104. Das Ende vom Anfang?

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Nachdem Yun sich wieder beruhigt hatte ließ ich sie erst einmal wieder alleine, da sie es so wollte. Ich verließ ihr Zimmer und ging runter auf der Suche nach Samu. Den fand ich auch, nämlich auf der Terrasse mit einer Zigarette in der Hand. Ich ging zu ihm und nahm ihm die Zigarette aus der Hand um selbst dran zu ziehen. Erstaunt blickte er mich an. "Seit wann rauchst du?" Ich zog an der Zigarette und blies den Rauch in die Luft. "Schon länger." - "Wusste ich gar nicht." Wieder zog ich an der Zigarette. "Du weißt so einige Dinge von mir noch nicht." antwortete ich ihm während ich wieder den Rauch aus meiner Lunge blies. Er nahm mir die Zigarette aus der Hand und zog selbst dran. Er hielt sie mir hin damit ich wieder dran ziehen konnte. "Warum hast du das getan?" fragte ich ihn während ich die Zigarette aus seiner Hand nahm und wieder einen Zug nahm. "Was?" wollte er wissen. "Warum hast du Yun's Freund aus dem Haus geschmissen?" - "Er hat mit meiner Tochter geschlafen." antwortete er monoton. "Das ist noch lange kein Grund ihn deshalb rauszuwerfen." - "Oh doch." - "Nein." - "Doch es ist ein Grund!" schrie er mich nun an. Ich zuckte zusammen und sah ihn eingeschüchtert an. So kannte ich ihn gar nicht. Was war denn auf einmal los mit ihm? Er raufte sich die Haare und entschuldigte sich bei mir. Geschockt sah ich ihn immer noch an. "Jul, bitte. Es tut mir leid." - "Seit wann nennst du mich Jul?" Er zuckte mit den Schultern. "Dein neuer Spitzname." meinte er schulterzuckend. Ich kicherte leicht auf. "Ich hatte noch nie einen." - "Jetzt schon." Er legte seine Arme um meine Hüften und zog mich zu sich ran. Seine Stirn legte er an meine und sah mir tief in die Augen. Jedesmal versank ich in seinen strahlenden blauen Augen. "Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht anschreien." In seinen Augen sah ich das er es ernst meinte. Um ehrlich zu sein konnte ich ihm auch nicht böse sein. Außerdem wollte ich es auch nicht. "Schon gut, aber bitte sag mir warum du das gemacht hast. Yun liebt ihren Freund und andersrum ist es genauso. Also, warum hast du das getan?" stichelte ich wieder nach. Ich würde so lange keine Ruhe geben bis er mir antworten würde. Er ließ mich seuftzend los und setzte sich auf einen der Stühle, die hier draußen standen. Ich setzte mich neben ihm und er begann zu erzählen. "Verdammt noch mal. Er ist mein Bruder!" - "Bitte was?" - "Santtu ist mein kleiner Bruder. Die beiden haben sich in einander verliebt, doch ich bin damit nicht einverstanden. Jahrelang haben Santtu und ich uns nicht mehr gesehen, da er mit Yun damals abhauen wollte. Ich habe ihm den Kontakt zu ihr verboten, doch die beiden haben sich über Facebook wieder gefunden und sich auch heimlich getroffen. Seit kurzem sind die beiden nun ein Paar und letzte Nacht haben sie miteinander geschlafen." Wow, damit hatte er mir nun die Sprache entgültig verschlagen. Santtu war also sein kleiner Bruder. Jetzt wusste ich warum er so gegen diese Liebe war und alles dafür tat die beiden auseinander zu halten! Jedoch machte es doch gar kein Sinn, denn so würde er nur für Stress mit seiner Tochter sorgen und sie dazu auch noch tot unglücklich machen und das war es was er eigentlich nicht wollte. "Jetzt versteh ich warum du so dagegen bist das die beiden zusammen sind, doch Samu..." Ich hielt kurz inne und legte meine linke Hand auf seinen rechten Oberschenkel. "Wenn du die beiden trennst wirst du Yun nur traurig machen und ihr auch das Herz brechen. Sie liegt doch schon deshalb oben in ihrem Zimmer und weint sich die Seele aus dem Leib." Traurig sah er mich an. Seine Hände hatte er in seinem Schoß gefaltet. "Sie weint?" Zur Bestätigung nickte ich. "Oh man, das wollte ich nicht!" Er stand auf und raufte sich wieder die Haare. "Jul, was kann ich machen damit sie nicht mehr weint." ratlos sah er mich an und suchte ausgerechnet bei mir Hilfe. "Ruf deinen Bruder an." - "Niemals!" - "Samu! Komm von deinem riesen großen Ego runter! Entweder du akzeptierst die Liebe zwischen deinem Bruder und deiner Tochter egal wie verrückt sie ist oder du wirst deine Tochter nie wieder glücklich sehen und sie wird dich für immer hassen." - "Pah!" Er verschrenkte seine Arme vor seiner Brust und drehte sich weg. "Du bist so sturr!" - "Und wenn schon. Niemals werde ich ihn anrufen! Das kannst du sowas von vergessen!" - "Dann werde ich es machen." Samu drehte sich zu mir um und fragte belustigt: "Wie denn wenn du gar nicht seine Nummer hast?" - "Ganz einfach. Entweder nehm ich einfach dein Handy oder ich frage Yun nach seiner Nummer." - "Das wirst du nicht!" - "Und wie ich das werde." In seinen Augen bildete sich wieder die Wut und ich merkte das es mit ihm nicht zu spaßen war, wenn es um die beiden ging. "Jul ich warne dich! Wenn du das tust dann kannst du ebenfalls gehen, so wie Santtu!" Seine Hände ballten sich zu Fäusten und er sah mich mit einem Killerblick an. "Bitte, wenn es so ist dann gehe ich. Lebe wohl Samu!" Mit geballten Fäusten und den Tränen nahe wendete ich mich von ihm und ging ins Haus hinein. Ich rannte die Treppe hoch in sein Zimmer und schnappte mir all meine Sachen.

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