3. die ersten Worte mit einem bitterlicher Kampf und Tränen

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Ich legte meine Hose auf den ganzen Haufen von Klamotten, den die Kleine verursacht hatte. "So jetzt muss aber der Herr Rajamaa deine Hand loslassen." meinte ich zu der Kleinen. Daraufhin ließ sie zögernd seine Hand los. Ich nahm ihre Hände und zog sie sanft hoch, so dass sie nun saß. Anschließend zog ich ihr mein Hemd aus und legte es zur Seite. Ich hörte wie die Kleine anfing zu weinen. Sofort drehte ich mich zu ihr um. Riku versuchte sie zu beruhigen, doch es ging nicht. Er schaute hilfesuchend zu mir. Ich sah mich um, doch ich fand nichts womit ich sie beruhigen konnte. Ich ging ein Stück runter, so dass sie auf meiner Augenhöhe war. "Shh ganz ruhig meine Süße. Was ist denn los?" versuchte ich sie zu beruhigen und fragte sie. Sie zeigte auf mein Hemd, dass ich ihr eben ausgezogen hatte. Ich schaute auf mein Hemd und holte es. Mit dem Hemd in der Hand kam ich auf sie zu und hielt es ihr hin um zu sehen was sie machte. Sie griff danach und riss es mir regelrecht aus der Hand. Danach umklammerte sie es und kuschelte damit. Riku versuchte sich ein Lachen zu verkneifen. Ich stand da und schmollte. "Och nö bitte nicht. Du kannst dir jedes Hemd aussuchen was du willst aber bitte nicht das!" Ich wollte nach dem Hemd greifen, doch sie zog es weg. Es hatte keinen Zweck. Sie würde das Hemd niemals wieder hergeben. Ich seufzte und kratzte mich am Hinterkopf. Ich bückte mich ein Stück und sah ihr in die Augen. "Wie wäre es wenn wir jetzt gemeinsam deine Unordnung aufräumen?" fragte ich sie und zog eine Augenbraue hoch. Sie lächelte mich an und nickte. Ich raffte meine Klamotten auf dem Boden zusammen und warf sie Mitten aufs Bett neben sie. Anscheinend hatte sie es falsch verstanden, denn sie legte sich auf den Berg und schloss die Augen. Riku prustete los und viel vor Lachen aus dem Bett. Nun war ich derjenige, der Riku auslachte. Ich nahm die Krawatten und legte sie neben den Haufen. Riku stand wieder auf und setzte sich wieder lachend auf das Bett. Ich sammelte meine Schuhe auf, die sie wild rum geschmissen hatte. Als ich mich zum Bett drehte sah ich, dass sie die Hosen und Hemden sortierte. Doch ich sah auch, dass sie einige Hemden auf mein Kopfkissen warf. Als sie fertig war zeigte sie auf den Kleiderschrank. Ich fragte, ob ich die Sachen aufhängen konnte. Als Antwort nickte sie und gab mir die ersten beiden Hosen. Ich nahm sie ihr ab und hing die Hosen auf die Kleiderbügel. Wir waren ein recht gutes Team und auch ziemlich schnell meiner Meinung nach. Als wir fertig waren zeigte ich auf die Hemden, die auf meinem Kopfkissen lagen. "Meine" sagte sie und zeigte auf sich selbst. Ich war erstaunt, denn sie hatte das erste Mal mit mir geredet. "Deine?" fragte ich nach. "Ja meine." - "Aber die sind doch mir!" Sie schüttelte mit dem Kopf und antwortete: "Jetzt nicht mehr. Du hast genug." Ich schaute sie ungläubig an. Das gab es doch nicht! Wollte die Kleine mir knallhart meine Hemden wegnehmen! "Die brauche ich aber!" - "Du hast genug!" - "Okay. Vorschlag! Du darfst die alle behalten, wenn ich mein blaues Hemd zurück bekomme." Wieder schüttelte sie mit dem Kopf. Nun war ich derjenige, der hilfesuchend zu Riku sah, der aber nur mit den Schultern zuckte. "Gib die Hemden her." sagte ich, doch sie weigerte sich und schüttelte den Kopf. Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust. Sie tat es mir gleich. Wir beide sahen uns einfach nur an. Ich hatte die Schnauze voll und schnappte mir einfach die Hemden. Sie fing an bitterlich zu weinen. Doch mir war das in dem Moment egal. Ich hing die weißen Hemden in mein Kleiderschrank. Ich wollte gerade nach meinem blauen Lieblingshemd greifen, doch sie krallte sich dran fest. "Lass los." befahl ich ihr. Sie schüttelte mit dem Kopf. "Samu, lass es ihr doch." versuchte Riku mich umzustimmen. Ich schüttelte meinen Kopf und sah die Kleine wütend an. "Ich glaub mit streng sein wirst du nicht an sie ran kommen." sagte Riku und lehnte sich zurück. Vielleicht hatte er da gar nicht so unrecht. Ich setzte mich vor die Kleine in die Hocke und sah in ihre rehbraunen Augen. "Hör zu. Mir ist das Hemd verdammt wichtig, da es mir meine Mutter geschenkt hat. Wenn meine Mutter mich in diesem Hemd nicht mehr sieht ist sie sehr traurig und das willst du doch nicht, oder?" erklärte ich ihr. Sie schüttelte wortlos mit dem Kopf. "Siehst du? Ich will das nämlich auch nicht. Ich verspreche dir, dass du dir ein anderes Hemd aussuchen darfst und wenn du dieses anziehen möchtest darfst du es auch jederzeit. Unter einer Bedingung! Du musst mich vorher fragen." Sie nickte und ließ das Hemd los. Ich nahm sie auf den Arm und ging mit ihr zum Kleiderschrank. Sie nahm sich einen leeren Kleiderbügel raus und hielt ihn mir hin damit ich mein Hemd aufhängen konnte. Anschließend hing sie es wieder auf die Stange zurück. "Welches Hemd möchtest du denn gerne" fragte ich sie. Sie zeigte auf ein anderes hellblaues Hemd. "Das?" fragte ich vorsichtig nach. Sie nickte und ich holte es raus. Ich hielt es etwas von ihr weg damit sie es aus der Ferne betrachten konnte. Fragend schaute ich sie an. Sie nickte mir glücklich entgegen. "Wenn es das ist was du willst dann bekommst du es auch." antwortete ich und legte es auf dass Bett. Sie wurde ganz unruhig und zappelte auf meinem Arm herum. Ich schaute zu ihr, doch da ich nicht wusste was sie wollte setzte ich sie auf dem Bett ab. Ich drehte mich zum Kleiderschrank und entdeckte ein Lachs farbendes Hemd, das ich noch nie an hatte bis auf einmal. Ich holte es raus und zeigte es der kleinen. Sie fing an zu lächeln und nickte. Sie wusste was ich von ihr wollte. "Willst du das wirklich?" Sie nickte nochmals. Also legte ich es zu dem anderen Hemd. Die kleine zappelte wieder rum und zeigte auf ein weißes Hemd. Ich schaute in meinen Kleiderschrank und ging auf die weißen Hemden zu. Ich zeigte auf das erste, doch sie schüttelte den Kopf. Nun zeigte ich auf das zweite, doch sie schüttelte wieder den Kopf. Bei dem dritten, vierten und fünften tat sie es gleich. Doch bei dem sechsten, das auch mein letztes war, schüttelte sie auch den Kopf also fing ich nochmal von vorne an. Bei dem zweiten Hemd nickte sie. Ich holte es raus und zeigte es ihr. Sie strahlte mich an und nickte. Also bekam sie nun statt ein Hemd 3. Was solls? Sie hatte recht. Ich hatte genug Hemden!


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