Ich war gerade auf 180. Yun's Aussage machte mich einfach so wütend! Wenn es ihr ja angeblich so gut ohne meinen Bruder ging, wieso musste ich dann all diese Dinge mit ihr durch machen? Yun sah mich mit großen Augen an. Niemand hatte mit meiner Reaktion gerechnet nur musste ich dies jetzt einfach mal los werden. Meine Tochter stand auf und sah mich mit einem festen Blick an. "Ich kann nicht mehr!" schrie sie mich an. "Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr! Am liebsten würde ich einfach nur noch sterben!" Sie sah zu Santtu runter, der sich nicht traute sie anzusehen. "Du machst mich fertig! Du und meine scheiß Gefühle für dich! Sieh mich verdammt noch mal an, wenn ich mit dir rede!" Yun's Stimme wurde immer schwächer. Langsam hob der Angesprochene seinen Kopf an und nahm den Blickkontakt mit seiner Ex auf. Ich machte mir sorgen um sie, da es bestimmt nicht gut war, dass sie sich aufregte. "Als erstes reagierst du jeden Gott verdammten Tag nicht auf meine Anrufe und meine Nachrichten! Dann tauchst du nicht auf, wenn wir wieder aus Deutschland zurück kommen. Anschließend lügst du mich an, machst mir einen Antrag und erst per Zufall erfahre ich endlich, dass du mich betrogen hast! Wann hättest du mir das endlich erzählt? Wann?!" schrie sie ihn an. Santtu hatte während sie ihn an gebrüllt hatte den Blickkontakt abgebrochen. Er schaffte es einfach nicht sie über einen längeren Zeitraum anzusehen. "Du hast mich belogen und betrogen. Du hast mich öfter als einmal verlassen und nun kommst du zurück gekrochen und willst mich wieder haben?" Yun schüttelte den Kopf. Wieder sammelten sich Tränen in ihren Augen. Sie hatte die beiden Sätze eben zwar ruhig gesagt, doch trotzdem war ihre Stimme geschwächt. Ich konnte meine Tochter verstehen warum sie wieder kurz davor war los zu weinen. "Sieh mich verdammt noch mal an!" schrie sie wieder. Santtu schüttelte seinen Kopf. "Ich kann nicht." flüsterte er leise. "Du bist das größte Arschloch auf der ganzen Welt. Sogar im ganzen Universum! Tu uns allen einen gefallen und verschwinde! Geh zurück ins Lappland und fick jede einzelne Tusse, die bei 3 nicht auf dem Baum ist! Es ist mir egal. Du kannst sogar vor einen Zug springen und es interessiert mich nicht!" - "Wie konnte ich mich nur in dich verlieben?" flüsterte Santtu zum Boden, eh er zu Yun auf sah, auf stand und aus dem Raum stürmte. Ich breitete meine Arme aus. "Toll. Wirklich toll gemacht. Bist du nun zufrieden?" Kopfschüttelnd ging ich meinem Bruder hinterher. Wie konnte Yun dies alles nur sagen? Wer war sie nur auf einmal?
*Yun's Sicht*
Santtu hatte ich nun erfolgreich vertrieben. Erst jetzt nachdem ich mir meine Stimme zerschrien hatte fing ich wieder an zu denken. Erst jetzt schaltete sich mein Gehirn wieder ein. Santtu hatte mich angefleht ihm zu verziehen, doch hatte ich ihn statt dessen angeschrien und zur Sau gemacht. Oh mein Gott, was ist wenn er sich wirklich vor den Zug schmeißt? "Jules. Ich habe scheiße gebaut." Verzweifelt sah ich Jules an, die noch als einzige hier war. Sie kam zu mir und nahm mich in die Arme. "Was habe ich getan?" flüsterte ich gegen ihren Oberkörper. Jules brachte mich zum Bett und klopfte darauf. "Setz dich." Ich setzte mich neben Samu's Freundin auf das Bett. Ich war am Boden zerstört. Was hatte ich da nur getan? Ich liebte Santtu doch noch immer. "Hör zu Kleines. Ich kann dich verstehen immerhin hat er dich belogen, betrogen und sogar mehrfach verlassen. Du bist einfach verletzt. Du bist noch ein junges, hübsches Mädchen, das noch nie eine Beziehung hatte. Du bist was Beziehungen und generell Männer angeht noch absolut unerfahren." Schniefend saß ich wie ein Häufchen Elend in meinem Zimmer und zerbrach mir meinen Kopf. "Ich muss zu ihm. Ich muss mich entschuldigen." Jules strich mir durch die Haare und nickte. "Dann auf." Sie stand auf und zog mich mit sich. Ich war etwas überrascht, da ich mit dieser Reaktion nicht gerechnet hatte. Schuhe hatte ich auch noch nicht einmal gehabt. Doch dies war glaub ich mein kleinstes Problem. Das größte Problem war wohl eher Santtu und meine Liebe zu ihm.
Jules und ich liefen raus vor das Gebäude. Anschließend gingen wir weiter auf den Parkplatz. Dort saßen Samu und Santtu am Bürgersteig. Als ich ihn sah breitete sich sofort Erleichterung in mir aus. Mit einem Mal stürmte ich auf ihn zu und fiel ihm um den Hals. "Es tut mir so leid Santtu. Bitte, du musst mir verzeihen. Ich hab einfach nicht nach gedacht. Bitte werf dich nicht vor den Zug und kehr auch nicht in den Norden zurück! Es tut mir so leid." Ich lehnte meine Stirn an seine Schulter. Noch nicht einmal im Traum dachte ich daran ihn los zu lassen. Wenn er sich also vor einen Zug werfen wollte, dann musste er mich wohl oder übel mit nehmen.
Aaaa! Tut mir leid, dass der Teil so spät kommt. Ich habe gerade überhaupt nicht dran gedacht, da eben die Höhle bei uns los war! Tut mir echt leid :/
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Lifesaver
FanficEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
