94. Streit im Paradies?

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Ich lag gerade in meinem Zimmer und tippte eine Nachricht in meinem Handy ein. Samu war in seinem Zimmer und schrieb mit Jules. Gerade war ich dabei Santtu zu schreiben, dass morgen Nachmittag das Meeting war und er abends vorbeikommen könnte, da Samu sein Date hatte. Der Tag heute war wirklich gechillt. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr gemacht, einfach im Garten liegen auf der Hängematte und nichts tun. Samu freute sich wie ein kleines Kind auf morgen Abend. Am liebsten würde er das Band Meeting absagen, doch wenn er das tun würde gäbe es Stress mit Mikko. Ich wollte morgen Abend, wenn Santtu kam mit ihm klären, ob wir nun fest zusammen waren oder nicht. Nachdem ich die Nachricht gesendet hatte gingen mir tausende Fragen durch den Kopf, wie zum Beispiel, ob es überhaupt eine gute Idee war mit ihm zusammen zu sein. War das überhaupt eine gute Idee? Würde das mit uns beiden überhaupt funktionieren? War unser Altersunterschied nicht ein bisschen zu groß für eine Beziehung? Ich liebte Santtu natürlich, aber was wäre, wenn er sich in einer Beziehung komplett anders benahm als jetzt? Wollte ich überhaupt mit ihm zusammen sein? In meinem Kopf kreisten so viele Fragen, die ich alle nicht beantworten konnte. Ich konnte nur hoffen, dass ich so schnell wie möglich Antworten bekam. Ich schmiss die Anlage, die in meinem Zimmer stand an und legte die Linkin Park CD ein um wieder einen freien Kopf zu bekommen. Diese Band half mir immer den Kopf frei zu bekommen. Außerdem liebte ich es, wenn Chester 'schrie'. Ich schmiss mich auf meine Couch und genoss jede einzelne Sekunde. Ich war schon auf einigen Konzerten, doch nie von Linkin Park. Ich wusste aber jetzt schon, dass das nächste Konzert von Linkin Park wurde. Samu musste mich begleiten egal ob er wollte oder nicht. Chester setzte gerade wieder für den Refrain an, als Samu in mein Zimmer geplatzt kam. Ich öffnete meine Augen und sah zu ihm rüber. "Yun, wir haben bereits nach 23 Uhr. Könntest du bitte die Musik ein bisschen leiser machen?" - "Samu, wir leben am Rand von Helsinki. Hier wohnt so gut wie niemand, da kann ich auch meine Musik so laut machen wie ich will." - "Mach sie leiser oder du kannst es morgen vergessen das Santtu kommt!" - "Dein Ernst?" - "Ja mein Ernst! Außerdem bin ich gerade dabei zu telefonieren." genervt und mit verdrehten Augen stand ich auf und schaltete die Musik leiser. "So besser?" fragte ich genervt nach. "Ja!" kam es patzig zurück und schon verschwand er wieder. Ich schnappte mir meine Kopfhörer und schloss sie an der Anlage an. Sofort setzte ich sie mir auf und drehte die Musik wieder ganz laut auf. Ich legte mich vor die Anlage und lauschte der schönen Stimme. Die Band einmal zu treffen, wäre fantastisch und so ein großer Traum, der eh nie wahr werden würde. Obwohl ich durch Samu eine Chance hätte und zwar eine bessere als alle anderen die 'normale' Eltern hatten.

Dank der wundervollen Musik waren meine Gedanken schnell verschwunden und so durch hatte ich wieder einen freien Kopf. Es tat echt gut, wenn der Kopf total leer war und man keine Gedanken mehr hatte. Da alle Fragen aus meinem Kopf waren drehte ich die Musik wieder leiser. Ich war zwar der Meinung, dass man Linkin Park total laut hören musste, doch auf lange Zeit bekam man ziemliche Kopfschmerzen davon. So langsam wurde ich müde und meine Augenlider immer schwerer, bis sie mir endlich zu fielen.

Am nächsten Morgen wachte ich in meinem Bett auf. Ich fragte mich wie ich hierhin gekommen war, immerhin war ich ja auf dem Boden eingeschlafen und nicht im Bett. Ich entschied mich dafür erst einmal für circa eine halben Stunde liegen zu bleiben. Um aufzustehen hatte ich noch keine Lust. Als dann eine Stunde vergangen war entschied ich mich dafür mich endlich aufzurappeln. Ich trottete runter ins Wohnzimmer und sah mich erst einmal um. Weder in der Küche noch im Wohnzimmer war Samu zu finden. Also lief ich die Treppe noch mal hoch um zu schauen, ob er noch schlief. Ich wollte unbedingt wissen wie der Plan für heute aussah, da ich keine Ahnung hatte. Jedoch fand ich ihn auch nicht in seinem Schlafzimmer. Entweder war er nicht da oder er war unten im Keller und trainierte. Ich hatte jetzt gerade keine Lust runter in den Keller zu gehen und außerdem hatte ich Hunger, also ging ich in die Küche und aß etwas. Gerade als ich fertig wurde mit frühstücken hörte ich wie jemand kam. Samu betrat die Küche und holte sich eine gekühlte Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. "Morgen." kam es über meine Lippen. Er drehte sich zu mir um und grüßte zurück. Irgendwie war die Stimmung zwischen uns sehr angespannt und zwar so sehr, dass sie sogar fast am reißen war. "Wieso hast du auf dem Boden geschlafen?" erkundigte Samu sich. "Bin einfach eingeschlafen." antwortete ich abwesend. Er nickte einmal und musterte mich. Ich verdrehte meine Augen, woraufhin ich von ihm an gestarrt wurde. "Was? Habe ich irgendetwas im Gesicht?" fragte ich etwas pampig. Er sah mich erstaunt an und schüttelte leicht mit dem Kopf. Ich sah auf meinem leeren Teller hinab und antwortete darauf nicht mehr. Warum war die Stimmung zwischen uns nur so sehr angespannt? "Ich gehe duschen." meinte er leise. Er wollte gerade die Küche verlassen, als ich ihn auf hielt. "Warte." Sofort blieb er stehen und drehte sich zu mir um. Erwartungsvoll sah er mich an. "Warum ist es gerade so angespannt zwischen uns?" Samu zuckte mit den Schultern und kam zu mir an den Tisch. "Ich weiß es selbst nicht." antwortete er mir ahnungslos. "Vielleicht wegen gestern Abend, als du die Musik so laut hattest und ich dich deshalb angeschrien habe." - "Naja, so wirklich hast du nicht geschrieen." - "Trotzdem. Es tut mir leid Yun." entschuldige er sich bei mir. Natürlich nahm ich seine Entschuldigung an immerhin war er mein Daddy, den ich über alles liebte. Zufrieden lächelte er mich an. Er legte seine linke Hand auf meine Rechte und ich fragte ihn wie er den Tag heute geplant hatte. Er erzählte mir wie heute alles ablief. Anschließend verschwand er nach oben ins Bad und duschte.

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