*Yun's Sicht*
Ich hörte wie jemand ins Zimmer hinein geplatzt war, doch konnte ich noch immer meine Augen nicht öffnen. Seit wenigen Tagen bekam ich einige Dinge mit, die sich hier abspielten, doch fühlte ich mich einfach zu schwach, um meine Augen zu öffnen. Ich hatte es zwar hin und wieder versucht, nur hatte ich es nie geschafft. Ich vernahm die Stimme von Jules. Sie fragte denjenigen, der herein gekommen war, ob er ihn gefunden hätte. Sofort wurde ich hellhörig. Wen gefunden hatte? Wovon sprach sie? Jules bekam keine Antwort von demjenigen. Es hörte sich so an als ob ihr etwas überreicht wurde, da ich ein leises gekruschel vernahm. Daraufhin herrschte eine Zeit lang Stille in dem Raum, bis jemand endlich wieder zu Wort kam. "Wieder einmal hat er sie verlassen! Wenn sie das erfährt wird ihr Herz wieder einmal gebrochen sein!" Ich erkannte Samu's Stimme. Sie klang wütend und ziemlich aufgebracht. Mit einem Mal schossen mir tausend Fragen durch den Kopf. Wovon sprach er nur? Was meinte er damit dass er sie wieder verlassen hatte? War mit er etwa Santtu gemeint und mit sie mich? "Yun muss es aber erfahren." riss mich Jules leise Stimme einen kleinen Moment von meinen Fragen weg. Mein Atem stockte kurz, eh ich wieder normal weiter atmete. Sie sprachen also wirklich von Santtu und mir. Ich vernahm schwere Schritte, die nur von Dad sein konnten. Wieder sprach er dass mein Herz gebrochen wäre, wenn ich es erfahren würde. "Falls du mir mal zu gehört hast, eben habe ich es gesagt!" Santtu hatte mich anscheinend wieder einmal verlassen. Er war gegangen und hatte mich in meinem Zustand einfach alleine gelassen, obwohl ich ihn jetzt am meisten brauchte. Wieso? Wieso tat er mir das immer wieder an? Mein Herzschlag beschleunigte sich wie automatisch. Tränen schossen mir in die Augen. Wieso nur? Was hatte ich nur in meinem Leben getan dass ich so bestraft wurde. Ich spürte, wie alle Tränen, die sich in meinen Augen gesammelt hatten, nun meine Augen verließen.
*Samu's Sicht*
Jules und ich starrten zu Yun. Unendliche Tränen flossen aus ihren Augen, die kein Ende nahmen. Ich wollte schon zu meiner Tochter, als schon ein Arzt und zwei Schwestern ins Zimmer gestürtzt kamen. Ich bekam nur am Rande mit wie sich das Piepsen des Gerätes immer weniger wurde. Wie in Trance sah ich zu dem Gerät. Es zeigte an, dass Yun's Herzschlag immer schwächer wurde bis es endlich aufhörte zu schlagen. "Das Reanimationsgerät! Sofort!" sprach der Arzt schnell. Eine der beiden Schwestern holte, wie befohlen, das Gerät und eilte zurück zum Bett. Erst jetzt realisierte ich was hier wirklich geschah. Ich wollte zu Yun rennen, doch meine Freundin versuchte mich zurück zu halten. Eine Schwester kam zu uns rüber und schickte uns raus, doch sah ich es nicht ein zu gehen. Ich wollte bei meinem Mädchen bleiben, koste was es wolle. "Samu bitte, komm mit raus." bat mich Jules und legte eine Hand auf meine Brust. Ich reagierte nicht auf die Bitte meiner Freundin. Ich sah einfach nur weiterhin dem Geschehen vor meinen Augen zu. Jules nahm meine Hand und zog mich raus auf den Gang. Den Blick sturr gerade aus gerichtet stand ich im Gang und versuchte irgendwie meine Gedanken mit anderen zu unterdrücken. Ich fragte mich auf einmal Dinge über die ich mir nie einen Kopf gemacht hatte. War ich ein guter Vater für Yun gewesen? War ich nicht ab und zu ein bisschen Streng zu ihr gewesen? Hatte ich ihr ein tolles Leben geschenkt und war sie überhaupt glücklich bei mir? Fragen über Fragen schwirrten ganz durcheinander in meinem Kopf. Sogar Fragen über Jules und mich. "Jules?" fragte ich sie ganz leise ohne meinen Blick von der Wand mir gegenüber zu nehmen. "Ja?" - "Warst du je glücklich in unserer Beziehung?" Als ich keine Antwort von ihr bekam sah ich zu ihr. Meine Freundin sah mich mit geweiteten Augen an. "Natürlich. Samu, wie kommst du denn darauf?" Ich senkte meinen Blick und sprach: "Es ist nur eine Frage der Zeit bis ich auch dich verlieren werde." An ihren Stöckelschuhen konnte ich hören das sie zu mir kam. Sie legte ihre Hand an meine linke Wange und zog mein Gesicht zu sich. "Du wirst mich nicht verlieren. Genauso wenig wie Yun. Wir beide werden immer bei dir sein." Bei ihrem letztem Satz kamen sogar ihr Tränen in die Augen. "Ich liebe euch." flüsterte ich. Jules zog mich fest an sich und legte ihre rechte Hand in meine Haare. "Sie wird es schaffen. Yun wird kämpfen und die Ärzte auch. Sie wird nicht sterben." flüsterte sie mir zu und vergrub schließlich ihr Gesicht in meiner Schulter. Trotzdem hatte ich Angst Yun zu verlieren.
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Lifesaver
FanficEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
