181. Schöner Abend

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Den ganzen Tag verbrachten wir im Zoo. Noch vor 20 Uhr setzten wir uns wieder auf mein Motorrad und fuhren nach Hause. Diesmal schaffte ich es aber nicht einzuschlafen. Zuhause angekommen wollte Dad, dass ich mir etwas hübsches anzog. Ich suchte mir ein Sommerkleidchen heraus. Dazu zog ich schwarze Ballerinas an und ein paar Armbänder. Das Sommerkleid, das ich trug war mein einziges Kleid, das ich hatte. Genauso wie die Ballerinas. Ich hasste Kleider und ich hasste Ballerinas. In diesen Schuhen lief ich mich immer wieder aufs neuest Wund. Würde ich mich heute Abend wieder wund laufen, was ich bestimmt tat, würden sie aus dem Fenster fliegen. Komplett umgezogen lief ich also runter in die große Eingangshalle. Dad saß auf der Treppenstufe und war gerade dabei seine schicksten Schuhe anzuziehen. Er hatte ein weißes Hemd an gehabt. Dazu eine schwarze Smokinghose. Als Dad mich sah staunte er. Er war überrascht, dass ich mal wieder ein Kleid trug und die Ballerinas. "Was? Du hast gesagt ich soll mir was hübsches anziehen." - "Damit habe ich aber nicht gerechnet, dass du das Kleid anziehst." antwortete er mir erstaunt. "Ich kann mich auch wieder umziehen gehen." Dad schüttelte den Kopf, nahm mein Handgelenk und zog ich raus zu seinem BMW. "Wo fahren wir eigentlich hin?" fragte ich ihn neugierig. "Ich wollte mit dir eigentlich zu unserem Lieblingsrestaurant bevor es auf Tour ging. Nur hatte ich das ein bisschen verpeilt. Deshalb fahren wir dort hin." informierte er mich. Ich nickte und stieg in den Wagen. Dad fuhr seelenruhig zum Restaurant. Drinnen wartete unser Tisch schon auf uns. Das coole war, dass wir nie anstehen und auf einen freien Tisch warten mussten, denn hier waren wir Stammgäste. Naja, mir taten die Menschen, die Stunden lang warten mussten sehr leid. Dieses Restaurant ist wirklich fantastisch und die Männer wollten ihren Frauen auch nur einen gefallen tun und sie nett ausführen. Seufzend nahm ich an unserem Tisch platz. "Was los Maus?" fragte Dad als er sich mir gegenüber setzte. "Mir tun die Menschen da hinten leid." - "Tja. So ist es hier aber nun mal. Entweder reserviert man sich einen Tisch, am besten schon Wochen vielleicht auch Monate vorher oder man muss sehr viel Glück haben." sprach Dad. Ich nickte. Trotzdem taten mir diese Menschen leid. "Yun! Hey, schön dich zu sehen. Alles liebe zum Geburtstag nach träglich." Larry kam mit einem Lächeln an. "Hey." grüßte ich zurück. "Hübsch siehst du aus. Und hat der Antrag geklappt?" fragte Larry meinen Vater. Papa nickte grinsend. "Dann hat sie also 'Ja' gesagt." stellte der Kellner fest. "Viel Glück mit ihr. Was kann ich euch beiden bringen?" Dad bedankte sich bei ihm, bevor wir unsere Bestellungen aufnahmen. Larry gab uns die Speisekarten, eh er los marchierte um unsere Getränke zu holen. Es dauerte nicht lange und schon kam der Kellner mit unseren Getränken und einer Flasche Champagna zurück. Wir beide sahen ihn irritiert an. "Der Champagna geht auf mich, da du ja Geburtstag hattest." Ich lächelte ihn an. "Danke, doch der Geburtstag ist schon ziemlich lange her." Larry füllte die zwei Gläser. "Das weiß ich doch. Trotzdem. Das hier ist mein Geschenk an dich auch wenn es zu spät kommt." Er zwinkerte mir zu. Lächelnd bedankte ich mich bei ihm. "Wisst ihr schon eure Bestellungen?" Dad und ich sahen uns an, dann sahen wir zu Larry und nickten. Er nahm unsere Bestellungen auf und ging dann mit den Speisekarten davon. "Duuu Daad." fragte ich meinen Vater. "Mh?" Kurz überlegte ich ihn, ob ich ihn das wirklich fragen sollte, doch hatte mir mein Vater eins gesagt ich kann jeder Zeit zu ihm kommen und mit ihm über alles reden. "Es ist zwar schon etwas länger her." setzte ich an, doch wollte ich endlich mal eine Antwort wissen. Samu sah mich gespannt an. "Bei dem Bandmeeting wo ich dabei war vor der Tour hat sich Jukka mir gegenüber komsich benommen..." - "Wollte er dir was antun?" unterbrach mich Dad sofort besorgt. "Nein. Er hat sich einfach nur komsich verhalten und nicht mit mir geredet. Ich bin ihm extra nach draußen gefolgt um ihn zu fragen was los ist, doch ist er davon gerast. Hat er sich mal dir gegenüber dazu geäußert?" Dad verzog den Mund. "Nein. Warum?" Ich zuckte mit den Schultern. "Seit meinem Geburtstag ist er irgendwie komisch zu mir." Dad fing an zu grinsen. Dies jedoch verstand ich nicht so wirklich. Ich schüttete ihm gerade mein Herz aus, wollte von Dad etwas wissen und er grinste nur so dämlich?! Warum? "Hast du vielleicht mal dran gedacht, dass er... eventuell auf dich steht?" Was? Jukka war mein bester Freund! Niemals würde er sich in mich verlieben.



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