83. in letzter Sekunde

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Oh mein Gott. Da vorne, da vorne war sie und schloss gerade die Tür ab. In den letzten Metern gab ich noch mal Vollgas und wäre beinah gegen einen Pfosten geknallt. Oh nein, ich war sogar dagegen gerannt. Mir war der Zusammenprall gerade sowas von egal, dass ich einfach hechelnd zu ihr ging. Oh Gott, sollte ich sie nun ansprechen? Ja oder nein? Ich blieb neben ihr stehen und sah zu ihr runter. "Hey." sagte ich und versuchte meine Atmung wieder zu normalisieren. Erschrocken sah sie zu mir hoch. "Oh hey. Du bist doch der Vater von der Kleinen heute, der ich einen Bauchnabel Piercing gestochen habe." Wow, dass sie sich daran noch erinnern konnte. Ich nickte stumm und sah sie an. Eine Strähne ihrer schwarzen langen Haare fiel ihr ins Gesicht. Wie sehr ich die jetzt nur weg gemacht hätte, doch ich musste mich beherrschen. Außerdem kam sie mir leider zuvor. "Also was gibt's?" erkundigte sie sich und wandte sich wieder zur Tür. "Ähm... soll ich dir helfen?" Sie sah mich mit einer hochgezogene Augenbraue an. "Du bist nur gekommen um mir zu helfen?" - "Ähm nein... ich bin eigentlich... darf ich?" Sie nickte und gab mir den Schlüssel. Ich nahm ihn ihr ab und schloss die Tür zu. "Danke." Ich gab ihr den Schlüssel zurück. "Ähm... der Grund warum ich hier bin ist... ähm..." Ich stoppte und sah sie schwer atmend an. Mein Herz hämmerte mir gegen meinen Brustkorb. "Hättest du vielleicht Lust mit mir auszugehen?" fragte ich sie schüchtern. Eine gefühlte Ewigkeit wartete ich auf ihre Antwort bis sich ein Lächeln auf ihren Lippen bildete. "Klar gerne." - "Ähm äh... cool. Ähm... wann und wo soll ich dich abholen?" stammelte ich vor mich her. Sie kicherte einmal und fragte nach meinem Handy. Ich gab ihr mein Handy und sie tippte ihre Nummer, Name und Adresse in meine Kontakte. Sie gab mir mein Handy lächelnd zurück. "Ich bin übrigens Samu." - "Jules." Sie gab mir lächelnd die Hand. "Ich meld mich bei dir." - "Ich will es hoffen." antwortete sie und verabschiedete sich. Ich sah ihr noch hinterher bis ich dann zum Auto ging, mich rein setzte und erstmal zurück lehnte. Erleichtert seufzte ich und startete den Motor. Ich fuhr gemütlich zurück. Lächelnd schloss ich die Tür auf und ging raus in den Garten. "Hey, wo warst du denn? Du bist auf einmal so schnell abgehauen." rief Sami mir zu. "Ich musste kurz etwas erledigen." Ich sah mich um. Meine Augen suchten nach Yun, doch sie war nicht zu finden. Santtu fehlte sogar auch. "Wo ist Yun?" fragte ich skeptisch nach. "Die ist glaub kurz nachdem du verschwunden bist mit ihrem Freund ins Haus gegangen." antwortete Raul. Bitte was!? Ich drehte mich um und joggte ins Haus. Na warte, wenn mein Bruder sie zu irgendetwas zwang das sie nicht wollte dann gab es Stress mit mir!

*Yun's Sicht*

Santtu und ich lagen in seinem Bett und starrten an die Decke. Er hatte mir sein Zimmer gezeigt, da ich es noch nie gesehen hatte. Außerdem wollten wir ein bisschen alleine sein. Wir lachten ziemlich viel zusammen und neckten uns gegenseitig ein bisschen. "Wolltest du auch mal Ice Hockey Spieler werden?" - "Nein. Ich mag Ice Hockey zwar, aber ich wollte es nie werden. Dafür hatte ich andere Träume wie zum Beispiel Astronaut, doch das hat sich dann auch geändert." Ich lachte auf und sagte: "Astronaut ist doch sowas von langweilig." - "Weißt du was Samu alles mal werden wollte?" - "Ja das weiß ich und auch das mit Spanien und seinem Sex Shop." antwortete ich lachend. "Was wolltest du denn alles werden?" Ich sah meinen Schatz an. "Ich wollte mal Pirat werden." sagte ich verträumt und sah wieder an die Decke. Santtu sah mich von der Seite aus an und meinte lachend: "Oh Mann." - "Eh! Das ist cool. Tausend Mal besser als Astronaut. Ich wäre damals gerne so eine Mischung aus Jack Sparrow und Edward Teach." - "Edward Teach?" - "The Blackbeard. Der gefürchtetste Pirat auf der Welt, der die Meere überquerte und bis zum Tod kämpfte." - "Ah, der Typ mit den brennenden Lunten in den Haaren und im Bart." - "Mhm, weißt du wie er starb? " Santtu sah mich an und meinte: "Nein und ich weiß auch nicht so recht, ob ich das wissen will." - "Ich erzähle es dir trotzdem." sagte ich, sah ihn an und wieder hoch zur Decke. "Zu Beginn des Zweikampf mit Robert Maynard auf der Queen Anne's Revenge wurde Blackbeard von einer Kugel getroffen, doch sie nützte nichts. Die beiden kämpften weiter und Blackbeard zerbrach mit seinem Entermesser Maynards Schwert. Ein Matrose sprang ihn von hinten an und schlitzte ihm die Kehle auf, doch Edward kämpfte Blutüberströmt weiter. Als er endlich fiel hatte er fünf Schusswunden und 20 schwere Schwertwunden. Am Ende schnitt Maynard ihm den Kopf ab und hing ihn an den Bug seines Schiffes. Nach Blackbeards Tod erzählten seine Leute von einem unbekannten Matrosen der plötzlich am Bord der Queen Anne's Revenge auftauchte und mehrere Tage blieb. Sie waren fest überzeugt, dass es sich um den Teufel höchst persönlich handeln musste mit dem Blackbeard im Bunde war." erzählte ich Santtu. Er sah mich an und meinte nur: "Wow." - "Ja finde ich auch. Ich bewunder diesen Mann total." Santtu sah wieder zur Decke und so starrten wir weiterhin an die Decke bis ein Klopfen unsere Aufmerksamkeit bekam. Samu stand an der Tür und beobachtet uns. "Hey, ich wollte eigentlich nur Bescheid sagen, dass ich wieder da bin." meinte Samu. Wir nickten und ich lächelte ihn an. "Santtu, ich warne dich, wenn du meine Kleine zu irgendetwas zwingst was sie nicht will!" - "Du meinst Sex. Keine Sorge Samu. Ich tue nichts was sie auch nicht will." versicherte Santtu ihm. Er nickte und verschwand wieder.


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