leser♥)
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Lifesaver
FanfictionEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
