Ich drehte mich um, um in die Küche zu gehen, als gerade Yun und Sanna die Treppe runter kamen. Ich ging zu Yun und nahm sie kurz nochmal in den Arm. Diese Umarmung sollte ihr noch einmal Kraft geben. In der Küche machte ich dann meiner Kleinen einen heißen Kakao. Die anderen saßen schon am Tisch und nahmen sich schon mal Kaffee. Zum Glück hatte meine Mutter alles da. Sahne, Schokoguss und Marshmallows. Ich bereitete ihr ihren Kakao zu und ging zurück ins Wohnzimmer an den Esstisch. Santtu und seiner Freundin schenkte ich keine Beachtung. "Irgendwoher kommst du mir bekannt vor, Samu." sagte Katharina an mich gerichtet. "Aha." antwortete ich ihr, stellte meiner Kleinen den Kakao vor die Nase und gab ihr noch einen Kuss auf den Scheitel. "Nein jetzt im Ernst Samu." - "Vielleicht weil ich vorhin da war als du kamst und du vor dem Sessel standest?" zickigte ich sie an. "Samu!" Ermahnte mich meine Mutter. "Was denn? Wenn sie so blöde Fragen stellt? Man merkt das sie blond ist." versuchte ich mich zu verteidigen. Der letzte Satz war jedoch geflüstert. Den hatte sie aber anscheinend doch gehört. "Du bist aber auch blond." sagte sie. "Bin ich nicht." - "Ach und was ist das dann für eine Haarfarbe?" - "Rosa." antwortete ich. Sanna und Yun mussten Lachen, doch Yun musste aufpassen, dass sie den Schluck ihres Kakaos nicht ausspuckte, den sie eben genommen hatte. Meine Mutter, Santtu und seine Tusse fanden es jedoch nicht lustig.
*Yun's Sicht*
Es war echt schwierig zu trinken und gleichzeitig zu lachen. "Zum Glück bin ich nicht blond." sagte ich nachdem ich den Schluck endlich unten hatte. "Ich auch nicht." kam es von Samu. Sofort musste ich wieder los lachen. "Ich bin rosa und du bist grün." - "Hä ne. Ich bin grün! Yun ist blau." kam es von Sanna. Die beiden wussten ganz genau wie sie mich zum lachen bringen konnten, wenn es mir nicht so gut ging. "Stimmt Yun ist ja ein Schlumpf du ein... was weiß ich was und ich..." - "Ein rosa Einhorn das Regenbogen pupst." sagten Sanna und ich gleichzeitig. "Okay, ich wollte eigentlich Zuckerwatte sagen, aber gut." - "Es reicht jetzt ihr drei." ermahnte uns Oma. Wir hörten auf zu lachen und sahen Oma mit großen Augen an, doch dann lachten wir weiter. "Wir haben einen Gast und der soll auch nett behandelt werden. Katharina was möchtest du für einen Kuchen." Sofort hörte ich auf zu lachen und sah meine Oma an. "Wow, wow, wow! Erstens sind wir nett und zwar auf unsere Art und Weise! Zweitens muss die Schnöpfe nicht hier sein. Vor allem merkt sie nicht dass sie, falls es eine sie ist, nicht erwünscht ist und drittens bin ich das Geburtstagskind und nicht sie! Wenn es Blondchen nicht passt soll sie gehen!" Katharina sah mich etwas traurig an. Santtu nahm ihre Hand und strich mit seinem Daumen über ihren Handrücken. Gott, wenn das so weiter ging würde ich mich noch übergeben! "Katha ist eine Frau." verteidigte Santtu seine Tusse. "Ach hast du nach geschaut?" - "Wo ist dein verdammtes Problem Yun?" fragte Santtu und stellte sich bedrohlich auf. Ich stand ebenfalls auf und stützte mich mit beiden Händen auf den Tisch. "Wo mein Problem ist? Du bist mein Problem Santtu! Du spielst mir die große..." Ich stoppte. Ich war gerade fast dabei alles aus zu plaudern. "Hinsetzen!" erklang Omas Stimme. Wir sahen sie an und taten das was sie befohlen hatte. "Es reicht jetzt! Was ist heute nur los? Käsekuchen Yun?" Ich nickte und nahm einen weiteren Schluck meines Kakaos.
Während wir Kuchen aßen unterhielten wir uns alle. Naja nicht alle. Ich saß nur schweigend neben dran und stach in meinen Kuchen. "Alles okay Yun?" fragte mich Oma fürsorglich. Ich sah fragend auf und nickte. "Mh? Ja, ja alles in Ordnung." Ich senkte meinen Kopf wieder und stach weiter in den Kuchen hinein. "Sicher? Du isst ja gar nichts." - "Könnt ihr mal auf hören ständig rum zu knutschen?! Macht das irgendwo anders, aber nicht hier!" funkelte ich Santtu und seine Tusse wütend an. Wütend stand ich auf und stapfte aus dem Raum in die Küche. "Probierst du bitte den Nudelsalat, der im Kühlschrank steht?" rief Oma mir noch hinterher. "Ja ja." antwortete ich noch genervt, eh ich die Tür hinter mir schloss.
*Santtu's Sicht*
Schon den ganzen Tag über ging es mir schlecht. Jedes Mal, wenn ich in Yun's Augen blickte sah ich Trauer und Wut zugleich. Ich stand ebenfalls auf, ging an Yun's Platz und nahm den Teller mit ihrem Stück Käsekuchen. Ich folgte Yun in die Küche. Leise öffnete ich die Tür und sagte: "Klopf klopf." - "Verschwinde!" Sie erkannte sofort meine Stimme. Ich wusste, dass sie keine Lust hatte mit mir jetzt zu reden oder mich in ihrer Nähe zu haben. Ich schloss genauso leise wie eben die Tür und ging auf sie zu. Yun sah heute wunderschön aus, viel schöner als Katharina. Bildete ich es mir nur ein, dass Yun noch schöner geworden war oder war es wirklich so? Ich stellte mich hinter sie und stellte den Teller vor sie auf den Tisch. "Happy Birthday." raunte ich ihr ins Ohr und wartete auf eine Reaktion von ihr, doch es kam nichts, also sprach ich weiter. "Ich weiß, dass du die Geburtstagsgeschenke erst nachher bekommst, doch ich würde dir meins gern jetzt geben." Ich ging zu einem Schrank und öffnete eine Schublade. Als ich heute angekommen war und Yun nach oben gerannt war hatte ich mein Geschenk hier versteckt. Ich nahm die Schachtel heraus und ging zurück zu Yun. Ich stellte mich wieder hinter sie und hielt ihr das Geschenk hin. Yun blickte kurz auf mein Geschenk, doch nahm schnell ihren Blick davon. "Gleich packe ich es für dich aus." Yun sah mich an und nahm zögernd das Geschenk aus meiner Hand. Langsam packte sie es aus und öffnete es. Als sie die Kette mit dem Herz Anhänger darin sah wurden ihre Augen größer. "Wenn du erlaubst." Ich griff nach der Schachtel und nahm es ihr sachte aus der Hand. Währenddessen berührten sich unsere Finger. Ich nahm die Kette raus und stellte mich hinter Yun. Vorsichtig strich ich ihr die Haare auf die Seite und legte von hinten die Kette um ihren Hals. "Du siehst heute wunderschön aus." hauchte ich ihr zu und schloss die Kette. Ich sah auf und blickte in unser Spiegelbild das im Glasschrank zu sehen war. Bevor ich meine Hände auf ihre Oberarme platzierte legte ich ihre Haare wie vorher. Sanft strich ich mit meinen Daumen über ihre Arme. "Das Herz kannst du öffnen. Ich habe dort etwas eingravieren lassen nur für dich." flüsterte ich ihr zu. Ich griff in meine Hosentasche und zog ein weißes Kärtchen hervor. "Hier steht der Text auch." Unsicher überreichte ich ihr das Kärtchen. Sie nahm es mir ab und las es sich durch. 'No matter what happens and where you are. I will always be there for you because I love you.' stand dort mit einer geschwungenen Schrift geschrieben. Jedes einzelne Wort was dort stand war wahr. Ich liebte sie wirklich über alles. Katha hatte ich an dem selben Abend, an dem auch der Streit war kennengelernt. Sie war wirklich eine tolle Frau und Katharina hatte sich auch in mich verliebt gehabt, doch sie war keineswegs so wie Yun. Yun war einfach perfekt. Sie war klug, attraktiv, warmherzig und hatte verdammt viel Humor, doch Katharina nicht. Man merkte, dass Katharina blond war, denn sehr viel Hirnmasse hatte sie nicht gerade. Klar, attraktiv war sie schon, aber Yun konnte sie nicht toppen. "Ich liebe dich." hauchte ich ihr zu, doch Yun schüttelte ihren Kopf. "Du liebst Katha." - "Nein." - "Lüg mich nicht an." - "Ich lüge dich nicht an. Katharina ist wirklich bezaubernd, doch du bist besser und zwar um Längen Graden. Katha ist wirklich eine schöne junge Frau, doch sie ist nicht mein Typ. Ich empfinde nicht das für sie wie sie für mich, denn diese Gefühle sind nur bei dir. Wenn du mich küsst entsteht ein Feuerwerk in mir drin. Sogar wenn du mich anfasst entfachst du ein Feuerwerk. Bei Katharina ist nichts. Wirklich nichts. Ich werde bei ihr noch nicht mal geil, auch wenn sie nur in Unterwäsche oder Dessous vor mir steht. Es passiert nichts. Nichts regt sich in meiner Hose, doch sobald ich mir dich nackt vorstelle heißt es 'Hallo Latte.'" Yun vergrößerte ihre Augen und ging einen Schritt zur Seite. Verwundert sah ich sie an. "Was hast du?" erkundigte ich mich. Yun zeigte auf meine Hose und presste ihre Lippen aufeinander. Erst jetzt merkte ich wie sich in meiner Hose etwas regte. Entschuldigend sah ich Yun an, die mich nur leicht an lächelte. "Ich liebe dich Yun und ich glaube, dass sieht man gerade." Ich zeigte auf meine Beule in der Hose und wartete auf irgendeine Reaktion von ihr. "Was wirst du jetzt machen?" fragte sie nach. "Wahrscheinlich Katha erzählen, dass sie für mich nicht mehr als eine gute Freundin ist." - "Nein nicht das, sondern das." Sie zeigte wieder auf meine Beule und nahm ein Stück ihres Kuchens. "Oh das meinst du. Gute Frage. Das du jetzt essen kannst!" - "Sorry hab Hunger." sprach sie mit vollem Mund. Wir setzten uns an den Tisch. Yun aß ihren Kuchen auf und ich überlegte wie ich mein Problem, das ich gerade hatte aus der Welt schaffen konnte. "Du weißt schon dass nur, weil ich mit dir rede dir noch lange nicht verziehen habe." - "Das war mir klar Yun. Du brauchst deine Zeit." antwortete ich und legte meine Hand auf ihre.
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Lifesaver
FanficEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
