74. der nächste Streit

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Samu gab richtig gas. Es war so ein cooles befreiendes Gefühl auf einem Motorrad zu sitzen und einfach los zu düsen. Wir fuhren eine halbe Ewigkeit durch halb Helsinki. Samu fuhr sogar am Piercing Studio vorbei. Wenige Meter nach dem Studio hielten wir. Samu nahm seinen Helm ab und sah über seine Schulter. "Lust auf ein Eis?" Ich nahm meinen Helm ebenfalls ab und nickte. Wir stiegen von der Yamaha und gingen zur Eisdiele. "Du und die Piercerin also?" - "Was?" - "Du hast mich schon verstanden." - "Was ist mit der?" - "Du stehst auf sie." - "Bitte was? Wie kommst du denn da drauf?" - "Das sieht jeder Blinde mit Krückstock Papa! Die Situation vorhin war doch sowas von durchschaubar. Wie ihr euch angesehen habt. Du stehst auf sie." Samu bestellte für jeden von uns ein Bällchen Zitrone und Haselnuss im Becher mit Sahne. Er übergab mir meinen Becher. "Glaubst du... ich sollte sie mal ausführen?" - "Wenn du meinst." - "Wärst du mit ihr einverstanden?" - "Sie ist cool, aber als Mama... I don't know." - "Aber du wärst mit ihr einverstanden." - "Jap, solange sie dich nicht verarscht." Samu legte seinen linken Arm um mich und zog mich an seine Seite. "I love you Maus." - "Ja ja, jetzt lass mich mein Eis essen." Ich löste mich von ihm und ging auf eine Bank zu. Wir setzten uns und aßen unser Eis in Ruhe. Nachdem wir fertig waren schmissen wir die Becher in den Müll und gingen wieder zum Motorrad. Wir zogen unsere Helme an und setzten uns wieder drauf. "Nun ab zu Mum." sagte Samu und fuhr los.

Als wir wieder dort waren wurden wir schon erwartet. "Mensch, wo wart ihr nur so lange. Wir haben uns schon Sorgen gemacht." - "Oh mein Gott, das Motorrad ist der hammer! Die Geschwindigkeit und what the f*ck! Es ist soo geil." schwärmte ich bis zum geht nicht mehr. "Ihr seid wirklich die besten!" - "Das Motorrad war von mir." sagte Jukka. "Stimmt nicht! Von mir." kam Osmo an. "Hallo? Das Motorrad war mein Geschenk! Von euch kam der andere Rest!" mischte Samu sich ein. "Kommt her meine finnischen Idioten." sagte ich lachend und breitete meine Arme aus. Die Jungs kamen auf mich zu. Wir nahmen uns alle in die Arme. "Ich liebe euch Jungs." - "Und wir lieben dich Maus." antwortete Osmo und drückte mir einen Kuss auf den Scheitel. Wir lösten uns wieder von einander. Die Jungs waren echt fantastisch. "Oh mein Gott, jetzt weiß ich von wo ich dich kenne Samu." ertönte die Stimme von Katharina. "Du bist der kleine Bruder von Samu Aleksi Haber. Dem Frontmann von Sunrise Avenue?" fragte sie Santtu. "Und du bist seine Tochter, doch er hat doch gar keine Freundin oder gar eine Frau. Wer ist dann deine Mutter?" - "Das geht dich nichts an." sagten Samu und ich gleichzeitig. "Sorry Katha, aber das ist nur eine Familien Sache." sagte Santtu und sah zu mir rüber. "Okay wer hat Hunger?" - "Samu. Es gab vor zwei Stunden Kuchen." - "Ja und?" - "Typisch Samu." lachten Sami, Riku und Raul. "So kennen wir ihn." lachte Mikko. Ich ging zu Santtu, nahm seine Hand und zog ihn von den anderen weg. "Was ist jetzt mit Katharina?" - "Ich habe ihr alles erklärt. Sie hat mir versprochen Samu nichts zu erzählen. Verstehen tut sie es zwar immer noch nicht, aber es ist geklärt." - "Ich weiß nicht so recht. Ich vertrau ihr nicht so." - "Du musst sie kennen lernen Yun. Du wirst sehen. Sie ist ganz anders als du denkst. Nicht eingebildet, keine Tussi und auch nicht verwöhnt. Sie kämpft um alles was sie haben möchte so wie du." - "Ich will aber niemanden kennen lernen, die du schon nackt gesehen hast." - "Sie war angezogen. Sie hatte noch etwas angehabt." - "Glaub ich dir nicht!" - "Yun."

*Santtu's Sicht*

Sie drehte sich von mir weg und wollte gehen, doch ich hielt sie am Handgelenk fest und zog sie wieder zu mir. "Yun, ich liebe nur dich. Glaub mir doch bitte." Sie sah mir in die Augen. Ich fand es schwer mit ihr darüber zu reden. Sie war zwar nun 16 und hatte das Thema Sex mit Sicherheit schon in der Schule gehabt, doch ich wusste irgendwie nicht so recht wie ich mich mit ihr darüber unterhalten sollte. Klar hatte ich Katha schon nackt gesehen, doch ich wusste ganz genau wie Yun reagieren würde. Wahrscheinlich würde sie ausrasten oder sonst was machen. "Bitte glaub mir Yun." - "Sag mir die Wahrheit." - "Ich habe dir bereits schon die Wahrheit gesagt." - "Falsch." Sie riss sich von mir los und ging zu Jukka. Ich sah ihr hinterher und beobachtete auch wie sie Jukka von hinten umarmte. Ich dachte eigentlich, dass das alles mit Yun geklärt wäre und wir uns nicht mehr streiten würden, doch ich Idiot hatte es mal wieder versaut. Wie sollte das denn nur mit uns weiter gehen? Wir konnten uns doch nicht immer so zerstreiten. Ich ging mit hängendem Kopf zu Katharina zurück. "Schon wieder gestritten?" Wortlos nickte ich und sah wieder zu Yun zurück. Jukka stand nun hinter ihr und hatte von hinten seine Arme um ihre Hüften geschlungen. Seinen Kopf hatte er auf ihrem gestützt. Wenn man die beiden so sah konnte man meinen sie wären zusammen. Das war meine Yun und niemand nahm sie mir weg! "Eifersüchtig?" - "Mh? Was?" - "Uh, wie eifersüchtig du bist." - "Ich bin nicht eifersüchtig." - "Oh doch." - "Katha!" - "Schon gut, schon gut." Sie hob unschuldig die Hände hoch als ob sie nichts gemacht hätte. "Du liebst sie wirklich, stimmt's?" Ich nickte wieder stumm und senkte meinen Kopf. Katha ging rüber zu Yun und sprach sie an. Ich sah Yun's verwirrten Blick, doch dann verschwanden sie nach drinnen.


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